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Burgwedel 50 Jahre in der SPD – Jagau ehrt Arndt
Umland Burgwedel 50 Jahre in der SPD – Jagau ehrt Arndt
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00:16 10.12.2018
Vom Präsidenten zum Ex-Präsidenten: Regionschef Hauke Jaguar (links) heftet seinem Vorgänger Michael Arndt die Parteinadel der SPD ans Revers. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

 „Wir sind im Jahr 1968 angekommen. Heute gilt es die Mitglieder zu ehren, die vor 50 Jahren und damit in bewegten Zeiten in die SPD eingetreten sind“, sagte der Jochen Rödiger, der ehemalige Burgwedeler Parteichef und jetzige Mitgliederbeauftragte im Vorstand. Darunter ist auch ein richtig prominenter Genosse – der Ex-Regionspräsident Michael Arndt. Für ihn gab es am Donnerstagabend im Gasthaus Am Markt die goldene Parteinadel und dazu eine Ehrenurkunde.

Studentenproteste in Berlin, das Attentat auf Rudi Dutschke, die Notstandsgesetze und die Niederschlagung des Prager Frühlings – Rödiger ließ das Jahr, in dem Michael Arndt in die Partei eingetreten war, vor rund 40 Mitgliedern noch einmal Revue passieren. Und auch Hauke Jagau nahm das Thema in seiner Laudatio auf Arndt gleich wieder auf. „Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahren, es war die Zeit des Wandels, in der Gesellschaft und in der Partei“, sagte der Regionspräsident. Er übernahm sein heutiges Amt 2006 aus den Händen von Michael Arndt. Da hatte der Jubilar bereits eine bewegte politische Karriere hinter sich.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen und Freiburg, ging er 1972 als Dezernent nach Lüneburg. Die weiteren Stationen: 1975 Referent im Kultusministerium, dann Referent im Niedersächsischen Landtag. 1981 der Wechsel zum damaligen Landkreis Hannover, zuerst als Dezernent und dann 1999 als Landrat. Ab 2001 war Arndt dann der erste Regionspräsident der neu gebildeten Region Hannover. Aber auch in der SPD in Großburgwedel war er aktiv. „Anfang der 80er Jahre leitete er den Ortsverband“, erinnerte sich der heutige Parteichef und Burgwedeler Regionsabgeordnete Andreas Strauch an seine Anfänge in der SPD. „Ich habe damals mein Parteibuch von Michael übergeben bekommen.“ Und wie schafft man 50 Jahre in der SPD? „Da muss der liebe Gott mitmachen und man muss eine gewisse Leidensfähigkeit haben“, sagte Arndt mit einem Augenzwinkern in der Veranstaltung.

Doch nicht nur Michael Arndt wurde geehrt: Mit Lothar Urban und Jürgen Schümer erhielten zwei weitere Genossen goldenen Parteinadeln und Ehrenurkunden, ebenfalls für 50 jahre Mitgliedschaft in der Partei. Urban war viele Jahre ehrenamtlich in der Kommunalpolitik unterwegs. Zusammengerechnet 38 Jahre im Ortsrat Wettmar und im Burgwedeler Stadtparlament. Außerdem war er auch stellvertretender Ortsbürgermeister von Wettmar. Obendrein hatte er auch noch „lange Zeit den wichtigsten Job in der Burgwedeler SPD inne. Als Kassierer kümmerte er sich um die Finanzen und dank ihm sind die in Ordnung“, erklärte Strauch. Und auch der dritte Jubilar war in der Kommunalpolitik aktiv. Schümer wurde 1974 und 1976 jeweils in den Burgwedeler Gemeinderat gewählt.

Nachgefragt. Drei Fragen an den Ex-Regionspräsidenten Michael Arndt


Warum tritt ein Student mitten in der Studentenbewegung in die SPD ein?

Brandt, Bahr und Wehner – die SPD hatte damals wirklich starke Persönlichkeiten. Das waren Vorbilder. Deren Ostpolitik war für mich letztlich der Grund in die Partei einzutreten.

Was war für Sie der schönste Moment in der Partei?

Ob es auch der schönste war, dass weiß ich jetzt nicht, auf jeden Fall war es der emotionalste Moment. Wir haben gemeinsam mit Parteifreunden 1972 den Misstrauensantrag gegen Willy Brandt am Fernseher verfolgt. Als der dann scheiterte, war das Freude pur. Wir haben uns in den Armen gelegen.

50 Jahre SPD ist eine lange Zeit, Sie haben viel Erfahrung. Haben Sie einen Tipp für die derzeit Parteispitze?

Die SPD leidet an mangelndem Selbstbewusstsein. Wenn man etwas für richtig hält, dann muss man auch dazu stehen. Wir bräuchten ein gerades Kreuz. Ich sage dies gerade auch in Hinblick auf die Hartz IV-Reformen. Man darf nicht immer wieder alles in Frage stellen.

Von Thomas Oberdorfer

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