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Burgwedel Runder Tisch nimmt Mietern Teil der Sorgen
Umland Burgwedel Runder Tisch nimmt Mietern Teil der Sorgen
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16:59 28.06.2018
Die beiden Mietshäuser aus den 60-er Jahren sollen neuen Wohnungskomplexen weichen. Quelle: Martin Lauber
Großburgwedel

Wo sie bleiben werden, wenn ihre schlichten Sechziger-Jahre-Mietshäuser an der Wiesenstraße abgerissen werden, das wissen die zwölf betroffenen Mietparteien auch nach dem Treffen mit dem Eigentümer der Anlage nicht, der sie durch moderne Neubauten ersetzen will. Immerhin aber die Zusage des Investors, bei der Suche nach einer neuen Wohnung zu helfen, hat Bauamtsleiter Oliver Götze als Moderator des Runden Tisches zu Protokoll genommen.

Ein Novum in der Burgwedeler Kommunalpolitik war es, als der Bauausschuss Ende Mai seine Zustimmung zur Änderung des betreffenden Bebauungsplans „Fuhrberger Straße Ost“ von der vorherigen Information der betroffenen Mieter durch den Investor abhängig machte. Die Mieter – überwiegend im Rentenalter und seit Jahrzehnten an der Wiesenstraße zuhause - hatten in der Sitzung zuvor von ihren Zukunftsängsten und von schlaflosen Nächten berichtet. Auf Wunsch des Ausschusses berief Götze den Runden Tisch ein.

Zu der nicht-öffentlichen Zusammenkunft im Rathaus war dann aber kein Kommunalpolitiker eingeladen. Heike Christensen, eine der langjährigen Mieterinnen, brachte das Ergebnis hinterher auf diesen Nenner: „Sie haben Hilfe angeboten, aber nichts versprochen. Wir sind genauso in der Schwebe wie vorher.“ Doch der Bauherr hatte nach eigener Aussage auch noch nichts Konkreteres mitzuteilen: „Heinz von Heiden wartet ab, bis das B-Plan-Verfahren endgültig abgeschlossen wird“, hieß es auf Anfrage. Für Ende des Jahres sei ein weiterer Termin in gleicher Runde vereinbart worden. Das Versprechen des Investors umriss Claudia Krause, Pressesprecherin des Bauunternehmens, so: „Die Mieter werden zum gegebenen Zeitpunkt bei der Suche nach geeigneten Wohnungen von uns persönlich unterstützt.“

Nach dem Eindruck von Götze hat das Treffen durchaus etwas gebracht. Vertreter von Heinz von Heiden hätten das geplante Projekt – 40 mit Tiefgaragen unterkellerte Wohnungen in drei Neubaukomplexen – in groben Grundzügen vorgestellt. Die Mieter, deren jetzigen Häuser dafür weichen sollen, hätten ihrerseits die Gelegenheit genutzt, deutlich zu machen, was ihnen an der bisherigen Informationspolitik des Unternehmens gefehlt hat, wie sehr sie die schwierige Lage auf dem Wohnungsmarkt bedrückt und was sie erwarten: auch nach dem Auszug bezahlbare Wohnungen, die durchaus kleiner als ihre bisherigen sein dürften, aber unbedingt in Zentrumsnähe liegen müssten.

Das Gespräch sei „sehr vernünftig im Ton“ verlaufen, sagte Carsten Tesch, der seine erkrankte Mutter am Runden Tisch vertrat. „Was ich ihr mitteilen konnte, hat sie beruhigt“. Nämlich: dass nichts von heute auf morgen passieren werde. Dass Heinz von Heiden zugesagt habe, seine Pläne künftig besser zu kommunizieren und die Mieter früher zu beteiligen. Und dass das Unternehmen, wenn das Neubauprojekt realisiert wird, dabei helfen wolle, Härtefälle für die Mieter der Abrisshäuser zu vermeiden.

Nach dem Runden Tisch will Bauamtsleiter Götze sich jetzt das Okay der Kommunalpolitik einholen für die öffentliche Auslegung des im Grundsatz bereits beschlossenen Bebauungsplans, der Planung und Bau von drei zweigeschossigen Wohnungskomplexen an der Wiesenstraße ermöglichen soll. An die Mieter appellierte der Bauamtsleiter am Runden Tisch, sich nicht bis zu einer Kündigung zurückzulehnen, sondern selbstständig auf die Suche nach einer neuen Wohnung zu begeben. Ebenfalls diskutiert wurde, ob sich die Mieter wegen des knappen Angebots an bezahlbarem Wohnraum in Großburgwedel an die Ratsfraktionen wenden sollten. Mieterin Heike Christensen ist dafür: „Die Politik sollte da mal in die Hufe kommen“, findet sie.

Von Martin Lauber

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