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Umland Burgwedel Nachrichten Hörgerät vom Kopf gerissen
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00:15 12.02.2016
Von Martin Lauber
Prävention: Gernot Höppner versteckt das verbliebene Hörgerät unter einem Stirnband. Quelle: Martin Lauber
Burgwedel

Mit einer Einkaufstasche in der linken Hand steuerte Gernot Höppner am vergangenen Freitag gegen 10 Uhr zu Fuß vom hannoverschen Hauptbahnhof auf den Kröpcke zu. Wie immer hafteten über beiden Ohren - auf der Kopfhaut gut sichtbar - zwei Sendespulen. Sie versorgen Implantate, die Höppner schon vor mehr als 20 Jahren eingepflanzt wurden, mit elektrischen Signalen. Die akustische Information wird über den Hörnerv direkt weiter ans Gehirn übertragen. Das hochmoderne Implantatsystem ist gerade mal ein halbes Jahr alt und gut 10.000 Euro teuer.

„Ich hab’ etwas gemerkt“, erinnert sich der Rentner an den Moment des Diebstahls auf der belebten Bahnhofstraße in Hannover. „Sofort habe ich mich umgedreht. Aber da war schon niemand mehr zu sehen.“ Das linke der beiden Hörgeräte war und blieb weg, daran änderte auch intensivstes Suchen in der näheren Umgebung nichts.

Zutiefst verunsichert - „Ich war ganz erschossen“ - trat Höppner die Heimreise an. Seitdem verbirgt er das verbliebene rechte Hörgerät - quasi als passiven Diebstahlschutz - unter einem Stirnband. Er muss jetzt öfter mal nachfragen, wenn jemand ihn von der linken Seite anspricht, auf der seine Hörhilfe fehlt. Strafanzeige erstattete der 77-Jährige erst drei Tage nach dem Diebstahl am Montagnachmittag auf dem Kommissariat in Großburgwedel.

„Ich brauche auf jeden Fall Ersatz“, sagt Höppner, der nach eigener Aussage gegen einen Diebstahl seines Hörgerätes nicht versichert ist, aber darauf hofft, mit seiner Krankenkasse und seinem Akustiker eine Lösung zu finden. Für den Dieb sei die individuell auf sein Implantat eingemessene Spule wertlos, er könne das Gerät getrost wegwerfen - oder besser: Er sollte es anonym bei der Polizei abgeben, so Höppners stille Hoffnung.

In Großburgwedel ist der mobile Rentner eine bekannte Persönlichkeit. Öffentlich und mit Erfolg hatte er sich dafür eingesetzt, dass in der St.-Petri-Kirche und jüngst auch im städtischen Amtshof Induktionsanlagen eingebaut wurden, die Hörgeschädigten das Zuhören erleichtern.

Von Martin Lauber

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