Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgwedel Senioren feiern Fasching bei der AWO
Umland Burgwedel Senioren feiern Fasching bei der AWO
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:29 08.02.2019
Mit Songs wie "Die kleine Kneipe" und "Tulpen aus Amsterdam" sorgen die Lustigen Oldies für Stimmung. Quelle: Gabriele Gerner
Kleinburgwedel

„Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann!“, singt Jutta Cutrone von den Lustigen Oldies aus Langenhagen, und die Zuhörer in Kleinburgwedel klatschen begeistert mit. Rund 40 Frauen und Männer eröffneten am Donnerstagnachmittag die Faschingssaison in Burgwedel, das nicht gerade als Karneval-Hochburg gilt. Zur Party eingeladen hatte die örtliche Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Im Haus der Kirche feiern rund 40 Männer und Frauen eine ausgelassene Faschingsfeier, musikalisch befeuert von den Lustigen Oldies aus Langenhagen.

„Ich bin begeistert, dass so viele gekommen sind“, freut sich die AWO-Vorsitzende Edith Rieckenberg. Gefragt nach dem ungewöhnlichen Termin der Feier – Rosenmontag ist ja erst in dreieinhalb Wochen – antwortet sie: „Unser Seniorennachmittag findet immer am ersten Donnerstag im Monat statt. Der nächste wäre dann der Tag nach Aschermittwoch. Da könnten wir nun wirklich nicht mehr Fasching feiern.“

Eher pragmatisch ist auch die Einstellung der Gäste zum Thema Fasching. Als ausgemachter Karneval-Fan will sich kaum jemand outen. Die 94-jährige Erika Deichmann, die eine Funkenmariechen-Kappe trägt, bekennt sich allerdings klar zu ihren karnevalistischen Wurzeln: „Ich bin ein Mainzer Mädel.“ Entsprechend sei auch der Hut bereits häufiger bei diesen Feiern im Einsatz gewesen, weiß ihre Tischnachbarin Hildegard Seeger zu berichten. 22 Jahre lang hatte Erika Deichmann die AWO-Nachmittage geleitet. Deshalb sind die Treffen auch heute noch wichtige Termine für sie.

„Ich komme hierher, weil es angeboten wird. Das ist ganz nett, um Bekannte zu treffen. Aber Fasching müsste ich nicht unbedingt haben“, bekennt hingegen Hans-Wilhelm Walter. Doch einen Cowboy-Hut hat er immerhin aufgesetzt, um ein wenig in Karnevalsstimmung zu kommen. Regelmäßig unterstützt er die Aktiven der AWOo beim Aufbau, deshalb sind ihm die meisten Gesichter vertraut. Seine Tischnachbarin Heide Pieper, die im Haus der Kirche Teufelshörner auf dem Kopf trägt, sagt: „Es ist hauptsächlich wichtig, dass man sich unterhält und Neuigkeiten mitbekommt.“

„Bei AC/DC und Elvis gehe ich richtig ab!“

Die Geselligkeit steht auch für Erika Redemann ganz oben an. „Lediglich an Rosenmontag schaue ich mir die Karnevalszüge in Köln und Düsseldorf im Fernsehen an“, nennt sie ihren sonst einzigen Bezugspunkt zum Fasching. Zusammen mit Edith Westphal geht sie seit vielen Jahren regelmäßig zu den AWO-Treffen und freut sich, dort Bekannte zu treffen. Zusätzlich besuchen beide auch Veranstaltungen des DRK, die dessen Vorsitzende Hannelore Will auf die Beine stellt. Die 71-jährige Will hat sich mit Sonnenbrille, schwarzem Hut, schwarzer Krawatte und dunklem Sakko als „Blues Brother“ verkleidet. Sie erzählt vom AC/DC-Konzert in Berlin, das sie mit ihren Söhnen besucht hat. „Wenn ich im Auto AC/DC oder Elvis Presley höre, gehe ich richtig ab!“, sagt sie lachend.

Doch auch die alten Schlager, die die in gepunktete Petticoats gekleideten Lustigen Oldies aus Langenhagen singen, treffen ihren Geschmack. Gassenhauer wie „Rosamunde“, „Die kleine Kneipe“ und „Tulpen aus Amsterdam“ sorgen für strahlende Gesichter und wippende Füße. Die Refrains werden mitgeklatscht und -gesungen. Bei dem Lied „By the Rivers of Babylon“, vorgetragen von Peter White, erinnert sich Heide Pieper an vergangene Zeiten: „Der Sänger von Boney M. hat hier mal mit seiner Familie gewohnt.“

„Einfach spitze!“, findet Erika Redemann die Musik. Edith Westphal lacht schallend bei den Witzen, die die Lustigen Oldies zwischen ihren Songs vortragen. Gut kommen auch die Orgelklänge von Gernot Domres an, der die neunköpfige Frauentruppe der Lustigen Oldies begleitet. Edith Rieckenberg und Elke Krüger vergessen nicht, die Geburtstagskinder der vergangenen Wochen zu beglückwünschen und verteilen an sie Rosen. Und die Lustigen Oldies singen ein Geburtstagslied dazu.

Als alle Gäste ihren Kaffee ausgetrunken und die süßen Berliner und den Kuchen aufgegessen haben, räumen die AWO-Aktiven das Kaffeegedeck ab und stellen die Schnapsgläser auf die mit Luftschlangen geschmückten Tische. Zwei ältere Herren gehen herum und bieten Jägermeister und Kirschlikör an. Die meisten Senioren sagen da nicht Nein und schunkeln anschließend zum Niedersachsen-Lied. „Für erdverwachsene Niedersachsen ist die Stimmung doch ganz gut“, lautet das Fazit eines Besuchers.

Von Gabriele Gerner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Würmsee werden derzeit die nächsten drei Teile des Erlebnispfades aufgebaut. Damit ist er fast komplett. Während manche das Projekt loben, gibt es im Internet auch kritische Stimmen.

07.02.2019

Augenscheinlich zu weit auf die Gegenfahrbahn geriet auf der L381 ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug und touchierte dabei ein entgegenkommendes Auto. Der Außenspiegel des anderen Wagens ging dabei zu Bruch.

07.02.2019

Glück gehabt: Nach der Attacke eines Pitbull wurde eine Frau in Großburgwedel nur leicht verletzt. Sie hatte versucht ihren eigenen Hund zu schützen.

07.02.2019