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Burgwedel Mädchen von Silvesterrakete schwer verletzt
Umland Burgwedel Mädchen von Silvesterrakete schwer verletzt
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16:57 06.01.2019
Hier wurde Sina von der Rakete getroffen: Die Ecke Immenweg / Radenstraße in Kleinburgwedel. Quelle: Tim Schaarschmidt
Kleinburgwedel

Dieser Vorfall schockiert: Wie erst jetzt bekannt wurde, sollen Jugendliche in der Neujahrsnacht zumindest eine Rakete auf Menschen in Kleinburgwedel abgefeuert haben. Und die traf. Der Feuerwerkskörper explodierte direkt vor dem Gesicht der sechsjährigen Sina. Mit schlimmen Folgen. Das rechte Auge des Mädchens wurde schwer verletzt, zudem gab es Verbrennungen am Lid und an der Haut rund um das Auge. Bis zum Wochenende kümmerten sich Ärzte in der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH) um das Mädchen, ab Donnerstag sollen nun Spezialisten der Uniklinik in Köln die weitere Behandlung übernehmen.

Und so schildert Sinas Mutter die Vorkommnisse der Nacht: Das neue Jahr ist gerade einmal zehn Minuten alt. Sina geht mit ihrer Mutter und ihrem Onkel vor die Tür, um sich das Feuerwerk anzuschauen. Mutter und Tochter sind zu einer Silvesterfeier ihrer Familie aus einem Nachbarort in die Radenstraße nach Kleinburgwedel gekommen. Kaum sind sie draußen an der Ecke Immenweg, da fliegt auch schon die Rakete heran und explodiert. Der Mann sieht sie noch kommen, abgefeuert von einer Gruppe Jugendlicher. „Plötzlich gibt es einen lauten Knall, dann ist alles nur noch bunt und Sekunden später stehen wir in einem dichten Nebel“, schildert die 44-Jährige den Moment der Detonation. Und dann hört sie auch schon ihre Tochter. „Das tut so weh“, schreit die Kleine. Die Frau schnappt sich das Mädchen und rennt mit ihr ins Haus. Gemeinsam mit ihrer Schwester untersuchen sie das Kind, versuchen die Wunde im Gesicht zu kühlen. Sie selber bleibt unverletzt.

Doch die Mutter will wissen, wer das getan hat. Während ihre Schwester und ihre Schwägerin das Mädchen weiter versorgen, geht sie noch einmal vor die Tür und trifft dort auf die Gruppe der Jugendlichen. 10 bis 15 Jungen und Mädchen sind es. Keiner älter als 20 Jahre. Sie stellt die Gruppe zur Rede. „Ich habe die angepfiffen“, sagt sie. „Aber keine Reaktion von denen. Niemand hat mir geantwortet oder auch nur ein Wort gesagt.“ Sie läuft zurück ins Haus, will zur ihrer Tochter. Das Auge sieht schlimm aus. Sie packen das Mädchen ins Auto, der Bruder fährt sie ins Krankenhaus nach Großburgwedel. Dort angekommen, schauen sich zwei Ärzte in der Aufnahme die Erstklässlerin an und schicken sie sofort weiter in die MHH nach Hannover. Im Rettungswagen und mit Blaulicht. Dort wird Sina versorgt, die Mutter bleibt bei ihr in der Klinik. Vier Tag lang. Erst zum Wochenende werden die beiden entlassen. Die weitere Behandlung sollen nun Spezialisten der Uniklinik in Köln übernehmen.

„100 Prozent Sehkraft wird Sina auf dem Auge nie wieder haben“, sagt die Mutter. Das hätten ihr die Ärzte schon erklärt. „Hornhaut und Bindegewebe seien beschädigt“, gibt sie die Diagnose der Mediziner weiter. Nun hofft sie auf die Ärzte in Köln. „Ich will, dass meine Tochter später so gut wie nur irgend möglich sehen kann“, erklärt sie. Außerdem wollen sich in der Domstadt plastische Chirurgen um das Lid und den Bereich rund um das Auge kümmern.

Und ihr ist wichtig, dass die Jugendlichen, die die Rakete abfeuerten, erwischt werden. Noch in der MHH verständigt sie die Polizei. Zwei hannoversche Beamte kommen in die Klinik, nehmen die Anzeige auf. Weiter bearbeitet werden soll der Fall nun in Großburgwedel. Dort sollen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen werden. Zuerst hatte sie noch gehofft, dass die Jugendlichen zu ihrer Tat stehen und sich vielleicht selber melden. „Aber die sind feige“, sagt sie. Und weiter: „Leider kann ich sie nicht wirklich gut beschreiben. Ich war aufgeregt und es war dunkel.“ Nun setze sie auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Auf die hoffen auch die Beamten im Polizeikommissariat Großburgwedel. Sie bitten etwaige Zeugen sich unter der Telefonnummer (05139) 9910 zu melden.

Von Thomas Oberdorfer

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