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Burgwedel Befund in Thönse: „Wolf nicht nachweisbar“
Umland Burgwedel Befund in Thönse: „Wolf nicht nachweisbar“
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00:18 08.07.2018
15. März am Ortsrand von Thönse: Wolfsberater Thomas Behling fotografiert den "Tatort". Quelle: Martin Lauber
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Thönse

Bis auf die Rippenbögen aufgefressen: So hatte am frühen Morgen des 15. März eine Thönserin auf einer Weide am nördlichen Ortsrand den kopflosen Kadaver einer Heidschnucke gefunden. Seitdem ist es einigen Dorfbewohnern mulmig zumute, wenn sie in diesem Bereich in der Feldmark unterwegs sind. Mittlerweile liegt vom Wolfsbüro des Landes Niedersachsen der offizielle Befund vor – dieser lautet: „Wolf nicht nachweisbar“. Aber man kann ihn auch nicht ausschließen.

Befund gibt keine zweifelsfreie Antwort

Einen Wolf hatte der zuständige Jagdaufseher Stephan Schmitz aus Thönse damals im Verdacht gehabt, den circa 1,30 Meter hohen Zaun übersprungen und das Tier gerissen zu haben. Aus Sicht des regional zuständigen Wolfsberaters Thomas Behling, der wenige Stunden nach dem Jagdaufseher am „Tatort“ war, sprach die Spurenlage eher gegen einen Wolf.

Proben, die Behling von der regelrecht zerfetzten Heidschnucke nahm, die der Eigentümer zwischenzeitlich schon von der Weide weggeholt hatte, sowie sein Protokoll und seine Fotodokumentation dazu hatte der ehrenamtliche Wolfsberater an das Wolfsbüro in Hannover gesandt. Von dort ging das Material zum Thönser Schadens-„Fall 653“ weiter ans Senckenberg-Institut im hessischen Gelnhausen. Bei der Untersuchung konnte das nationale Referenzinstitut für Wolfsgenetik keine Wolfs-DNA nachweisen. Weil solche Analysen sehr teuer seien, würden die Proben nicht auch auf andere Tier-DNA untersucht, etwa die von Hunden, erklärte auf Anfrage Bettina Doerr, Pressesprecherin des Wolfsbüros, das im Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz angesiedelt ist.

51-mal war es sicher der Wolf, 13-mal „definitiv nicht“

Was Doerr zufolge vor Ort festgestellt wurde: Der Zaun um die Weide der Heidschnuckenherde habe nicht die Richtlinien für „wolfsabweisenden Mindestschutz“ erfüllt. Dazu gehöre neben einer Mindesthöhe von 90 Zentimetern bei einem elektrifizierten oder 1,20 Meter bei einem mechanisch wirkenden Zaun auch –falls keine Herdenschutzhunde auf der Weide sind – ein Untergrabeschutz. „Der Wolf versucht, sich durchzugraben“, erläuterte die Pressesprecherin diese Vorschrift. Eine Ausgleichszahlung habe dem geschädigten Eigentümer nicht gezahlt werden könne.

„Wolf nicht nachweisbar“ – dieser Befund ist keine Ausnahme: Von den 109 Niedersachsen-weit gemeldeten Nutztier-Schadensfällen seit Jahresbeginn wurden insgesamt 11 in dieser Kategorie zu den Akten genommen. 51-mal wurde ein Wolf als Verursacher zweifelsfrei ermittelt, in 13 Fällen kamen die Fachleute zu dem Urteil: „definitiv kein Wolf“. Bei sieben Nutztier-Schäden, die erst gemeldet wurden, als Verwesung oder andere Tiere dem Kadaver schon zugesetzt hatten, war „keine Beurteilung möglich“. 27 Fälle sind laut Wolfsbüro noch offen.

Von Martin Lauber

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