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Wegweiser erhitzen die Gemüter

Burgdorf Wegweiser erhitzen die Gemüter

Die Bronzewegweiser gen Osten, die bis zum Umbau der unteren Marktstraße das Pflaster vor dem Rathaus I zierten, erhitzen erneut die Gemüter. FDP, SPD und Grüne bringen Bewegung in die Debatte - und als neuen Standort den Spittaplatz ins Spiel.

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Auf dem Spittaplatz könnten die Wegweiser aufgestellt werden - so lautet zumindest ein Vorschlag.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) hatte Kritik von Vertriebenenverbänden, CDU und vielen Bürgern provoziert, als er die Bronzepfeile, die auf Städte wie Danzig, Stettin, Heiligenbeil und Königsberg verweisen, nach dem Stadtstraßenumbau nicht wieder hatte einbauen lassen. Karl-Ludwig Schrader (FDP) schlägt nun vor, sie auf dem Spittaplatz vor der Friedensglocke zu verlegen. SPD und Grüne hatten die Wegweiser bislang allenfalls im Stadtpark neu verlegen wollen. Nun aber haben sie gegen den Standort Spittaplatz „keine Bedenken“, wie sie in einem Folgeantrag zu Schraders Antrag an den Rat schreiben. Jedoch: Die Pfeile sollen künftig nicht gen Osten zeigen, sondern nach Westen. Damit würde versinnbildlicht, dass die Vertriebenen nach Burgdorf gekommen seien und hier eine neue Heimat gefunden hätten, so SPD und Grüne. Denn „die seinerzeit Verantwortlichen“ hätten die Wegweiser auf vor dem Zweiten Weltkrieg deutsche Städte zeigen lassen, „weil sie damit den Anspruch auf die frühere Heimat dokumentieren wollten, also klar revisionistische Ziele damit verfolgt haben“.

Das erboste den CDU-Fraktionschef Mirco Zschoch: „Sie haben sich im Ton vergriffen“, wetterte er in der jüngsten Ratssitzung: „Sie diffamieren 4500 Leute und ihre Nachkommen.“ Die Anliegen der Heimatvertriebenen dürften nicht als revanchistisch abgetan werden: „Die Ewiggestrigen sind nicht diejenigen, die ihre Heimat lieben, sondern die, die ihre Vorurteile pflegen.“ Bezüglich des künftigen Standorts „können wir über alles reden“, versicherte er. Die beste Lösung wäre aber gewesen, „wenn wir die Wegweiser an ihrem alten Standort belassen hätten“. Beim Straßenumbau „hat niemand daran gedacht, die Stolpersteine herauszunehmen, bei den Wegweisern aber ist das geschehen“, kritisierte Ratsherr Wolfgang Obst. Dabei gelte für beide gleichermaßen: Nur ein Bruchteil der Menschen nehme sie wahr, „trotzdem sind sie wichtig“. Der Kulturausschuss des Rates berät über das Thema in seiner Sitzung am Dienstag, 24. September ab 17 Uhr im Ratssaal des Schlosses.

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Von Redakteur Eike Brunhöber