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Burgwedel SPD diskutiert über Pflicht einer Organspende
Umland Burgwedel SPD diskutiert über Pflicht einer Organspende
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00:21 10.03.2019
Martin Wrasmann am Rednerpult, Andreas Vietgen (von links), Dr. Thela Wernstedt, Dr. Sven Schwabe, Andreas Hammerschmidt und Ruth Denkhaus diskutieren zur Organspende. Quelle: Jürgen Zimmer
Großburgwedel

Etwa 10.000 Menschen warten bundesweit auf eine Organspende – ihnen standen im vergangenen Jahr allerdings nur 955 Spender gegenüber. Angesichts dieser Diskrepanz hatte Gesundheitsminister Jens Spahn im Februar einen Gesetzentwurf vorgelegt, auf dessen Grundlage die Zahl der Organspender wieder steigen soll. Diese Diskussion nahm die SPD Großburgwedel am Mittwochabend im Amtshof zum Anlass für eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema Organspende.

Spahn Vorschlag sieht unter anderem vor, den Transplantationsbeauftragten in Kliniken mehr Zeit zu geben und Krankenhäuser für Organspenden besser zu bezahlen. Zudem hatte der CDU-Politiker sich für eine doppelte Widerspruchslösung aus: Jeder könne sich dagegen entscheiden, zudem würden – im Falle eines fehlenden Widerspruchs – die Angehörigen gefragt.

Andreas Vietgen, Seelsorger an der Medizinischen Hochschule Hannover, Thela Wernstedt, Palliativärztin und SPD-Landtagsabgeordnete Niedersachsen, Andreas Hammerschmidt, Arzt und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Niedersachsen, Ruth Denkhaus, Referentin am Zentrum für Gesundheitsethik und Martin Wrasmann, Pastoralreferent in der Katholischen Pfarrei St. Alfried, bildeten das qualitativ gut besetzte Podium für 45 Besucher interessiert folgten. Durch die Diskussion führte Sven Schwabe, Referent am Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen.

Pro oder kontra Widerspruchslösung, Bürgerpflicht, ja oder nein? Den Rahmen der Diskussion steckten Wrasmann und Vietgen ab. Dabei stellte der Pastoralreferent die moralische Verpflichtung zur Organspende jeden Einzelnen in den Vordergrund und verwies darauf, dass seine Tochter bereits zweimal eine Organspende erhalten haben. „Ohne gesellschaftlichen Druck geht es nicht“, ist seine Meinung. In Ländern wie Frankreich, Spanien, Niederlande oder Italien gilt die Widerspruchslösung: Jeder Bürger ist danach Organspender, es sei denn, er widerspricht ausdrücklich.

Vietgen argumentierte dagegen und meinte, der Wille des Patienten und dessen Angehörigen stehe an erster Stelle. Auch Denkhaus sprach sich gegen die Widerspruchslösung aus: Es gebe nicht nur eine moralische Ebene, sondern auch eine rechtliche, gesellschaftliche und ethische. Wernstedt erläuterte, wie eine Organspende in der Praxis aussieht und wies auf die ohnehin schwierige Situation für alle Beteiligten hin.

Eine kontroverse Debatte entspann sich über die Frage, ob nur der zum Empfänger werden kann, wer auch zum Spenden bereit sei. Dafür blieb den Podiumsteilnehmern durchaus Zeit, denn aus dem Publikum kamen nur wenige konkrete Fragen. Dazu gehörte jene nach einer Altersgrenze des Spenders. Generell gibt es keine, so die Antwort, das richtet sich allein nach dem Gesundheitszustand des Spenders.

Von Jürgen Zimmer

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