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Umland Burgwedel Nachrichten Stadt arbeitet Schutzkonzept für Kitas aus
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16:05 07.02.2018
Mit einem Schutzkonzept will die Stadt Burgwedel jede Form sexueller Übergriffe in ihren Kitas verhindern. Quelle: Symbolbild
Großburgwedel

 Im Sommer unbekleidet herumlaufen oder grundsätzlich ein Höschen tragen? Aus Neugier hinter dem Busch verschwinden, um sich gegenseitig den Bauchnabel zu zeigen? Was darf als „normal“ gelten? Wo fangen sexuelle Übergriffe unter Kindern an? Wie Erzieher in Kitas mit frühkindlicher Sexualität umgehen und wie man Kinder vor sexueller Gewalt schützen kann, darum ging es bei der Fachtagung „Raum für Raum zum Schutzkonzept“ für das pädagogische Personal aller Burgwedeler Kitas und die Tagesmütter. Die Stadt Burgwedel beschreitet eine Vorreiterrolle in der Region Hannover.

Klare und einheitliche Regeln für alle Einrichtungen

„Mit der Tagung ist ein Startschuss gefallen, um ein sexualpädagogisches Konzept in die Praxis umzusetzen“, erläuterte Erste Stadträtin Christiane Concilio das Vorhaben der Stadt, bei dem ganz klare Regeln formuliert werden sollen, die dann für alle Einrichtungen gleichermaßen gelten sollen. Egal, ob Kindertagesstätte, Tagesmutter oder -vater, Krippe, Großpflegestelle oder Kinderladen: Die Kindertagesbetreuung, so Concilio, sei die „Kinderstube der Prävention“. 

Rund 150 Mitarbeiter aller freier und städtischer Einrichtungen sowie auch Tagespflegepersonen in Burgwedel nahmen an der 13. Fachtagung in der Aula des Gymnasiums Großburgwedel teil. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Leitungsteams aller Kitas an einem Schutzkonzept-Seminar der Region Hannover teilgenommen. „Sie waren so beeindruckt, dass wir nun die Tagung für alle Mitarbeiter angeboten haben“, erklärte die Erste Stadträtin. Das „Schutzkonzept“ sehe vor, die Kitas zu Schutzorten zu machen, die keinen Raum für Missbrauch zulassen und präventive Maßnahmen entwickeln sollen, um nicht zum Tatort zu werden. 

Welche Nähe ist erlaubt?

Die frühkindliche Vorschulerziehung ist ein sehr sensibler Bereich, weil dabei körperliche Nähe etwa beim Trösten, Kuscheln und Toben zum Alltag gehören – das soll sich durch das Schutzkonzept auch nicht ändern, sagt Concilio. Wie das Konzept künftig umgesetzt wird, das sollen die Erzieher Schritt für Schritt festlegen. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, Ende des Jahres ein Papier vorliegen zu haben“, kündigte sie an. Bis dahin werde es noch eine Reihe an Studientagen geben, um das Konzept endgültig festzuzurren. Fachlich zu diskutieren gelte es, welche Nähe und welche Distanz zwischen Erziehern und Kindern die richtige ist. Die kindlichen Bedürfnisse würden dabei zur Richtschnur gemacht. Wichtig sei dabei, dass präventive Vorgaben unabhängig vom Geschlecht der Erziehenden entwickelt werden und die Eltern der Kita-Kinder über das Konzept informiert werden.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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