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Umland Burgwedel Nachrichten Für die Tafel spielt Herkunft keine Rolle
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00:46 03.03.2018
Zwei volle Taschen mit Lebensmitteln nehmen Tafel-Kunden diese Woche mit nach Hause. Quelle: Martin Lauber
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Burgwedel

 Burgwedel ist nicht Essen. Schwer bepackt mit zwei gut gefüllten Taschen oder mit prallen Trollis im Schlepp machen sich die Kunden der Burgwedeler Tafel auf den Heimweg – es sind mehr Menschen mit also ohne Migrationshintergrund. Am Mittwoch waren es genau 50 Männer und Frauen, die an der Gartenstraße ihre Wochenration abholten: Gespendete Lebensmittel für insgesamt 231 Menschen, denen Sozialamt, Jobcenter oder die Region Hannover wegen ihres geringen Einkommens die Tafel-Berechtigung bescheinigt haben. „Dass Situationen entstehen  wie bei der Essener Tafel“, wo Migranten wegen Anfeindungen innerhalb der Klientel vorübergehend von der Ausgabe ausgeschlossen worden sind, habe sie erschreckt, bekennt Burgwedels stellvertretende Tafel-Vorsitzende Ursula Weitemeyer.

Ein ganz normaler Mittwoch Burgwedeler Tafel. Quelle: Martin Lauber (Archiv)

Burgwedel tickt anders. Auf dem Höhepunkt der Fluchtwelle, als die Zahl der  Tafelkunden auf 630 angewachsen war, teilte die Tafel ihre Klientel in zwei Gruppen auf und führte einen Zwei-Wochen-Turnus für die Ausgabe ein. Die Leute hätten das damals eingesehen und akzeptiert, berichtet Weitemeyer.  Mit dem Rückgang der Zahlen kehrte der Verein im August 2017 zum Wochenturnus zurück. Einige ältere deutsche Kundinnen, die sich nicht wohl gefühlt hätten zwischen vielen jugnen Ausländern,  habe die Tafel verloren, bedauert Vorsitzender Gerd Duckstein. Aber Streit gegeben habe es nie an der Gartenstraße.

Mit einem knappen Drittel sind Geflüchtete aus dem Bürgerkriegsland Syrien weiterhin die stärkste Gruppe vor den aktuell 61 in Deutschland geborenen Kunden, es folgen Menschen aus dem Irak und Afghanistan. Über die Staatsangehörigkeit der 229 Erwachsenen und 105 Kinder sagt die Kundenstatistik der Tafel, die insgesamt 19 Herkunftsländer ausweist, nichts aus. Peter Stenert, der sie führt, schätzt, dass circa die Hälfte den deutschen Pass haben könnte.

Rollierendes System: Jeder Tafel-Kunde hat seine feste Farbe. In der einen Woche ist er beim Abholen in der ersten Gruppe, ein andermal in der letzten. Quelle: Martin Lauber

 „Wir versuchen, allen gerecht zu werden“, sagt Elke Potthoff, kurz bevor am Tafel-Mittwoch um 12 Uhr die dritte halbstündige Abhol-Runde beginnt. Gemüse und Obst seien augenblicklich knapper als sonst, berichtete das Vorstandsmitglied. Dafür gibt es diesmal als Extra Tiefkühl-Pizzen zu verteilen. 

Die im Herbst 2008 gegründete Burgwedeler Tafel arbeitet nach einem rollierenden System: Abwechselnd kommt jeder mal in der ersten, zweiten oder dritten Runde an die Reihe. Am Tresen wird aus dem Tagesangebot ausgewählt – Süßigkeiten, Joghurt, Käse, Backwaren, Gemüse und mehr –auch wenn das Ablaufdatum naht, alles viel zu schade zum Wegwerfen. Nummern ziehen oder vorgepackte Tüten  gibt es nicht an der Gartenstraße. Bereits am Dienstag haben die Tafel-Fahrer ein Dutzend nicht so mobiler Klienten zuhause beliefert. Und am Donnerstag folgt die Fuhrberg-Runde, wo 69 weitere Kunden warten.

Von Martin  Lauber

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