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Nachrichten Grand Dame des Bossa Nova gastiert im Amtshof
Umland Burgwedel Nachrichten Grand Dame des Bossa Nova gastiert im Amtshof
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17:25 11.03.2018
Walter Lang, Paula Morelenbaum, Florian Riedl, Jurandie Santana und Hajo v. Hadeln. Quelle: Jürgen Zimmer
Großburgwedel

Der eine oder die andere kennt das vielleicht vom Backen: Man hat erlesene Zutaten, die besten Absichten und ist zuversichtlich, dass der Kuchen ein Glanzstück wird - und doch fehlt ihm etwas, wenn er fertig ist. Die Prise Salz oder das alles ausmachende Gewürz. Im übertragenen Sinne war das auch bei dem in kürzester Zeit ausverkauften Konzert am Mittwochabend im Amtshof zu Großburgwedel so: Mit Müh und Not reichte es zu einer Zugabe. 

„Verlassen wir Burgwedel für zwei Stunden und genießen an der Copacabana den Bossa Nova von Paula Morelenbaum und ihrer Band“, moderierte Burgwedels Kulturbeauftragte Elke Schmitzdorff-Listing die berühmte Brasilianerin und ihr vierköpfiges Ensemble an. Mit gut zehnminütiger Verspätung kamen sie auf die Bühne und begannen schnörkellos ihren Vortrag.

Keine Frage, dass Morelenbaum mit ihrer melancholischen, rauchzarten Stimme, die so wunderbar zu dem lyrischen Fluss der portugiesischen Sprache passt, eine Ikone des brasilianischen Bossa Nova ist, die sogar dem Ehrentitel „Grand Dame“ ausgezeichnet wurde. Keine Frage, dass der vorzügliche Florian Riedl mit der Querflöte und dem Saxophon die „tonangebende“ Stimme der Band ist, dass Walter Lang am Flügel, Hajo von Hadeln am Schlagzeug und Jurandir Santana mit seiner Bassgitarre den Rhythmus Südamerikas in seiner emotionalsten Form gekonnt vortrugen. Eine Fusion von Bossa Nova mit Jazz und Klassik, wie sie selten zu hören ist. 

Die Zutaten stimmten also. Alleine, der Funken sprang nicht über. „Das ist irgendwie zu statisch“, so erklärte es sich Besucher Eugen Reichardt. Kein „Girl from Ipanema“ war im Programm und kein Copacabana-Gefühl wollte sich einstellen. Mag es an der Erwartungshaltung der Besucher gelegen haben, oder daran, dass man die portugiesischen Texte nicht verstand. Mancher hatte den Schlager „Schuld war nur der Bossa Nova“ im Kopf, mit dem die Sängerin „Manuela“ 1963 die deutschen Charts erobert hatte. Ob es sich nun um die oder den Bossa Nova handelt, sei mal dahingestellt. Dabei verhält sich wie mit Butter, die je nach geografischer Herkunft mal weiblich oder mal sächlich ist (beides ist erlaubt).

Von Jürgen Zimmer

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