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Nachrichten Wolf nahe Burgdorf gesichtet
Umland Burgdorf Nachrichten Wolf nahe Burgdorf gesichtet
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00:15 07.04.2014
Deutlich größer als der Abdruck einer Hundepfote: Jäger Harald Stern hat die frische Fährte bei Katensen fotografiert - mit einer Papiertaschentuchpackung als Größenvergleich. Quelle: Harald Stern
Burgdorf

Der erste, der den Wolf gesehen hat, ist ein Speditionsfahrer gewesen. Am Donnerstag, 20. März, um 8 Uhr war er mit seinem Fahrzeug von Katensen nach Krätze unterwegs, als vor ihm ein ausgewachsener Wolf die Fahrbahn überquerte und weiter in den Wald trottete.

Als er wenig später dem Jäger Friedrich Eilers aus Krätze von seinem Erlebnis berichtete, suchte dieser umgehend in der Gemarkung Im Tiefen Moor nach Spuren und wurde auf einem Acker fündig: Deutlich hatten sich in den weichen Boden handtellergroße Pfoten eingedrückt, größer und spitzer zulaufend als Hundepfoten - und im eindrucksvollen Trittabstand von 50 bis 60 Zentimetern. Die Jäger haben diese Sensation bisher nicht an die große Glocke gehängt, um Panikreaktionen zu vermeiden. Das Auftauchen des Wolfes ist auch Thema in der Jahresversammlung der Jägerschaft Burgdorf. „Später haben wir erfahren, dass das Tier von weiteren Menschen gesehen wurde, unter anderem von einer Radfahrerin“, sagt Harald Stern vom Hegering Uetze.

Eckhard Baars, Jägermeister für den Bezirk Burgdorf, bleibt gelassen: „Der Wolf ist kein jagdbares Wild, sondern genießt strengen Artenschutz. Gefährlich ist er nicht - allen Märchen zum Trotz. Er ist scheu und greift nie aus freien Stücken an.“ Allerdings könnte es nach Baars’ Ansicht bald eng werden für die Raubtiere. „Derzeit gehen wir von 50 Paaren bundesweit aus, die durchschnittlich fünf Junge jährlich haben, also insgesamt 250 weitere Exemplare.“ Mit der wachsenden Population steige die Gefahr, dass die Tollwut zurückkehrt: Bisher sei Deutschland bis auf Gebiete in Bayern tollwutfrei, doch die vierbeinigen Einwanderer kommen aus Polen, wo die Seuche noch grassiere, sagt Baars.

Tierhaltern sind die Wölfe nicht willkommen. „Einem Landwirt sind 38 Stück Damwild von Wölfen gerissen worden, und das Land zahlt die Entschädigungen nicht oder nur schleppend“, berichtet Baars. „Vielleicht ist der Wolf, der bei uns gesichtet wurde, auch schon wieder weg“, sagt Stern, der die frische Spur fotografiert hat. „Wölfe legen täglich 80 bis 100 Kilometer zurück.“

Wölfe mögen Hunde nicht

Während Spaziergänger keine Angst vor dem Wolf haben müssen, könnte das Raubtier aber sehr wohl eine Gefahr für frei laufende Hunde sein. „Die Anleinpflicht in Wald und Feld wird bald kein Thema mehr sein“, mutmaßt Jäger Eckhard Baars, „der Hund ist für den Wolf der größte Feind. Denn Hunde wollen den Wolf stellen, haben aber gegen das große Tier keine Chance.“ Allerdings müsse man nicht befürchten, dass Wölfe den Hunden am Wegesrand auflauerten, gibt Baars Entwarnung. „Gefahr besteht allenfalls, wenn Hunde abseits der Wege herumstreunen und dabei zufällig auf einen Wolf treffen.“ Angst um seine beiden Dackel hat der Jäger nicht. „In Feld und Wald lasse ich sie nicht von der Leine.“

Sabine Szameitat/Anette Wulf-Dettmer

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