Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Erdwärme-Forscher sind schon an der Arbeit
Umland Burgwedel Nachrichten Erdwärme-Forscher sind schon an der Arbeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:41 02.06.2018
Erlaubnisfeld Quelle: Grafik: HAZ
Burgwedel

Großburgwedels große Firmen, Schulen, Rathaus, Klinikum, ganze Wohnquartiere – sie alle heizen und kühlen mit Wärme mit aus der Erde. Wenn es nach den Studenten von Professor Leonhard Ganzer von der TU Clausthal ginge, bliebe dies nicht nur eine visionäre Arbeitshypothese. Sie wollen beweisen, dass die Stadt Burgwedel sich als große Wärmetankstelle eignet. Immerhin ist dank einer geologischen Anomalie, hervorgerufen durch Salzstöcke, dort der Untergrund wärmer als andernorts.

Bohrkerne aus porösem Gestein aus dem Erdgasfeld Thönse. Quelle: Martin Lauber

Schon 1200 Meter unter der Grasnarbe herrschen in den porösen Thermalwasser-führenden Sandsteinlagen 75 Grad. Lässt sich diese regenerative Energie wirtschaftlich und zum Wohle der Umwelt nutzen? Drei Jahre Zeit haben die Studenten der Bergbau-Uni, um die technische und ökonomische Machbarkeit zu erkunden – ohne Bohrungen oder seismische Messungen. Denn es geht bis auf Weiteres nur um Forschung für die „Wärmewende“ auf der Basis vorhandener Daten.

Von Großburgwedel bis Engensen in östlicher und über Kleinburgwedel und Wettmar hinaus in nördlicher Richtung: Fast das gesamte Stadtgebiet liegt im Fokus der Forscher. Trotzdem hat die Stadt Burgwedel die Gelegenheit, sich über das energiepolitisch so interessante Forschungsvorhaben aus erster Hand unterrichten zu lassen, erst drei Monate nach dessen behördlicher Genehmigung genutzt. Eine Art Untertage-Wärmepumpe, die dem heißen salzhaltigen Wasser aus der Tiefe an der Oberfläche die Wärme entzieht, schwebt Ganzer vor. Erwiese sich eine solche Anlage als machbar, dann würde sich ihr Bau wegen der hohen Bohrkosten nur im Großformat lohnen, klärte der Professor für Lagerstättentechnik im Fachausschuss auf. Aber das sei Zukunftsmusik. Und „ein .Spiel auf hohe Energiekosten“.

Prof. Dr. Leonhard Ganzer von der TU Clausthal mit einem Bohrkern aus der porösen Gesteinsgeschicht, die rund 1200 Meter unter Burgwedel viel Wasser mit einer Temperatur von circa 75 Grad Wärme speichert. Quelle: Martin Lauber

Jetzt geht es erst einmal um die Grundlagen. Und die werden nicht vor Ort, sondern an der Uni im Harz erarbeitet. Das 66 Quadratkilometer große „Erlaubnisfeld Burgwedel“, für das sich die Hochschule das Exklusivrecht der Erdwärme-Exploration gesichert hat, ist identisch mit dem erkundeten Erdgasfeld Thönse. Das Thönse-Konsortium, bestehend aus den Unternehmen BEB und Deutz, hat ihr Datenmaterial zur Verfügung gestellt. Im zweiten Jahr des Forschungsprojekts wird die Einspeisung von kaltem Wasser und der Wärmeentzug nach der Passage durch heißes Gestein simuliert. Erst in der letzten Phase, wenn das Potenzial auf der Wärme-Abnehmerseite erkundet wird, sind die Studenten dann wirklich in Großburgwedel unterwegs. Ihr Professor musste im Ausschuss versprechen, die Kommunalpolitiker persönlich auf dem Stand zu halten.

Von Martin Lauber

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Gewitternacht zum Mittwoch ist ein Blitz in den First eines Wohnhauses in Fuhrberg eingeschlagen. Binnen einer halben Stunde hatte die Ortsfeuerwehr den Brand im Griff.

30.05.2018

Anfang Mai ist die Postfiliale an einen periphereren Standort umgezogen. Ein kurzer Autostopp ist nur zu ruhigen Tageszeiten oder sonnabends möglich. Eine verkürzte Höchstparkdauer soll dem abhelfen.

29.05.2018

Ein Dekoartikel aus Glas und Metall ist in Wettmar zum Brennglas geworden, das einen Brand ausgelöst hat. Ein Jacuzzi half beim Löschen, der Schaden liegt bei 20.000 Euro.

29.05.2018