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Zwei syrische Familien ziehen ins neue Doppelhaus 

Engensen Zwei syrische Familien ziehen ins neue Doppelhaus 

Unter der Überschrift Nachhaltigkeit hat die Stadt Burgwedel ein zweites massives  Wohnhaus für Flüchtlinge hochziehen lassen, das langfristig Sozialmietern zur Verfügung stehen soll. 

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Architekt Hans-Jürgen Lukanz und Burgwedels Kämmerer Christian Möhring vor dem Neubau.
 

Quelle: Martin Lauber

Engensen.   Es ist ein schicker Neubau aus rot-blauem geflammtem Klinker. „Hier würde ich auch einziehen“, meint eine Engenserin beim Ortstermin. Quadratische Gauben über den Haustüren – groß genug, dass man darin stehen kann – sind das Markenzeichen des Doppelhauses, das die Stadt Burgwedel am östlichen Dorfrand hat hochziehen lassen.

 Dieses Wochenende ziehen dort zwei syrische Familien mit jeweils vier Kindern ein, deren Vertrag für ihre bisherigen von der Stadt angemieteten Wohnungen in Großburgwedel zum Monatsende ausläuft.  Die Verwaltung hat sie deshalb in den Neubau am Kiebitzweg eingewiesen. „Die werden hier integriert“, verspricht Engensens Ortsbürgermeister Friedhelm Stein, der selbst an Geflüchtete vermietet hat. Ebenso zuversichtlich ist sein Ortsratskollege Joachim Schrader, der sich ebenfalls als  Betreuer einer Engenser Migrantenfamilie engagiert.

Am Kiebitzweg in Engensen ziehen syrische Familien in ein neues Doppelhaus, das langfristig das Angebot an Sozialwohnungen verbessern soll – wie das neue  Sechs-Familien-Haus an der Wallstraße in Kleinburgwedel.

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Auf die Nachnutzung als Mietwohnungen ausgelegt

Das neue Doppelhaus mit schlichter funktionaler Ausstattung  hat zweimal 110 Quadratmeter Wohnfläche inklusive des ausgebauten Dachgeschosses. Rund 480.000 Euro hat das Gebäude, das Grundstück nicht mitgerechnet, gekostet. „Sie können nichts unter Neubau-Standard bauen“, erklärt Architekt Hans-Jürgen Lukanz einem Besucher, dass die Jalousien für den Wärmeschutz auch im Sommer sowie die Brennwert-Therme samt Wärmrückgewinnung als Pflichtanteil an alternativen Energien nun mal vorgeschrieben seien.

Der solide Neubaustandard hat einen Hintergrund, den Bürgermeister Axel Düker mit „Nachhaltigkeit“ umschreibt. Die Stadt baue selbst, statt zu mieten. Der Neubau solle, wenn er nicht mehr als Unterkunft für Geflüchtete benötigt wird, das Angebot an  dringend benötigten Sozialwohnungen verbessern. Das gilt ebenso für das 1,3 Millionen Euro teure Sechs-Familien-Haus an der Wallstraße in Kleinbrugwedel, das im  Mai 2017 in Betrieb genommen wurde.

Vorerst keine weiteren städtischen Neubauten

 Ursprünglich wollte die Stadt zusätzlich auf dem früheren Spielplatzgelände an der Heierdrift in Wettmar ein weiteres Mehrfamilienhaus errichten. Mangels akuten Bedarfs und weil das Bauamt mit den Schulbaustellen komplett ausgelastet sei, habe man davon aber erstmal Abstand genommen, erklärt Düker. Auch von einer Neubebauung des Grundstücks Hinter den Höfen in Großburgwedel, auf dem früher Notunterkünfte standen, ist aktuell keine Rede mehr.

Burgwedel setzt vorzugsweise auf eine dezentrale Unterbringung in angemieteten Wohnungen sowie einigen Gemeinschaftsunterkünften. Als Notreserve sind am Fuhrberger Ortsrand zusätzlich seit einem Jahr 30 bislang ungenutzte Wohncontainer bezugsfertig, in die bis zu 90 Menschen einquartiert werden könnten. 150.000 Euro Miete bringt die Region Hannover dafür auf.

Noch wird Bauland nicht vermarktet

Die betagte Unterkunft am Kiebitzweg in Engensen hat die Stadt dagegen reaktiviert und aktuell mit sieben Flüchtingen belegt. Sie liegt direkt  hinter dem neuen Doppelhaus und soll, so die Stadtverwaltung, bis auf weiteres auch nicht aufgegeben werden. Ob diese Baracke der vom Rat beschlossenen Vermarktung der angrenzenden Baugrundstücke zwischen Kiebitzweg und Grashofweg förderlich ist, stellt Ortsratmitglied Joachim Schrader in Frage. Soweit sei es noch nicht, erklärt Bauamtsleiter Oliver Götze. Voirher müsse das kleine Baugebiet parzelliert und auch noch über die Vergabekriterien müsse noch gesprochen werden. Schließlich wünsche der Ortsrat sich Vorfahrt für Käufer mit Ortsbezug.

Weiterlesen: Das sagt Bürgermeister Axel Düker.

Von Martin Lauber

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