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Umland Burgdorf Nachrichten Regiobus schult Senioren fürs Busfahren
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00:29 11.06.2018
Monika Wobbernen trainiert mit Mustapha Berchid das richtige Ein- und Aussteigen. Quelle: Antje Bismark
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Burgdorf

Langsam und mit ganz kleinen Schritten schiebt sich Monika Wobbernen rückwärts durch die geöffnete Bustür, tastet behutsam nach dem Bordstein und zieht dann ihre Rollator nach. Dafür bekommt sie Zuspruch von Mustapha Berchid: Der Regiobus-Mitarbeiter und seine Kollegen haben am Donnerstagnachmittag etlichen interessierten Burgdorfern gezeigt, wie sie mit einem Rollator, Rollstuhl oder E-Scooter sicher aus den Bussen aussteigen können.

Falsch: Nutzer von Rollatoren sollten nicht nach ihrem Gefährt aussteigen - zu groß ist die Sturzgefahr. Quelle: Antje Bismark

„Ich wohne noch nicht lange in Burgdorf“, sagt Wobbernen und fügt hinzu, wegen einer Gleichgewichtsstörung bewege sie sich sehr unsicher und wage sich deshalb bisher nicht ans Busfahren. Das Mobilitätstraining, das Regiobus für Menschen mit Einschränkungen alle zwei Jahre anbietet, sehe sie als Chance: „Irgendwie muss ich ja rauskommen.“ Und so schiebt sie nach den ersten Übungseinheiten den Rollator an einer simulierten Haltestelle nicht mehr aus dem Fahrzeug – zu groß wäre die Gefahr, darüber zu stolpern –, sondern nutzt ihn erst, als sie halbwegs sicher auf dem Fußweg steht. „Auch beim Einsteigen gilt: Sicherheit zuerst, also kommt der Rollator ganz zum Schluss rein“, gibt Berchid ihr mit auf den Weg. Im Fahrzeug probiert die Burgdorferin aus, wie sie ihr Gefährt sicher in der dafür vorgesehenen Bucht abstellen kann. „Der Gang muss frei bleiben“, betont Berchid. Er lotst die Burgdorferin anschließend zu einem weiteren Bus, der über einen anderen Ein- und Ausstieg verfügt.

Richtig: Nutzer von Rollatoren sollten rückwärts aus einem Bus aussteigen. Quelle: Antje Bismark

Eines aber gilt für alle Fahrzeuge: „Die Fahrer, alle geschult für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, lassen die Rampe nicht für Passagiere mit einem Rollator, sondern nur für die mit einem Rollstuhl oder E-Scooter herunter“, sagt Manfred Brandscheidt, der den Termin für Regiobus mitorganisiert hat. Deshalb sei es wichtig, dass Rollator-Nutzer unter Anleitung von speziell qualifizierten Mitarbeitern und in Ruhe lernten, den kleinen Absatz zu überwinden. „Wir wissen, dass viele Ältere eine große Angst haben, in den Bus zu steigen“, sagt Brandscheidt, „wer diese aber überwindet, wird wieder mobiler.“ Diese Einschätzung teilt zumindest Wobbernen, die anschließend auch noch einen Parcours der Verkehrswacht absolvieren kann.

Dort finden die Teilnehmer neben einer kurzen Slalomstrecke auch eine – für Menschen ohne Einschränkung kleine, für jene mit einem Handicap große – Rampe. Immer wieder schieben Frauen und Männer sich mit ihren Gefährten über den Parkplatz am Bahnhof, trotz der großen Hitze. Wer eine Pause benötigt, kann in einem Zelt verschnaufen, das das DRK aufgebaut hat und in dem die Mitglieder Kaffee und Kuchen sowie Wasser anbieten. Das Interesse an dem Training ist groß: Während sich die Frühstarter bereits erholen, kommen die nächsten. Einige von ihnen nutzen den Bus bereits regelmäßig und wollen noch etwas üben: „Sie kenne ich“, sagt einer von ihnen zu Berchid: „In Ihrem Bus fahre ich immer mit.“

Von Antje Bismark

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