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Umland Burgwedel Nachrichten Gnadengesuch zu Angelhütte scheitert
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14:07 22.02.2018
Klaus Krüger (links) genießt mit Freund Werner Neuhaus und seiner Bekannten Regina Gresbrand noch einmal den  Ausblick von der Terrasse seiner Angelhütte. Quelle: Philipp Bader
Neuwarmbüchen

 Klaus Krüger hat für das Schreiben der Region Hannover kein gutes Wort über: „Das ist eine Katastrophe. Ich würde die Hütte so gern weiter nutzen“, sagt der 79-jährige Rentner, der in Großburgwedel bekannt ist wie ein „bunter Hund“. Sein kleines Häuschen am Schwanensee in Neuwarmbüchen sei doch so sehr in die Natur eingewachsen, „das sieht man doch kaum“, kann er nicht nachvollziehen, was ihm die Behörde jetzt Schwarz auf Weiß hat zukommen lassen.

Im Sommer 2016 hatte das Verwaltungsricht Hannover bei einem Ortstermin in Neuwarmbüchen zu entscheiden, was baurechtlich zulässig ist an Fischteichen in der freien Natur. Sitzmöbel und kleinere Stege sind erlaubt, mehrere Hütten am Schwanensee hingegen unzulässig, so der damalige Urteilsspruch der Richterin, der für die Region Modellcharakter hat – die Behörde will auch die Bauten an anderen Fischteichen prüfen.

Für Krüger, der nach 30 Jahren als Blumenhändler in der Burgwedeler Innenstadt als „Blumen-Klaus“ vielen Menschen vom Klönschnack in der Fußgängerzone bekannt ist, folgte die Aufforderung der Region, seine Hütte bis Ende Januar 2018 abzureißen. Bereits im November 2017 hatte sich deshalb Krügers ehrenamtlicher Betreuer Ulrich Reck mit einem Gnadengesuch an den Regionspräsidenten gewandt.

Die Antwort auf die Bitte, Klaus Krüger seine Acht-Quadratmeter-Angelhütte am 45.000 Quadratmeter großen Schwanensee doch bis zu seinem Ableben weiter nutzen zu lassen, ließ etliche Wochen auf sich warten. Sogar die Januar-Frist für den Abriss war schon verstrichen, als jetzt das Antwortschreiben ins Haus flatterte. „Die Region Hannover kann die vom Verwaltungsgericht getroffene Entscheidung nicht rückgängig machen“, teilt der Erste Regionsrat Professor Axel Priebs darin mit – das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht habe zum Ergebnis gehabt, dass die Gebäude baurechtswidrig seien und dort nicht länger stehen dürften. Allerdings habe die Richterin damals signalisiert, dass sie sich mit den Fristen für den Rückbau großzügig zeigen würde, so Priebs weiter – doch der Grundstückseigentümer habe dies abgelehnt, da er auf einen abschließenden Bescheid bestanden habe. „Daher bleibt es dabei, dass auch die von Herrn Krüger genutzte Angelhütte beseitigt werden muss.“

Der Eigentümer des Schwanensees, Rechtsanwalt Herwig Matthes, hat kein Verständnis dafür, dass Klaus Krüger in seinem 80. Lebensjahr nicht mehr auf der Terrasse vor seiner kleinen Hütte sitzen werden darf, nachdem er diese zuvor doch 40 Jahre lang unbeanstandet habe nutzen können. „Es ist völlig unangemessen, dass die Region von ihrem Ermessensspielraum keinen Gebrauch macht“, kritisiert er.

Krügers ehrenamtlicher Betreuer Ulrich Reck sieht es ähnlich. Er verweist auf Regelungen der Region für den Würmsee in Kleinburgwedel, wo ein „Auswohnen“ doch auch möglich sei, und die Schulze-Delitzsch-Straße im Gewerbegebiet in Großburgwedel. „Man kann sich auch ins Hemd machen!“

Doch für die Angelhütte am Schwanensee sind die Würfel gefallen. Das kleine Häuschen sowie ein benachbarter Geräteschuppen und ein offener Unterstand, die baurechtlich ebenfalls unzulässig sind, werden in den nächsten Wochen abgerissen. Immerhin hatte die Region die Frist dafür zwischenzeitlich bis Ende April verlängert.

Von Frank Walter

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