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Umland Burgwedel Nachrichten Kurt Nolte ist nun auch Vize-Schiedsmann
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17:00 25.01.2018
Direktor des Amtsgerichts Michael Siebrecht (von links), Bürgermeister Axel Düker, Kurt Nolte, der frisch ernannte Vize-Schiedsmann, Kommissariatsleiter Günter Heller und Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker posieren bei der Begrüßung. Quelle: Jarolim-Vormeier
Großburgwedel

 Kurt Nolte ist neuer stellvertretender Schiedsmann der Stadt Burgwedel. Alle sieben Ortsräten und der Rat haben einstimmig dafür gestimmt, die Stelle des Vize-Schiedsmanns mit dem Altwarmbüchener zu besetzen. Er löst Gerolf Kurowski ab, der nach sechs Jahren das Ehrenamt inne aus Altersgründen niedergelegt hat. Erster Schiedsmann ist in Burgwedel seit 2011 der frühere Pestalozzi-Vorstand Andreas Seifert.

Nolte fungiert zugleich als (erster) Schiedsmann der Gemeinde Isernhagen, wo er seit 15 Jahren Streitfälle außergerichtlich schlichtet. Er bringt also viel Erfahrung für den Posten mit. Die Idee, dass sich die Schiedsmämmer wechselseitig vertreten, sei sinnvoll, sagte Nolte bei seiner offiziellen Begrüßung im Rathaus. Denn oft fehle neuen Stellvertretern die Praxis – und Schulungen kosteten Geld.

Wie wichtig das Amt einer Schiedsperson von offizieller Seite eingestuft wird, zeigte sich in der Anwesenheit von Michael Siebrecht. Der Direktor des Burgwedeler Amtsgerichts ist in juristischen Fragen verantwortlich für alle Schiedspersonen im Gerichtsbezirk. „Sie sprechen zwar keine Urteile und geben auch keine Rechtsberatung“, erklärte der Jurist – dafür seien Richter und Rechtsanwälte zuständig. Ihre Aufgabe sei es stattdessen, in einem moderierten Gespräch Streit zwischen Parteien aus der Welt zu schaffen.

Auch Polizeichef Günter Heller verdeutlichte, wie wichtig Schiedsmänner seien: Sie trügen zur Problemlösung ohne das Gericht  bei und klärten die Ursachen. Viele Menschen kämen auf die Wache, die gar keine Anzeige erstatten, sondern wissen wollten, wie sie einen Streit in Griff bekommen.

Bei vielen Streitfällen ist Schlichtungsverfahren Pflicht

Die Erhebung bestimmter Klagen vor dem Amtsgericht ist erst zulässig ist, nachdem versucht worden ist, die Streitigkeit einvernehmlich beizulegen – etwa bei Nachbarschaftsstreitigkeiten oder Ehrverletzungen.  Auch bei vielen kleineren Straftaten besteht die Pflicht, zunächst außergerichtlich eine Versöhnung mit dem „Beschuldigten“ zu versuchen, so bei Hausfriedensbruch, leichter Körperverletzung oder Sachbeschädigung. Aber auch bei zivilrechtlichen Streitigkeiten können Schiedspersonen schlichtend tätig werden.

Die Sprechstunde des  Schiedsmanns für Burgwedel, Andreas Seifert , findet  immer in der VHS im Amtshof Großburgwedel von 16 bis 18 Uhr statt.  Die nächsten Termine sind am 12. März, 14. Mai und 25. Juni. Telefonisch ist Seifert unter der Rufnummer (05139) 89 63 82 zu erreichen. Bei Abwesenheit ist sein Vertreter Kurt Nolte zuständig, Telefon (05139) 8 76 66.

Bürgermeister Axel Düker begrüßte Nolte: „Willkommen im Team, Sie sind eine gute Wahl.“ Je mehr Menschen das Schiedsverfahren in Anspruch nähmen, desto mehr entlaste dies das Gericht und fördere ein friedvolles Miteinander. Nolte selbst berichtete aus seiner langjährigen Beratungspraxis. Es gebe Standardsätze, die er immer wieder zu hören bekomme. „Ich habe Recht“, lautet einer davon. „Solche Menschen wollen sich auch durchsetzen“, weiß er aus Erfahrung. Ein anderer Standardsatz: „Mit dem kann ich nicht reden.“ 

Aber ein Ausgleich muss her. Im Gespräch gibt Nolte dann in der Regel den Tipp, sich in die Lage des anderen zu versetzen. Manche blieben unbelehrbar, mit den meisten Ratsuchenden könne man aber reden. Ganz grundsätzlich rät der Schiedsmann, sich bei Differenzen mit Nachbarn nicht vor Gericht zu treffen – denn mit den Nachbarn müsse man noch lange leben. 

Bevor Nolte das Ehrenamt des Schiedsmanns in der Gemeinde Isernhagen übernahm, war er Geschäftsführer einer Maschinenfabrik mit 1.500 Beschäftigten. Mehr als 20 Jahre lang fuhr er jeden Tag von Altwarmbüchen nach Aerzen in der Nähe von Hameln. Auf die Frage, welcher Fall der vergangenen 15 Jahre am spektakulärsten gewesen sei, antwortet er: „Wenn ich das erzählen würde, würde man sofort erkennen, um wen es sich handelt.“ Verschwiegenheit ist eine Voraussetzung, Neutralität eine andere des Schiedsamtes – beides würde Nolte nie verletzen.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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