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Umland Burgwedel Nachrichten Goliath bereitet den Bio-Davids Sorgen
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19:06 20.05.2014
Von Martin Lauber
Sabine Harms versorgt Wettmar mit Bio. Quelle: Martin Lauber
Burgwedel

Denn’s eröffnet seinen 141. Bio-Supermarkt im ehemaligen Lidl-Gebäude an der Hannoverschen Straße - und Burgwedels kleine Bio-Anbieter sehen sich plötzlich in der Rolle des Davids, den Goliath nicht kalt lassen kann. Von den Bodenfliesen bis zur Deckenverkleidung ist alles neu - wo Discounter Lidl bis Januar Warenkartons in die Regale stapelte, sollen jetzt Wohlfühlfarben wie Mokka und Violett den Einkauf „so angenehm wie möglich“ machen, sagt Denn’s-Bezirksleiter Frank Lukoschus.

Allein in die Obst- und Gemüseabteilung würde Birgid Wagenhäusers „Kleiner Landladen“ aus dem Mitteldorf komplett hineinpassen, ganz zu schweigen vom Biolädchen an der Herrenhäuser Straße in Wettmar. „Wer weiß, ob ich dann noch nötig bin?“, fragt sich dessen Inhaberin Sabine Harms mit Blick auf die morgige Neueröffnung in Großburgwedel.

Von den Denn’s-Ansiedlungsplänen war noch nichts bekannt, als die Mutter von vier Kindern im vergangenen Herbst „aus Überzeugung“ ihr Lädchen aufmachte - weil es im 4000-Einwohner-Ort noch kein Bio gab. Und weil insbesondere viele ältere Wettmarer, die nicht gut zu Fuß sind, sich freuten, dass sie bereit war, dies zu ändern. Harms kommt ohne Angestellte aus, muss im eigenen Haus keine Ladenmiete zahlen. „Solange es nicht ins Minus geht“, hat sie sich vorgenommen, „mache ich weiter.“

Birgid Wagenhäuser in Großburgwedel macht sich ob der neuen Konkurrenzsituation durchaus Sorgen. Für ihr Kleines Landlädchen hat sie sich in den letzten zehn Jahren einen festen Kundenstamm und ein regionales Lieferantennetz aufgebaut. Mit dem 2013 geschlossenen Bilderbuch-Bioladen Rosinka habe es eine „friedliche Koexistenz“ gegeben, berichtet sie. Als das E-Center mit einem stattlichen Bio-Segment hinzukam, machte sich das beim Umsatz indes vorübergehend bemerkbar. Helga Lingelbach will dem Landladen auf jeden Fall treu bleiben. Ihr sei wichtig, so die Stammkundin, dass die Inhaberin alle Erzeuger aus der Nähe kennt. „Wir drücken keine Erzeugerpreise“, erklärt Wagenhäuser und nennt das „Fair Trade“ auch mit heimischen Landwirten. Dies nimmt aber auch Denn’s-Bezirksleiter Lukoschus für den Bio-Supermarkt in Anspruch. Für Obst und Gemüse hat er das regionale Lieferantentableau noch nicht komplett. Bio-Spargel und Bio-Kartoffeln aus Fuhrberg sind aber von Anfang an dabei. „Den Hofläden schaden wir auf keinen Fall“, behauptet Lukoschus. Im Gegenteil: Durch die Herkunftskennzeichnung werde mancher Kunde auf solche Anbieter erst aufmerksam.

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