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Umland Burgwedel Nachrichten Region sperrt Mekka der Geocaching-Szene
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10:35 16.02.2016
Hier ist kein Abenteuer mit Gruselfaktor mehr möglich: Die „Villa Eichengrund“ in einem Waldstück nahe dem Heideheim. Quelle: Ulla Kallenbach
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Burgwedel

„Die fahren hier bei Tag und bei Nacht vorbei und suchen das Geocaching-Haus“, berichtet Petra Baumgarte, langjährige Mitarbeiterin im Heideheim. Doch seit Donnerstag versperrt ein Bauzaun den Zugang zu der mitten zwischen hohen Bäumen gelegenen Attraktion: ein kleines Holzhaus in einer Senke, dauerbeschallt vom Brummen der Lastwagen, dessen mehr als 25-jähriger Dornröschenschlaf auf Geocacher magische Anziehungskraft ausgeübt hat. Kein Wunder: Das Zentralorgan der Szene im Internet - die Lost-Places-Homepage - lädt zum Abenteuer mit Gruselfaktor ins Dreieck zwischen A 7 und A 352.

2000 oder mehr „Schatzsucher“ überwiegend aus der Lost-Places-Communitiy haben nach Einschätzung der Wedemärker Journalistin und Geocacherin Bettina Reimann im Lauf der Jahre das unverschlossene und von Vandalismus gezeichnete Häuschen aufgesucht, an dem bis Dezember eine Holztafel mit der Aufschrift „Haus Eichengrund“ hing.

Doch damit ist es nun vorbei: Ein Geocacher aus der Region informierte im November den Wasserverband darüber, dass Wasser in den Keller des Gebäudes laufe. Dadurch wurde der Fall den Behörden bekannt. Untersuchungen der Stadt Burgwedel ergaben daraufhin, dass die Kellerdecke einsturzgefährdet ist. Die Region Hannover hat als Bauaufsichtsbehörde die Eigentümerin ermittelt und angeschrieben. Es handele sich um eine ältere Dame, die mit der Gesamtsituation überfordert zu sein scheine, erklärte Sprecher Klaus Abelmann. Daher sei das Gebäude jetzt abgesperrt und „versiegelt“ worden.

Das Betreten des Grundstückes stelle eine Straftat dar, warnt auch Burgwedels Bürgermeister Axel Düker. „Das ist kein Ort, wo man rumkriecht“, sagt er mit Verweis darauf, dass das Schatzversteck sich wohl im Kriechkeller befindet, wie auch Petra Baumgarte von Geocachern erzählt bekam.

Die Region kündigte an, dass sie via Facebook den „Owner“ des Caches auffordern werde, den in dem Haus deponierten Behälter umgehend zu „deaktivieren“ und sich bei der Bauaufsicht zu melden, damit ihm die Bergung der Dose ermöglicht werden könne - „straffrei“.

Moderne Schatzsuche per GPS

Geocaching ist eine Art moderne Schatzsuche, bei der ein GPS-Empfänger und Koordinaten aus dem Internet verwendet werden. Dabei gilt es, Behälter zu finden, die andere Geocacher meist an besonders schönen oder so ungewöhnlichen Orten wie der „Villa Eichengrund“ versteckt haben. Aus den Behältern (Caches) wird üblicherweise etwas herausgenommen und etwas Neues hineingelegt und ein Eintrag in einem Logbuch vorgenommen. Der Inhalt dieser „Schätze“ ist meist von geringem Wert.

Von Martin Lauber und Ulla Kallenbach

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