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Umland Burgdorf Nachrichten Stadt will Kitas in den Sommerferien schließen
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12:49 11.03.2018
Nur städtische Einrichtungen wie die Kita Südstern sind von der Schließzeiten-Einführung betroffen. Quelle: Korte (Archiv)
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Burgdorf

Weil die hoch verschuldete Stadt sparen muss, sollen die neun Kindergärten der Kommune im Sommer zwangsweise drei Wochen lang pausieren. Die Stadtverwaltung bereitet zurzeit die Einführung von sogenannten Schließzeiten vor. Davon erhofft sie sich Einsparungen von 279.000 Euro im Jahr. Die Sparmaßnahme ist Teil des vom Rat im Dezember beschlossenen Haushaltssicherungskonzepts.

Öffentlich geworden sind die Pläne infolge einer Anfrage des Ortsrats von Schillerslage. Dieser wollte von der Stadt wissen, was es auf sich hat mit der neuen im Haushaltssicherungskonzept genannten Maßnahme, zumal sich dort kein Hinweis auf Kindertagesstätten findet. In dem 18-seitigen Sparpapier ist nur von einer „Einführung von Schließzeiten zur Reduzierung von Vertretungszeiten“ die Rede.

Die Stadt hat die Anfrage des Ortsrats inzwischen beantwortet und im Jugendhilfeausschuss des Rates sowie im Ortsrat Auskunft gegeben, was gemeint ist: Nämlich die Kitas der Stadt im Sommer zu schließen mit dem Effekt, dass sie dann weniger weniger Vertretungspersonal benötigt. Das sei immer schwieriger zu gewinnen angesichts des Fachkräftemangels. Nähmen die Erzieher Urlaub im Sommer, brächte das übers Jahr zudem mehr personelle Kontinuität in den Kita-Gruppen. Es bescherte obendrein den Kindern eine Auszeit vom anstrengende Kitabetrieb und schaffe ein Zeitfenster für notwendige Instandsetzungsarbeiten und Grundreinigungen.

In den Augen von Susanne Wolbring , Vorsitzende des Kindergartenbeirats, hat das Konzept zwei Seiten: „Die Beweggründe sind verständlich. Doch für die Eltern wird diese Situation ungewohnt sein“, sagt sie auf Nachfrage. Im Jugendhilfeausschuss, wo sie erstmals von den Plänen der Stadt erfuhr, erbat sie von der Stadt zügig mehr Informationen.

FDP-Vorsitzender Mario Gawlik, der als stellvertretender Ortsbürgermeister dem Ortsrat von Schillerslage angehört, fordert von der Stadt Transparenz: „Die Eltern müssen rechtzeitig informiert werden.“ Denn die Einführung der Schließzeit kann Eltern organisatorisch in Schwierigkeiten bringen, vor allem Alleinerziehende. Viele haben ihren Urlaub bei ihrem Arbeitgeber bereits am Anfang des Jahres angemeldet, sodass sie sich bei einer Umsetzung in diesem Sommer nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten umsehen müssten.

Nach Darstellung von Nicole Raue, Leiterin der zuständigen Jugendverwaltungsabteilung im Rathaus, seien die Pläne für die Schließzeiten noch ganz am Anfang. Mehr als 100 Mitarbeiter in den Kindertagesstätten wären betroffen: „Wir werden das Konzept nicht mit offenen Armen begrüßen“, sagt der Personalratsvorsitzende der Stadt, Christoph Engelen. In die Pläne sei er zurzeit noch nicht eingebunden. „Ich habe von dem Konzept bisher nur gehört, aber offiziell sind wir als Personalrat noch nicht in die Diskussion integriert worden. Bei diesem Ausmaß für die Kita-Mitarbeiter hätte das allerdings längst passieren müssen.“    

Es sei noch „ein sehr junges Thema“, rechtfertigt sich Raue. „Deshalb können wir noch gar nicht sagen, wann das Konzept umgesetzt wird. Es gibt noch einige Vorarbeiten zu erledigen.“ Dazu gehöre die Einführung und Organisation einer Sommerkindertagesstätte. Diese könne eine Betreuung sicherstellen für alle Kinder, deren Eltern andersfalls ohne eine solche da stünden. Ein Konzept für die Sommerkita müsse ihre Abteilung erst noch erarbeiten, räumt Raue ein. 

Der Stadtkitabeirats wird sich am Mittwoch, 21. Februar, ab 20 Uhr in Schillerslage mit dem Thema beschäftigen. Dort will Raue die Pläne den Elternvertretern erläutern. Susanne Wolbring ist sich derweil sicher: „Der Aufschrei wird groß.“ 

Von Laura Beigel und Joachim Dege

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