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Nachrichten Burgwedel: Aus für den Ikea-Flohmarkt
Umland Burgwedel Nachrichten Burgwedel: Aus für den Ikea-Flohmarkt
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00:31 25.05.2018
Die Ikea-Flohmärkte haben regelmäßig Tausende angelockt. Quelle: Archiv: Jarolim-Vormeier
Großburgwedel

Die Termine für die Flohmärkte auf dem Ikea-Parkplatz in Großburgwedel standen jahrelang bei privaten wie gewerblichen Verkäufern sowie Besuchern fest im Kalender. Von Mai bis Oktober feilschten Händler und Käufer regelmäßig einmal im Monat sonntags von morgens bis in die Nachmittagsstunden um den richtigen Preis. Das ist nun vorbei, die Flohmärkte wird es nicht mehr geben. Grund dafür ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg, das sonntägliche Floh- und Trödelmärkte in Niedersachsen im April 2017 für unzulässig erklärt hatte.

Stadt erteilt keine Genehmigung

Die Stadt Burgwedel ist in diesem Fall die Behörde, die die Genehmigung für das Jahr 2018 nicht erteilt hatte. „Wir können nicht gegen das Gesetz verstoßen“, begründet Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker das Vorgehen. Ein großer gewerblicher Flohmarkt dürfe künftig nur noch ein Nebenprodukt beispielsweise eines Stadtfestes sein, erläutert sie. Um den Flohmarkt an eine große Veranstaltung zu koppeln, fehle in Großburgwedel allerdings ein adäquat großer Platz als alternativer Flohmarkt-Standort. Flohmärkte, die nachbarschaftlich, von Kirchen, dem Kinderschutzbund oder Fördervereinen von Schulen und Kitas organisiert würden, seien davon nicht betroffen.

„Die, die sich auf Sonntagsmärkte konzentriert haben, sind arm dran“, sagt Hans-Eckhard Nahrwold, Geschäftsführer der DHD-Märkte, der die Ikea-Flohmärkte bis vor einigen Jahren organisiert hatte. Für ihn selbst habe die OVG-Entscheidung jedoch heute kaum Konsequenzen: „Wir verdienen unser Geld mit Samstagsmärkten“ – beispielsweise an der Pferderennbahn in Langenhagen. Die Ikea-Flohmärkte in Großburgwedel hatte vor vier Jahren der Draagon-Event-Service übernommen und zuletzt im Oktober 2017 einen Markt organisiert. Für eine Stellungsnahme war der Veranstalter nicht zu erreichen.

Satwinder Bassi betreibt ebenfalls einige Flohmärkte in der Region Hannover, darunter auch den Sonntagsflohmarkt auf dem Porta-Parkplatz in Altwarmbüchen. „Da herrscht Ruhepause“, sagt der Veranstalter enttäuscht. Dabei seien die Parkplätze der großen Baumärkte und Einkaufszentren lediglich sonntags frei fürs Feilschen. Bassi hofft, dass eine mittlerweile initiierte Unterschriftenaktion eine Gesetzesänderung bewirken kann. „Aber das wird wohl dauern.“ Laut Gemeindesprecherin Svenja Theunert wurden für die Flohmärkte bei Porta, SB-Möbel-Boss, Adler und Hornbach wohl aufgrund des Gerichtsurteils erst gar keine Anträge gestellt. Die zuständige Stelle der Verwaltung hatte die Veranstalter über das Urteil informiert.

Es braucht besondere Anlässe

Anders verhält es sich für Michael Grimm, der die Antik-Märkte im A2-Center in Altwarmbüchen und im CCL in Langenhagen organisiert. Für das A2-Center ist die Stadt Hannover zuständig. Je mehr einmalige Merkmale ein Flohmarkt-Konzept vorweise, desto größer sei die Chance, dass er genehmigt werde, hieß es aus dem hannoverschen Rathaus. „Wir sind von dem Gesetz nicht betroffen, weil wir keine Neuware verkaufen“, begründet Grimm das. Zudem gebe es stets einen besonderen Anlass bei seinen Märkten wie etwa klassische Musik oder einen Spezialisten, der den Wert von Raritäten schätze. Verständnis für das Urteil hat Grimm dennoch nicht – in anderen Bundesländern seien Sonntagsflohmärkte nach wie vor möglich.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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