Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Schicksal eines Obdachlosen bewegt viele Bürger

Burgwedel Schicksal eines Obdachlosen bewegt viele Bürger

Am Sonntagmittag war der Mann verschwunden, die Polizei sammelte an einer Bushaltestelle in Großburgwedel einen Schlafsack und eine Isomatte ein: Das Schicksal eines offenbar obdachlosen älteren Mannes hat am Wochenende viele Burgwedeler bewegt.

Voriger Artikel
Kuriosem Unfall folgen gleich zwei Anzeigen
Nächster Artikel
Hendrik Hoppenstedt soll ins Kanzleramt wechseln

Die Hinterlassenschaften der Hilfsaktion für den Obdachlosen.

Quelle: Frank Walter

Großburgwedel.  Das Schicksal eines augenscheinlich obdachlosen Mannes hat am Wochenende viele Burgwedeler bewegt – und im sozialen Netzwerk Facebook für Dutzende von Kommentaren und einige Hilfsangebote gesorgt.

Der ältere Mann, der unbestätigten Angaben nach aus Griechenland stammt, hatte eine Burgwedelerin am Sonnabendmittag nach einem Quartier für die Nacht gefragt. Die Frau konnte ihm nicht recht helfen, berichtete danach aber im sozialen Netzwerk Facebook von der Begegnung. In der anschließenden Diskussion im Internet hagelte es Nachfragen zum Zustand des Mannes, seinem momentanen Aufenthaltsort und möglichen Kontaktadressen für obdachlose Menschen in Burgwedel. Mehrere Internetnutzer besuchten den Mann eigenen Angaben nach in seinem Nachtquartier – einem Buswartehäuschen in der Innenstadt – und brachte ihm warme Kleidung, einen Schlafsack und heiße Getränke vorbei. Das Angebot, ihm eine Übernachtung zu bezahlen, soll der Mann aber abgelehnt haben – mit dem Hinweis, dass danach der Wechsel zurück in die Kälte zu anstrengend für ihn sei.

Am Sonntagmittag war der Mann dann verschwunden. Eine Polizeistreife sammelte nach einem Hinweis eines Autofahrers gegen 12.30 Uhr an der Bushaltestelle die mutmaßlichen Hinterlassenschaften der Hilfsaktion ein – darunter eine Isomatte und eine Tasche mit einem Schlafsack. Melden sich die Besitzer bis dahin nicht, dann gibt die Polizei die Stücke am Montag ans Fundbüro weiter.

Die Polizei Großburgwedel war laut der diensthabenden Beamtin in den vergangenen Tagen mehrfach Hinweisen auf Obdachlose nachgegangen. Wenn man sie antreffe, so biete man ihnen Hilfe an - die aber nicht immer gewollt sei. Bei medizinischen Notfällen werde ein Rettungswagen hinzugezogen, sonst könne man im warmen Foyer der Wache einen Platz zum Aufwärmen anbieten. Außerdem habe die Polizei auch an Wochenenden Zugriff auf Plätze in städtischen Unterkünften, so die Beamtin. Allerdings habe die Polizei in solchen Fällen kein Recht, jemanden gegen seinen Willen mitzunehmen.

Von Frank Walter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Nachrichten