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Burgwedel Bauland am Mühlenfeld für CDU kein Tabu
Umland Burgwedel Bauland am Mühlenfeld für CDU kein Tabu
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18:14 26.09.2018
Ein Ehepaar bespricht vor dem zukünftigen Eigenheim den Bauplan. Aber ohne Geschosswohnungsbau wird sich nach Auffassung der meisten Gruppen im Rat der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Burgwedel kaum beheben lassen. Quelle: picture alliance / imageBROKER
Burgwedel

Nach heftigen Kontroversen in den letzten Monaten steuert die Burgwedeler Kommunalpolitik beim Thema Bauen und Wohnen jetzt offenbar auf Kompromisskurs. Die CDU-/FDP-Mehrheitsgruppe hat sich am Dienstagabend im Rat bereit erklärt, auch über neues Bauland für den Kernort Großburgwedel mit sich reden zu lassen, nachdem sie bisher neue Baugebiete zunächst nur in den Ortsteilen akzeptieren wollte.

Es war die sprichwörtliche ausgestreckte Hand: „Wir haben niemals ein endgültiges Nein formuliert“, erklärte Sebastian Müller, Vorsitzender der CDU-/FDP-Mehrheitsgruppe. Gemeint war damit das hoch umstrittene Nein seiner Fraktion vom Mai zum Ankauf einer 2,5 Hektar großen Fläche für ein neues Baugebiet an der Straße Am Mühlenfeld in Großburgwedel. Die Stadtverwaltung hatte damals den Handel unterschriftsreif vorbereitet. Dem aktuellen Antrag der Dreiergruppe SPD-WEB-Die Partei, für dieses Areal ein Wohngebiet auch mit Geschosswohnungsbau zu prüfen, erteilte die Ratsmehrheit am Dienstag keine Abfuhr, sondern stimmte einer Verweisung des Antrages in den Fachausschuss zu.

Umgekehrt bekam die CDU-/FDP-Gruppe Unterstützung von allen Seiten für ihren Vorstoß, dass alle Fraktions- und Gruppenvorsitzenden in einem ersten Schritt die „Kompromissmenge“ zum Thema Wohnungsbau ausloten sollen, um sich diesem dann anschließend öffentlich im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss zu widmen. Den Christ- und Freidemokraten geht es unter anderem um unbürokratischere Vergabekriterien für Bauland, die Förderung von Einliegerwohnungen und auch „vereinzelte Mehrfamilienhausprojekte“ in künftigen Baugebieten. Gleichzeitig bekräftigte Müller aber, dass für seine Gruppe der Einfamilienhausbau weiter im Mittelpunkt der Wohnraumgestaltung zu stehen habe und die Ausweisung neuen Baulandes sich grundsätzlich an den Grenzen der Kita- und Schulinfrastruktur orientieren müsse.

Die SPD hatte sich in einem in der letzten Woche veröffentlichten „wohnungsbaupolitischen Papier“ für „einen Schwerpunkt für Geschosswohnungsbau in Großburgwedel“ stark gemacht. Hans-Joachim Rödiger (SPD) begrüßte es in der Sitzung im Amtshof ausdrücklich, „dass Bewegung in das Thema“ komme. Dasselbe galt für die Unabhängigen, die allerdings festhielten, dass es vor dem Hintergrund des Mangels an preiswertem Wohnraum in Burgwedel nicht bedarfsgerecht sei, wenn der Hauptfokus weiterhin auf Einfamilienhäuser gelegt werde.

Die Grünen hatten genau nachgerechnet. Alle aktuell geplanten Baugebiete in den Ortsteilen zusammen brächten mit ihren insgesamt 12,8 Hektar zwar eine gewisse Entlastung, sagte Fraktionschef Heinz Visel. Aber ohne Wiederbelebung des „praktisch zum Erliegen gekommenen Baus von Mehrfamilienhäusern“ insbesondere im Kernort Großburgwedel sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen nicht zu beheben. Dieser sei schädlich auch für den Wirtschaftsstandort, weil neue Firmenmitarbeiter vor Ort keine Wohnungen fänden.

Visel regte eine Selbstverpflichtung für Rat und Verwaltung an, künftig bei allen Planungen Geschosswohnungsbau zu berücksichtigen. Dabei solle ein Anteil von 20 Prozent eher die untere Grenze sein, um den Bedarf zu befriedigen. Würde diese Mindestquote angelegt, gingen gerade mal zwei Hektar reine Baufläche für Einfamilienhäuser verloren, ohne dass in einem einzigen der Baugebiete der Mehrfamilien- oder Reihenhausbau dominieren würde.

Wie die Anträge von CDU/FDP und SPD-WEB-Die Partei wurde auch der Grünen-Antrag zur weiteren Beratung einstimmig in den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss überwiesen.

Von Martin Lauber

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