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Burgwedel Diesen Sinnesgarten gibt es nur einmal
Umland Burgwedel Diesen Sinnesgarten gibt es nur einmal
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00:20 16.09.2018
Das Baumstamm-Mikado ist was für Gleichgewichtskünstler. Quelle: Martin Lauber
Großburgwedel

Die Autoreifen, über die sie flink wie eine Gemse auf den Gras-bewachsenen Sandstein-Hügel kraxeln kann, liebt Tessa am meisten. Und Theo die Rutsche, über die es wieder bergab geht. Letty und Viv dagegen hängen am liebsten gemeinsam in der Nestschaukel ab. Von ihrem „Garten“ sprechen die St.-Petri-Kinder jetzt, während Kita-Chefin Christiane Kolter auch der noch wohlklingendere „Sinnesgarten“ nicht zu umständlich ist. Dieser ersetzt seit wenigen Tagen den früheren Spielplatz, dessen morsch gewordenen konventionellen Spielgeräte von Dekra-Prüfer im Frühjahr 2017 aus Sicherheitsgründen stillgelegt worden waren.

Der naturnahe Sinnesgarten, der den alten Spielplatz des Großburgwedeler St.-Petri-Kindergartens ersetzt, ist ein Einzelstück. Die Kinder haben ihn begeistert in Besitz genommen.

Als dann letztes Jahr am Wochenende vor Pfingsten Kita-Eltern in einem ehrenamtlichen Großeinsatz Tabula rasa machten auf dem Gelände hinter der Kita am Küstergang, da wussten alle Beteiligten schon ziemlich genau, wofür sie Platz schafften. Das Erstaunliche ist, dass 15 Monate später tatsächlich jene durch ein geschwungenes Wegesystem gegliederte Spiellandschaft Eins zu Eins Realität geworden ist, wie sie damals auf den Entwurfszeichnungen im Kita-Foyer zu bewundern war. Das Copyright für den „Sinnesgarten“ mit seinem Baumstamm-Mikado, mit Kletterwand und Kletterhaus, den Naschecken mit Beerensträuchern und mit einem Sandstein-Thron im Bambushecken-Versteck dürfen Eltern, Kita-Personal, Kinderrat und Kirchenkreis-Planerin Eva Brandes-Saecker gemeinsam für sich beanspruchen.

Das Gelände ist kaum wiederzuerkennen. Die in zwei Farben gepflasterte Terrasse ist großzügiger geworden und umfließt in organischer Wellenform den Flachdachbau. Auf einem zweiten Hügel rinnt das Schwengelpumpenwasser durch Hand-behauene Sandsteinbecken, die während der laufenden Arbeiten bei Ebay „geschossen“ wurden. Es gibt ein Gewächshaus und kleine, von Kindern gelegte Mosaike im Pflaster. Und der Baumstamm, auf den Plastiksitze in Reihe festgeschraubt sind, ist für einen Teil der Kinder ein Flugzeug, die anderen nehmen in einem Bus Platz. Tja, die Fantasie.

Bis auf eine große Doppelschaukel stammt nichts aus dem Katalog. Die Dekra hat alle Stationen auf Sicherheit gecheckt und abgesegnet – das große Baummikado, auf dem balanciert werden kann, ebenso wie den Kletterberg. Nur an den Sandsteinen mussten die Kanten abgerundet werden. Und natürlich wurde, berichtet Kita-Chefin Kolter, in den Gruppen ausführlich über einige wenige Tabus gesprochen. Eine Konsequenz der abenteuerlichen Spielangebote ist allerdings, dass die Krippenkinder den „Ü-3-Bereich“ namens Sinnesgarten, in dem die Großen sich frei austoben dürfen, in der Regel nur unter Aufsicht nutzen sollen.

Vom ersten Tag der Sommerferien bis Ende vergangener Woche ist das Areal von der hannoverschen Garten- und Landschaftsbaufirma Janisch modelliert, bepflanzt und möbliert worden. Weil vier Fünftel der Gesamtkosten in Höhe von rund 100.000 Euro die Stadt Burgwedel übernommen hat, durfte am Stadtfest-Sonntag außer Pastorin Bodil Reller auch Bürgermeister Axel Düker mit einem Scherenschnitt durch ein Absperrband die Spiellandschaft symbolisch eröffnen. Außer dem Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen als Kita-Träger haben auch die Bingo-Stiftung, der EdelMut-Laden und einige weitere Spender die Lücke geschlossen.

Von Martin Lauber

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