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Nachrichten Doppelhaus-Neubau für Flüchtlinge: Düker nimmt Stellung
Umland Burgwedel Nachrichten Doppelhaus-Neubau für Flüchtlinge: Düker nimmt Stellung
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In diese Doppelhaushälfte in Engensen sollen Flüchtlinge einziehen. Bürgermeister Axel Düker nimmt Stellungen zu der Resonanz auf Facebook.  Quelle: Lauber
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Burgwedel

Zwei syrische Flüchtlingsfamilien mit insgesamt zwölf Personen hat die Stadt Burgwedel in einen Doppelhaus-Neubau in Engensen eingewiesen. Im sozialen Netzwerk Facebook hat der Bericht darüber Dutzende ablehnende Kommentare ausgelöst.

"Ihr seid auf dem Holzweg. Erst kommen wir Deutsche. Dann andere!!“ Das hat ein Wettmarer Bürger auf Facebook gepostet. Auch eine Menge kotzender Emojis gibt es dort. Überraschen Sie solche Reaktionen, Herr Bürgermeister?  

Trotz aller Integrationserfolge in Burgwedel habe ich mich nie der Illusion hingegeben, dass alle einverstanden sind mit unsere Flüchtlingspolitik. Aber das Echo auf die sachliche und korrekte Berichterstattung ist schon teilweise fürchterliches Gerede und übelster Trash. 

Beeindruckt Sie der Vorwurf, dass Deutsche gegenüber Flüchtlingen benachteiligt würden?

Es gibt in Burgwedel auch deutsche Obdachlose mit Kindern, die wir in ganz normalen Wohnungen unterbringen, denen man das von außen nicht ansieht. Es ist doch ganz klar: Wenn eine Familie eine Wohnung braucht, dann kriegt sie die auch. Und wir differenzieren auch in Zukunft nicht, ob sie aus Wanne-Eickel oder Syrien kommt. 

Am Kiebitzweg in Engensen ziehen syrische Familien in ein neues Doppelhaus, das langfristig das Angebot an Sozialwohnungen verbessern soll – wie das neue  Sechs-Familien-Haus an der Wallstraße in Kleinburgwedel.

Der Baustandard des Engenser Neubaus ist für manche Facebook-Kommentatoren Stein des Anstoßes. Hat die Stadt übertrieben?

Das sind normale Häuser, die wir lange als Sozialwohnungen nutzen wollen. Also müssen wir sie auch ordentlich und nachhaltig bauen. Und auch von der Nachbarschaft sollen sie akzeptiert werden – und das noch in vielen Jahren.

Geht es nach den städtischen Neubauten in Kleinburgwedel und Engensen weiter mit sozialem Wohnungsbau in dieser Stadt?  

Am Pöttcherteich wird das Bauunternehmen Saccullo bald neben Eigentumswohnungen auch Wohnungen mit bezahlbaren Mieten  bauen. In der Ausstattung wird es Unterschiede geben, von außen nicht. Wir werden da, wo es reinpasst in einen Bebauungsplan, so weiter machen.

Hitzige Diskussion im Netz

Auf der Facebook-Seite HAZ Burgwedel ist der Artikel „Stadt Burgwedel baut die Sozialwohnungen von morgen“ stark kommentiert worden. Hier einige Auszüge:

Bauen statt mieten: Erstbezieher des Doppelhauses werden zwei syrische Familien.

Gepostet von HAZ Burgwedel am Freitag, 26. Januar 2018

"Neubauwohnung kann ich mir nicht leisten! Aber jetzt weiß ich, dass meine Steuergelder schlecht angelegt sind!" Dirk Hennigs

"So viel Geld, und gerade mal ein Doppelhaus für 2 Familien. Wenn schon sozialer Wohnungsbau, dann doch bitte möglichst viel Wohnraum auf wenig Grundfläche, sprich Mehrfamilienhaus." Iris Krause

"Liebe Gutmenschen, wacht auf. Ihr seid auf dem Holzweg. Erst kommen wir Deutsche. Dann andere!!" Uwe G. Reckers

"Das Land der Dichter und Denker ... wohl leider eher der Egoisten und Neider!" Kat J Khimm

"Aber der Deutsche Rentner sammelt Flaschen, damit er sich was zu essen kaufen kann – super Sache hier in Deutschland – ich könnte kotzen." Markus Höppner

"Tja, und wir, als bodenständige Familie mit Vollzeitjob und 2 Kindern müssen Burgwedel verlassen, weil wir es uns nicht leisten können." Jes Sie Bartzke

"Ich schmeiß mich weg, wenn ich schon Nachnutzung lese. Die Häuser können hinterher zusammengekloppt werden." Anne Redeker

"Mir fehlen auch die Worte ... wegen der Reaktionen hier. Warum soll die Stadt Burgwedel keine Sozialwohnungen bauen und an Bedürftige vermieten? Was kann man daran nicht fassen? Und warum sollten die Häuser hinterher zusammengekloppt werden?" Gundi Sattrup

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