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Burgdorf Schulleiter misstrauen Rat und Verwaltung
Umland Burgdorf Schulleiter misstrauen Rat und Verwaltung
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00:15 10.12.2018
Burgdorfs Schulleiter haben an der jüngsten öffentlichen Sitzung des Schulausschusses teilgenommen und den Kommunalpolitikern wie der Stadtverwaltung ihr Misstrauen ausgesprochen. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Die Kommunikation zwischen Burgdorfs Schulleitern sowie Rat und Stadtverwaltung ist gestört und von einem zunehmenden Vertrauensverlust gekennzeichnet. Das ist in der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Schulangelegenheiten in dieser Woche überdeutlich geworden, als Schulleiter Heiko Blumenstein stellvertretend für alle seine Kollegen eine entsprechende Erklärung verlas.

Hintergrund ist der von der Stadtverwaltung während der aktuellen Haushaltsberatungen ebenso kurzfristig wie für alle Kommunalpolitiker völlig überraschend gemachte Vorschlag, die Kita- und Schulbauvorhaben nacheinander abzuarbeiten und einzelne Projekte in die Zukunft zu verschieben: Die Stadt will zuerst den IGS-Neubau realisieren, mit dem Kitaanbau in Ehlershausen, dem Grundschulanbau in Otze und dem Neubau für die Pausewang-Grundschule in der Südstadt dafür deutlich später beginnen. Sowohl der Vorschlag als auch die Art der Kommunikation stößt dem Vernehmen nach in den Ratsfraktionen und erklärtermaßen erst recht in den Ortsräten und bei den Ortsvorstehern in den Dörfern auf erhebliche Kritik. Inzwischen haben sich auch die Schulleiter getroffen und ein Positionspapier aufgesetzt.

Darin steht, dass „bei allen beteiligten Schulen das Vertrauen in Teile des Rates und der Verwaltung stark strapaziert“ sei. Die Schulleiter erheben schwere Vorwürfe gegen den Schulträger, die Stadt: nicht eingehaltene Zusagen und Versprechen gegenüber einigen Schulen, eine mangelnde Transparenz von Entscheidungen und der Eindruck, dass Schulen gegeneinander ausgespielt werden. „Wir möchten nicht als Bittsteller oder Wunschlisten-Produzenten angesehen werden“, schreiben die Schulleiter den Entscheidungsträgern im Rat und im Rathaus ins Stammbuch, sondern „in Entscheidungsprozesse auf Augenhöhe einbezogen werden“.

Damit das in Zukunft geschehen könne, fordern die Pädagogen:

Bauvorhaben, die beschlossen seien, müssten auch umgesetzt werden. Die Stadt müsse gleichmäßig an alle versprochenen Planungen herangehen, denn kein Kind in Burgdorf sei mehr oder weniger wert.

Statt Renovierungskosten in den Haushalt einzustellen, solle die Stadt Personal einstellen, um die geplanten Bauvorhaben erledigen zu können. Dass es schwierig sei, am Arbeitsmarkt qualifizierte Mitarbeiter zu finden, könne kein Argument sein, es gar nicht erst zu versuchen.

In der Stadtverwaltung bedürfe es einer effizienteren Steuerung von Vorgängen. Es spare Geld und Arbeitszeit, wenn mit den vor Orts aktiven Akteuren rechtzeitig Absprachen getroffen würden.

Bei der Digitalisierung soll sich die Stadtverwaltung ein Beispiel nehmen an der Stadt Sehnde. Der bisherige PC-Administrator wechsle zur Stadt Sehnde, die ihn fest anstellen werde. In Burgdorf sei der Job ab Januar vakant und nicht geklärt, wer nachfolgt.

Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) reagierte in der Sitzung prompt. An den von den Schulen reklamierten Raumbedarfen herrsche kein Zweifel. Es sei aber keineswegs so, dass Burgdorf die einzige Stadt weit und breit sei, die nicht schafft, alle notwendigen Bauvorhaben gleichzeitig zu bewältigen. Der Arbeitsmarkt sei leergefegt. „Wir bekommen keine Ingenieure und Techniker und können sie uns weder aus den Fingern saugen noch klonen“, hielt Baxmann den Schulleitern entgegen. Blumenstein hatte derweil in einer vorangegangenen Schulausschusssitzung moniert, dass die Stadt seit Langem um ihre Bauvorhaben wisse und ihre Personalplanung längst darauf hätte abstellen müssen. Das aber sei fahrlässigerweise nicht geschehen.

Von Joachim Dege

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