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Burgwedel Hilfetelefon bei häuslicher Gewalt
Umland Burgwedel Hilfetelefon bei häuslicher Gewalt
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14:31 05.12.2018
Hier gibt es Hilfe: Die Gleichstellungsbeauftragte Ilinda Bendler bringt einen Aufkleber für das Hilfetelefon an. Quelle: Thomas Oberdorfer
Burgwedel

 „Wir wollen Mut damit machen, Hilfe in Anspruch zu nehmen und der Spirale der Gewalt zu entkommen“, sagt der Burgwedeler Bürgermeister Axel Düker. Seit wenigen Tagen kleben, gut sichtbar im Bereich der Handwaschbecken, auf den Toiletten des Rathauses orangefarbene Aufkleber mit der Telefonnummer des bundesweiten Hilfetelefons gegen „Gewalt gegen Frauen“. Die Idee zu der Aktion stammt von der Gleichstellungsbeauftragter Ilinda Bendler,

Mit dem Slogan „Du bist nicht allein“ informiert der Aufkleber über Hilfemöglickeiten. Die wichtigste ist das Telefon. „Unter der Rufnummer (0800) 0 116 016 bekommen alle Hilfe, die von häuslicher Gewalt betroffen sind“, sagt Bendler. Und weiter: „Ob Gewalt in der Partnerschaft, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel – das Hilfetelefon steht betroffenen Menschen rund um die Uhr kostenfrei zu allen Formen von Gewalt zur Seite. An 365 Tagen im Jahr“, erklärt sie. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich und ist in 17 Fremdsprachen möglich.

Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Für die Stadt Burgwedel wäre dies „Ophelia“ in der Langenhagener Ostpassage 9. Auch Bekannte, Angehörige und Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" wenden. „Und es können sich auch Männer bei dem Hilfetelefon melden“, erklärt Bendler. „Sie sind zwar nur in sehr wenigen Fällen betroffen, aber diese gibt es durchaus.“ Aus diesem Grund hat die Gleichstellungsbeauftragte die Aufkleber auch auf den Herrentoiletten im Rathaus anbringen lassen.

Dass diese Hilfe bitter nötig ist, zeigt ein Blick in die Statistik der Polizeidirektion Hannover. Im Zuständigkeitsbereich der Behörde wurden im vergangenen Jahr 4183 Straftaten in dem Bereich Häusliche Gewalt registriert. „In 2018 bewegen sich die Zahlen auf einem gleichbleibenden Niveau“, sagt Sina Petz, aus dem Präventations-Dezernat der Polizeidirektion. Hinzu kommen eine Vielzahl weiterer Fälle. Zumeist sind dies familiäre Streitereien, die hinzugerufene Beamte schlichten konnten, ehe es zu einer Straftat kam. Und auch in Burgwedel kommt es immer wieder zu Fällen von häuslicher Gewalt. „Im vergangenen Jahr hatten wir 23 Fälle“, sagt Ralf-Emil Bahn, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes im Polizeikommissariat Großburgwedel.

Auch die Stadt Burgwedel positioniert sich seit Jahren zum Thema häusliche Gewalt. Ein Runder Tisch bietet Austausch und Vernetzung für Fachkräfte aus den Kommunen Burgwedel, Isernhagen und der Wedemark. Dreimal jährlich treffen sich die Mitglieder, sprechen Aktionen und Projekte ab.

Die Gleichstellungsbeauftragte will nun weitere Burgwedeler mit ins Boot holen. „Wir suchen Institutionen, aber auch Geschäfte und Restaurants, die bereit sind, mit den Aufklebern in ihren Häusern Wege aus der Gewalt aufzuzeigen. Die Aufkleber können entweder über die Internetseite des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben „www.hilfetelefon.de“ bestellt oder direkt im Burgwedeler Rathaus abgeholt werden. Gleich im Foyer des Hauses liegen sie in einem Regal mit weiteren Info-Materialien aus.

Von Thomas Oberdorfer

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