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Burgwedel 36-Jähriger leitet seine alte Grundschule
Umland Burgwedel 36-Jähriger leitet seine alte Grundschule
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00:17 05.08.2018
Der neue Rektor Nils Thönnessen in seinem allerersten Klassenzimmer im Obergeschoss der Grundschule Großburgwedel. Quelle: Martin Lauber
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Großburgwedel

 Er mag den Charme des ehrwürdigen Schulgebäudes in der Stadtmitte, der all den Modernisierungen getrotzt hat. Nils Thönnessens erstes Klassenzimmer war unterm Dach. Dass das Lehrerzimmer genau einen Stock darunter lag, hatte er nach all der Zeit nicht mehr gewusst. Überhaupt gab es bei der ersten Führung mehr unbekannte Räume, als er erwartet hatte. Genau 30 Jahre ist es her, dass der neue Rektor der Grundschule Großburgwedel als Erstklässler im Mitteldorf eingeschult wurde.

Der heute 36-Jährige löst Juliane Parow ab, die vor den Sommerferien nach elf Jahren als Rektorin in den Ruhestand gegangen ist. Parows Vorgänger war noch Thönnessens Sportlehrer gewesen – und muss seine Sache gut gemacht haben. Denn sein Schüler schloss sich früh der Turnerschaft an, machte den Jugend- und dann den Übungsleiterschein und kümmerte sich um eine Kinderturngruppe. Der heutige TSG-Chef „Uli Appel hat mich sehr gefördert“, erinnert sich Thönnessen. Dieses Ehrenamt habe sein Interesse an der Pädagogik geweckt. Aber auch im Schwimmverein und bei der Evangelischen Jugend von St. Petri mischte der gebürtige Großburgwedeler mit, er spielte als Gymnasiast in der Theater-AG von Wolfgang Grüne den Hauptmann in Büchners Woyzeck - und ein paar Jahre lang in einer Rockband. Sogar ein Jahr Gesangsunterricht gönnte er sich.

Dem Deutsch-, Mathe- und Sportstudium an der TU Braunschweig folgten zehn Jahre als Lehrer an der Haupt- und Realschule in Verden, an der er zuletzt vertretungsweise didaktischer Leiter war. Dass der Pädagoge nebenbei bei den Gandersheimer Domfestspielen als Darsteller mitwirkte und eine Grundausbildung als Feuerwehrmann und Atemschutzgeräteträger absolvierte, hat wohl damit zu tun, „dass ich so ein Mensch bin, der immer gerne über den Tellerrand guckt“.

Rektorenposten sind nicht gerade begehrt in Niedersachsen: Viel Verantwortung und noch mehr Arbeit für nicht kaum mehr Gehalt. Aber als die Chefstelle an der Grundschule Großburgwedel ausgeschrieben wurde, hatte Thönnessen das sichere Gefühl, dass er es eines Tages bereuen würde, wenn er sich nicht bewerben würde. Alles habe gestimmt: Die Schule mit ihren rund 360 Schülern sei weder zu klein, noch zu groß. In der Praxis bedeutet das, dass er als Rektor elf Stunden Unterricht pro Woche erteilen kann, was ihm sehr wichtig ist. „Richtig Lust“ habe er aber auch auf die Gespräche im Team, das ihn sehr freundlich aufgenommen habe, und mit den Eltern, bekennt der Großburgwedeler. Und, mal ganz ehrlich: Ein bisschen habe er auch immer in Richtung Heimat geschielt.

Und wie wünscht der Neue sich „seine“ Schule? „Ich möchte, dass Schüler angstfrei in die Schule kommen“, das ist das erste, was dem Rektor zu der Frage einfällt. Und er ergänzt seine Wunschliste: „... und dass sie lachen und strahlend von der Schule erzählen.“ Für das Kollegium bestehe die Herausforderung darin, „dass wir ihr Interesse wecken und dass ihre Neugierde erhalten bleibt“ – da blitzt der Tausendsassa Thönnessen durch. Sicher habe er Vorstellungen von einer idealen Schule, sagt der 36-Jährige. Aber es sei Sache des ganzen Teams, zwischen den curricularen Vorgaben „das Beste für unsere Schüler“ zu tun. Dazu gehöre, so Thönnessen, „dass wir uns immer wieder selbst infrage stellen.“

Von Martin Lauber

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