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Burgwedel Kunstwerk am Würmsee aufgestellt
Umland Burgwedel Kunstwerk am Würmsee aufgestellt
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10:13 03.12.2018
Das erste Kunstwerk am Würmsee steht: Die Künstlergruppe LandArt baut ihre Installationen auf. Quelle: Thomas Oberdorfer
Kleinburgwedel

Sie sehen aus wie riesige Vogelnester oder sind es doch Behausungen für ganz andere Geschöpfe? Die erste Station des Erlebnispfades am Würmsees ist fertig: Seit dem Wochenende thronen drei geflochtene, hölzerne Bauwerke auf Stelzen an der südöstlichen Ecke des Gewässers. Damit haben die Künstler Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek das erste von acht „Erlebnissen“ am See fertiggestellt.

Seit gut einem halben Jahr arbeiten die beiden an dem Projekt. Gemeinsam haben sie das Atelier LandArt gegründet. Im Auftrag der Stadt sollen sie den Würmsee und seine Geschichte sicht- und erlebbar machen. Rund 200.000 Euro kostet das Projekt. Die Region Hannover beteiligt sich mit 80.000 Euro an den Kosten. Bis zum Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. In der Region bekannt geworden sind die beiden vor allem durch ihre „Wasserzeichen“. 30 von ihnen schmücken den Radweg „Grüner Ring“, der rund um Hannover führt.

Webervogel als Vorbild für die Künstler

Zurück zu den neuen Nestern am Würmsee: Buntrock und Nordiek haben sich beim Bau der Behausungen vom Webervogel inspirieren lassen. Der lebt in Afrika uns erschafft wahre Wunderwerke für die Aufzucht seines Nachwuchses. „Der ist richtig gut, der kann es einfach“, schwärmt Buntrock von dem Vogel und hat einen Tipp parat: „Einfach mal googeln, es lohnt sich.“

Zieht hier bald ein Vogel ein? Das Korbgeflechts der neuen Kunstwerke am Würmsee. Quelle: Thomas Oberdorfer

Genau wie das Vorbild nutzen auch die Künstler Materialien aus der Natur. „Der Korb ist aus Kiefernästen geflochten, die haben wir in einem Wald bei Wettmar gesammelt“, erklärt Buntrock. Für die rund acht Meter langen Stelzen mussten sie ein Stück weiter fahren. Die stammen aus aus dem Grinderwald bei Nienburg. „Wir brauchen durchgetrocknete, dünne Eichenstämme, die gab es hier nicht“, sagt Buntrock. Die Stelzen wurden dann von den Künstlern knapp einen Meter tief in den Seegrund eingegraben. Nur um Stelzen und Korbgeflecht zusammenzuhalten haben die beiden ein wenig schummeln müssen. Dazu verwendeten sie einfachen weichgeglühten Eisendraht. Der rostet binnen weniger Tage und ist dann in dem Kunstwerk kaum noch zu entdecken.

Im Würmsee fehlt viel Wasser

Eigentlich sollten die drei Nester im Wasser stehen. So zumindest der Plan. Davon versprechen sich die Künstler schöne Spiegelungen auf dem Wasser. Der Uferbereich, in dem sie stehen, wurde dafür in den vergangenen Wochen ausgekoffert. Doch vom Wasser derzeit keine Spur. Der Würmsees ist in den vergangenen Wochen immer trockengefallen. Lediglich eine kleine Fläche in der Mitte des Sees ist übrig geblieben. Bis zu 1400 Kubikmeter Wasser pumpt die Stadt derzeit täglich in den See. „Wir wollen den im See verbliebenen Fischen so eine Überlebenschance geben“, sagt Burgwedels Umweltkoordinator Malte Schubert, der das Projekt des Erlebnispfades initiiert hat. „Was wir jetzt bräuchten, wäre mal ordentlich Regen“, sagt er.

Eigentlich sollten die Kunstwerke im Wasser stehen, aber der Würmsee ist mittlerweile fast trockengefallen. Quelle: Thomas Oberdorfer

Ein Tipp noch: Wer die Künstler bei der Arbeit beobachten möchte, hat in dieser Woche Gelegenheit dazu. Bis Freitag wollen sie mit der Station „Nachkriegszeit“ das nächste Erlebnis fertiggestellt haben. Es wird ganz in der Nähe der Nester errichtet.

Noch einmal zurück zu den Nestern: Dass die Behausungen nicht nur von Fabelwesen genutzt werden, hofft indes der Schubert: „Es wäre toll, wenn wirklich ein großer Vogel in einen der drei Körbe einziehen würde“, sagt er. Und Buntrock pflichtet ihm bei: „Dass wäre doch was – ein in Vogel zieht in ein Kunstwerk ein.“

Von Thomas Oberdorfer

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