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Burgwedel Bachs Weihnachtsoratorium in St. Paulus
Umland Burgwedel Bachs Weihnachtsoratorium in St. Paulus
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14:18 03.12.2018
Bachs Weihnachtsoratorium beschert Besucher in St. Paulus Hochgenuss Quelle: Jürgen Zimmer
Großburgwedel

  Gleich zwei Chöre und ein Orchester gestalteten Bachs Weihnachtsoratorium: TotalVokal aus Wettmar und Canta Nova aus Hannover fanden sich zu einer harmonischen Choreinheit, und zusammen mit L´Arco, einem von der Fachwelt hochgeschätzten Klangkörper, boten sie am Sonntagabend die Kantaten eins bis drei des anspruchsvollen Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach in der St. Pauluskirche in Großburgwedel dar, in der auch der vielbeschriebene letzte Platz besetzt war.

 Bachs gewaltiges Opus ist der Inbegriff des Jubels über die Geburt Jesus – und ein Beispiel dafür, wie aus einem bestehenden Kunstwerk ein neues, anderes wird. Das nennt man in der Fachsprache Kontrafaktur. Der gute Sebastian hat nämlich ein wenig getrickst. Gleich die Eröffnung des Chores in Teil 1, jauchzet, frohlocket, war einmal eine profane Glückwunschkantate an eine Dame der Gesellschaft. Und der Kunstgriff, auch ein Oratorium mit einem Paukensolo zu eröffnen, hat dem Meister des Barocks bei der Uraufführung 1734 in Leipzig sicherlich diebische Freude bereitet. Pauken und Trompeten, die Insignien weltlichen Königtums, hat Bach sinngemäß dem König der Christen übertragen. Heute hat diese Eröffnung einen Wiedererkennungswert sondergleichen.

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augusto ausging, dass alle Welt geschätzt würde“, ist der bekannte Text des ersten Rezitativs, dass die Geschichte des Heilands erzählt. Und man erfährt weiter, dass Maria kurz vor der Geburt steht, als sie und ihr Mann Josef Bethlehem erreichen.

Als dann Maria ihr Kind unter nicht gerade komfortablen Umständen in einem dunklen, miefigen Stall gebar, und ihr Jupp nicht wirklich eine Hilfe war, gab es noch keine Christen. Engel und Hirten verkünden die Geburt Jesu. Das beschreibt der zweite Teil des Oratoriums. Beginnend mit einem reinen Orchestersatz wird der Dialog zwischen Hirten und Engelschören beschrieben. Im dritten Teil wird die Anbetung der Hirten besungen. Für die Rezitative waren die Profis Sophia Körber, Anna Schaumlöffel, Florian Lohmann und Steffen Henning verantwortlich. Stürmischer, gar enthusiastischer Applaus waren Lohn und Ansporn für alle Akteure.

Eine solche Produktion kostet viel Geld und ist nur mit großzügigen Sponsoren machbar. Die Glaxo Wellcome Stiftung Burgwedel, Volksbank und Sparkasse sowie viele weiter Geldgeber ermöglichten das Konzert zu mäßigen Eintrittspreisen.

Von Jürgen Zimmer

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