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Umland Burgwedel Nachrichten Hospizhelfer kommen auch ins Heim oder die Klinik
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15:23 29.05.2018
Koordinatorin Uta Rodehorst mit den ehrenamtlichen Begleiterinnen Uta Rot und Bärbel Wille. Quelle: Martin Lauber
Burgwedel/Isernhagen/Wedemark

 Edel und professionell wirkt die Din-A-4-Broschüre, die in den nächsten Tagen in Büchereien, Arztpraxen und Seniorenheimen auftauchen wird. In einer 1000-er Auflage legt der Ambulante Hospizdienst Burgwedel-Isernhagen-Wedemark mit seinem Jahresbericht 2017 Rechenschaft ab: 54 Menschen wurden von seinen 50 solide ausgebildeten Ehrenamtlichen während ihrer letzten Lebensphase begleitet, so konnten viele von ihnen an der Schwelle des Lebens in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung bleiben. 15 bis 20 Begleitungen liefen meistens parallel, berichtet Koordinatorin Uta Rodehorst – die Zahlen hätten sich auf diesem hohen Niveau eingelevelt.

Große Unterstützung durch Spenden

Den Erstattungen und der „Refundierung“ durch die Krankenkassen zum Trotz: Seine Kosten in Höhe von 135.000 Euro – 75.000 Euro davon für die beiden hauptamtlichen Koordinatorinnen - hätte der ambulante Hospizdienst auch 2017 nicht ohne 45.344 Euro aus Spenden und Kollekten decken können. Dank dieser Unterstützung von Privatleuten, Firmen und Einrichtungen war auch Geld vorhanden für die aus Sicht des Hospizdienstes unverzichtbare Supervision, der sich das komplette Team regelmäßig unterzieht, aber auch für die hohen Fahrt- und Telefonkosten. Das Trauercafé in den Räumen des Dienstes im Mitteldorf 3, das sich am ersten Dienstag jedes Monats ab 15.30 Uhr immer größeren Zuspruchs erfreut, ist dagegen kein Kostenfaktor. Die Ehrenamtlichen, die trauernden Angehörigen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, bringen sogar den selbst gebackenen Kuchen mit –das nächste Mal am 5. Juni.

Begleitung auch im Pflegeheim

Auch im 12. Jahr nach seiner Gründung entwickelt sich der Hospizdienst weiter. So gibt es seit März in der Wedemark einen Info-Stützpunkt im Mehrgenerationenhaus in Mellendorf, der jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat von 17 bis 19 Uhr geöffnet ist. Neu ist aber auch die stärkere Orientierung auf Menschen in Seniorenpflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. Erste Kooperationsverträge mit Heimen seien 2017 dazu geschlossen worden, berichtet Rodehorst.

Die Zeit, die hauptamtlich beschäftigtes Pflegepersonal für Bewohner in der Sterbephase nicht aufbringen könne, die brächten die Hospizhelfer bisweilen über Wochen und Monate von außen mit. „Manchmal gibt es keine oder nur einen Angehörigen, dann sorgen wir für zusätzliche Ansprache“, berichtet die ehrenamtlich tätige Uta Rot. Konkret kann das der Besuch einer Eisdiele mit einer schwer kranken Krebspatientin sein oder die Einbindung der Angehörigen während der Sterbephase. Diese Arbeit solle intensiviert werden, weiß Hospizhelferin Bärbel Wille – unter anderem mit Angehörigenabenden will der Hospizdienst dieses Angebot bekannter machen.

2018 der nächste Vorbereitungskurs

 Rodehorst und ihre Kollegin Ursula Nacke verfügen beide über eine Palliativausbildung, davon können grundsätzlich auch Heimbewohner profitieren. Dass die beiden Koordinatorinnen zur Palliativ-Erstberatung auch in die Einrichtungen kommen, gehöre zu einer ganzheitlichen Begleitung dazu, sagt Rodehorst. Stimmt die Schmerzeinstellung? Was ist, wenn ein Demenzerkrankter sich nicht über seine Schmerzen äußern kann? Jenseits von Tipps für eine Bedarfsmedikation sei natürlich die Zusammenarbeit mit Ärzten geboten, so Rodehorst.

„50 Leute brauchen wir für unsere Arbeit“, das ist die Erfahrung der Koordinatorin. Es braucht immer wieder neuen Nachwuchs. Deshalb ist schon jetzt für das kommende Frühjahr ein neuer Vorbereitungskurs fest eingeplant für Menschen, die sich für eine Mitarbeit im ambulanten Hospizdienst interessieren.

Von Martin Lauber

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