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Burgwedel Avacon verlegt 20.000 Volt-Leitung durch den Wald
Umland Burgwedel Avacon verlegt 20.000 Volt-Leitung durch den Wald
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00:18 11.10.2018
Mit Wasser wird der Weg für die Leerrohre freigespült. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel/Thönse

Mit der Ruhe ist es in dem kleinen Wäldchen zwischen Großburgwedel und Thönse vorerst vorbei. Zumindest von montags bis freitags. Statt Vogelgezwitscher dröhnt derzeit der Lärm eines stattlichen Maschinenparks aus dem Wald. Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Hoya sind damit beschäftigt Rohre für Stromkabel und Datenleitungen zu verlegen. Sind die Kabel eingezogen und angeschlossen, sollen sie das Netz des Energieversorgers Avacon verstärken.

Hier fließen demnächst 20.000 Volt. Der Helmstedter Energieversorger Avacon lässt zwischen Großburgwedel und Thönse neue Stromkabel verlegen.

„Der Energiebedarf im Bereich Burgwedel steigt stetig an“, sagt Avacon-Sprecher Ralph Montag. „Vor allem Gewerbebetriebe benötigen mehr Strom. Noch würden unsere Leitungen zwar ausreichen, aber wir brauchen Reserven für die Zukunft“, begründet er die laufende Netzverstärkung.

Diese soll nun eine neue 20.000 Volt-Leitung vorhalten. Sie wird vom Umspannwerk Burgwedel in Thönse nach Großburgwedel geführt. Dabei teilt sie sich unterwegs noch einmal auf. Eine Leitung versorgt die neue Trafostation „Am Flöth“, eine zweite zu den Trafo „Bruchholzwiesen“. In den beiden Stationen wird der vom Umspannwerk gelieferte Strom auf 400 beziehungsweise 230 Volt transformiert. Dieser versorgt dann in den umliegenden Straßen Haushalte und Gewerbebetriebe. Zum Umspannwerk in Thönse führt übrigens eine ganz dicke Leitung. Es ist an das 110.000 Volt Avacon-Netz angeschlossen.

Zwei Verlegungstechniken

Die Leitung zwischen Großburgwedel und Thönse wird mit zwei verschiedenen Techniken verlegt. In der freien Feldmark hebt ein Bagger einen 1,20 Meter tiefen und gut 50 Zentimeter breiten Graben aus, der dann die Rohre aufnimmt. Das ist Standard und wird überall dort angewendet, wo es genügend Platz gibt und nicht mit Hindernissen im Boden gerechnet werden muss. Wesentlich spannender ist es in den Waldstücken. Das Wurzelwerk der Bäume lässt das Ausheben von Gräben nicht zu. Ein Maschine treibt mit einem großen Bohrkopf und viel Wasser einen Kanal in 2,5 Meter Tiefe durch den Waldboden. Der nimmt dann in einem weiteren Arbeitsschritt die Leerrohre für die Kabel auf.

Die Stromleitungen werden bereits in den kommenden Tagen in die Rohre eingezogen. Die 20.000 Volt fließen dann durch armdicke Aluminiumkabel. Die sind in ihrer Leitfähigkeit zwar geringfügig schlechter als solche aus Kupfer, dafür aber „betriebswirtschaftlich wesentlich günstiger“, begründet Montag die Materialauswahl. Daneben wird auch eine Datenleitung in das dafür vorgesehen Rohr eingezogen. Wer jetzt jedoch in Großburgwedel oder Thönse auf schnelleres Internet hofft, der wird enttäuscht. Das Datenkabel dient Avacon vorerst nur für interne Steuerungsaufgaben. Aber: „Es ist groß genug dimensioniert. Sollte ein Netzbetreiber Interesse haben, könnte er sicher Bandbreite mieten“, erläutert der Sprecher des Energieversorgers.

Ende Oktober – so die Planungen von Avacon – sollen die Leitungen zwischen Großburgwedel fertig verlegt sein. Es folgen letzte Tests und für dieses Jahr kündigt Montag an, wird der erste Strom durch die neuen Leitungen fließen. Und das ganz geräuschlos. In dem kleinen Wäldchen wird dann wieder Ruhe einkehren und statt Maschinen wird man dort wieder die Vögel zu hören sein.

So kommt das Kabel in den Boden

Lässt sich von oben mit einem Bagger kein Schacht ausheben, dann treibt eine Bohrmaschine in 2,50 Meter Tiefe einen Kanal für Kabel und Leitungen durch den Boden. Das erfolgt in drei Schritten. Zuerst wird mit einer Bohrung der Weg für den Kabelkanal festgelegt. Ein Mitarbeiter kann dabei den Bohrkopf mittels einer Funkverbindung im Erdboden steuern.

Im zweiten Schritt wird dann der Kanalweg mit dem Bohrer aufgeweitet. Anschließend zieht die Maschine die Leerrohre in den Boden ein. Der Vorteil dieses Verfahrens: Sowohl Bohrgestänge als auch die Kanäle aus Polyethylen sind flexibel. „Sollte einmal eine Baumwurzel oder ein großer Stein den Weg versperren, dann können wir diese umgehen und Kanal und Kabel daran vorbeiführen ohne den Boden öffnen zu müssen“, erklärt Jörg Wienberg, Mitarbeiter der derzeit zwischen Großburgwedel und Thönse tätigen Spezialfirma aus Hoya. tob

Von Thomas Oberdorfer

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