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Burgdorf Stadt zeigt Interesse an Notfallbetreuung
Umland Burgdorf Stadt zeigt Interesse an Notfallbetreuung
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00:20 30.09.2018
Fluxx-Projektleiterin Sabine Schrader informierte Burgdorfs Familienpolitiker über die Notfallbetreuung der Stadt Hannover. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)
Burgdorf

Immer wieder kommt es in Familien zu Betreuungsnotfällen, sei es aus beruflichen oder aus ganz anderen Gründen. In der Landeshauptstadt Hannover hilft in solchen Fällen die von der Stadt organisierte Notfallbetreuung Fluxx. An diese können sich gegebenenfalls auch Regionskommunen anschließen. Burgdorf ist interessiert.

Im Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Hannover zeichnet Sabine Schrader für das Fluxx-Projekt verantwortlich. Die Koordinatorin kam in dieser Woche nach Burgdorf, um in der Sitzung des Ratsausschusses für Jugendhilfeangelegenheiten Fluxx vorzustellen. Und zwar auf Wunsch der Politik, wie Nicole Raue von der Jugendverwaltungsabteilung im Rathaus sagte.

Fluxx greift Familien und Alleinerziehenden unter die Arme, wenn alle anderen Betreuungsmöglichkeiten ausgereizt sind. Im vierten Jahr seit seiner Gründung kommt Fluxx laut Schrader auf 500 Betreuungseinsätze im Jahr. In 49 Prozent aller Fälle, weil es die Berufstätigkeit der Kunden erfordert. Zu 20 Prozent aller Anfragen fällt das private Netzwerk der Betroffenen aus. 17 Prozent gehen auf das Konto von Krankheitsfällen, 14 Prozent auf den Ausfall der Regelbetreuung.

Fluxx unterstützt, wenn Hilfesuchende selbst nicht zur Stelle sein können und die angestammte Betreuung nicht zur Verfügung steht: sowohl für Kinder von null bis 13 Jahren als auch für Angehörige, die alt, krank oder behindert sind. Eine 24-Stunden-Hotline sorgt dafür, dass der Service rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Fluxx versteht sich als eine Ergänzung zu den regelmäßigen Betreuungsangeboten in Kindertageseinrichtungen, -pflegestellen, Ganztagsschulen sowie für Angebote zur Unterstützung für zu pflegende und zu betreuende Angehörige. Fünf Städte und Gemeinden rund um Hannover haben sich dem Dienstleistungsangebot schon angeschlossen; zuletzt die Stadt Sehnde. Sechs weitere Kommunen erwägen, dies zu tun. Zumal im Notfall nicht irgendwer komme. Nach Darstellung von Schrader bringen alle Fluxx-Mitarbeiter – zumeist Erzieherinnen im Ruhestand – entsprechende berufliche Qualifikation mit, und sie nähmen regelmäßig an Fortbildungen teil.

Burgdorfs Jugendamtsleiter Jens Niemann lobte an Fluxx, dass es ein „niedrigschwelliges, griffiges Angebot“ sei. Im Verbund mit der Landeshauptstadt und anderen Kommunen sei es auch finanziell interessant für die Stadt, zu deren Pflichtaufgaben es gehöre, im Notfall eine Betreuung zu organisieren. Im Jugendhilfeausschuss artikulierte sich aber auch Skepsis. Ausschussvorsitzende Christiane Gersemann etwa machte Bedenken geltend. Eine Betreuung beispielsweise von kleinen Kindern könne schwerlich gelingen ohne eine Zeit der Gewöhnung an die Betreuungsperson. Zwei Erzieher, die dem Gremium in beratender Funktion angehören, unterstützten Gersemanns Sicht.

Von Joachim Dege

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