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350 Schafe sind auf der Durchreise

Burgwedel 350 Schafe sind auf der Durchreise

Das Bild wird immer seltener: Eine große Schafherde weidet direkt an der L 383 vor den Toren Großburgwedels. 

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350 Schafe weiden auf der Wiese mit Blick auf das Logistikunternehmen Fiege.

Quelle: Philipp Bader

Großburgwedel.
Es ist ein widersprüchliches Bild, das sich Autofahrern auf der Isernhägener Straße bietet: wollige Vierbeiner vor der kantigen und klotzigen Kulisse des Gewerbegebietes. Der Titel eines Kino-Kassenschlagers aus dem Jahr 2009 fällt einem ein: „Männer, die auf Ziegen starren“ hieß der US-Film mit George Clooney und Jeff Bridges. Hier  vor den Toren Großburgwedels sind es aber Schafe, die auf Fiege starren, den neuen Logistiker, der hinter der Rossmann-Zentrale vor wenigen Wochen den Betrieb aufgenommen hat. Verantwortlich für das Szenario ist die Schafherde von Schäfer Günter Reiche, die seit einigen Tagen an der Landesstraße 383 weidet. „Dieses Feld habe ich gemietet, weil das Gras hier besonders hoch steht. Das ist optimal für meine Schafe“ , sagt Reiche, der den Zustand seiner Tiere täglich überprüft. Ungefähr 350 Schafe bewacht er mit seinen Hunden, der Gelbbacke Alf und Flora, einem Hütehund der Rasse Harzer Fuchs. Rund um die Uhr ist die Herde gesichert durch einen elektrischen Zaun. Auch niedrige Temperaturen machen den Grasfressern nichts aus. Die Schafe von Günter Reiche sind für die Fleischproduktion vorgesehen. Im März oder April werden die ersten Jungtiere geboren, die dann nach sechs Monaten ihr Schlachtgewicht erreicht haben werden. Geschoren werden sie nicht. Die Produktion von Wolle lohne sich kaum noch, erklärt Reiche, sie bliebe meistens als Abfallprodukt zurück. 

Die geplante Expansion des Gewerbegebiets um das Areal, auf der seine Schafe aktuell weiden, tangiert Reiche wenig. „Ich habe zum Glück noch genug Alternativen“, sagt er. Wahrscheinlich noch an diesem Wochenende wird die Herde weiter ziehen - einen Platz zum Grasen finde er immer, weiß der Schäfer aus dem Langenhagener „Moordorf“ Twenge.

Von Philipp Bader

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