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Umland Burgwedel Nachrichten Seminar-Neubau soll auf Pestalozzi-Campus
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03:01 02.03.2018
Das Pestalozzi-Seminar soll samt Wohnheim abgerissen und durch einen Neubau an der Pestalozzi-Straße ersetzt werden. Quelle: Martin Lauber
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Großburgwedel

 Die Pestalozzi-Stiftung in Großburgwedel hat umfangreiche „Campus“-Pläne. Im Mittelpunkt stehen Abriss und Neubau des bestehenden Seminargebäudes. Die renommierte Erzieherschmiede soll vom Pastor-Badenhop-Weg möglichst an die Pestalozzistraße umziehen – allerdings nicht ins Wichernhaus, wie es noch vor einem halben Jahr geplant war.

Ein ganzes Pestalozzi-Stadtviertel 

Die vor 172 Jahren gegründete Stiftung bewegt tagtäglich viele Hundert Menschen auf ihrem Kleinstadtviertel-großen Areal am östlichen Rand von Großburgwedel: Förderschule und Kita, die Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Wohnheime, die Wäscherei und die Verwaltung der Stiftung reihen sich auf beiden Seiten der Pestalozzistraße, an deren Ende als markante Landmarke das Wichernhaus liegt, das Stammhaus der Stiftung. In der Mitte mündet – benannt nach einem früheren Stiftungsvorstand – der Pastor-Badenhop-Weg: Das ist die Adresse des seit 1947 bestehenden Pestalozzi-Erzieherseminars  mit aktuell zehn Klassen, in denen 250 angehende sozialpädagogische Assistenten beziehungsweise Erzieher in Voll- oder Teilzeit, im Abendschulbetrieb und sogar an Sonnabenden ausgebildet werden.

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Das Wichernhaus ist das Stammhaus der Pestalozzi-Stiftung und eine weithin sichtbare Landmarke am östlichen Stadtrand von Großburgwedel.

Sanierung ist unwirtschaftlich

Das Seminargebäude aus den sechziger Jahren ist nicht nur zu eng geworden, es sei vor allem energetisch ein Sanierungsfall. Hohe Investitionen lohnten sich laut einer Wirtschaftlichkeitsanalyse nicht, sagt Stiftungsvorstand Claus Fitschen auf Anfrage. „Deshalb gibt es bei uns mittlerweile eine ganz klare Marschrichtung: Es wird über einen Neubau nachgedacht. “ 

Auf Basis der besagten Untersuchung wurden die ursprünglichen Pläne beerdigt, mit dem Seminar ins repräsentative Wichernhaus umzuziehen. Auf den 2.500 Quadratmetern des anno 1907 als „Rettungshaus“ erbauten Gebäudes –1.000 Quadratmeter mehr als im jetzigen Seminar – sollten bis August 2018 für rund 2 Millionen Euro neue Klassen-, Projekt- und Technikräume, eine Aula und Lehrerzimmer geschaffen werden.

Nun also doch ein Neubau, der sich im Sinne eines Pestalozzi-Campus’ in die Reihe der bestehenden Einrichtungen einfügen würde. Ausreichend Platz dafür gäbe es zum Beispiel auf der Südseite der Pestalozzistraße zwischen Wichernhaus und Teich, wo bislang Werktstattmitarbeiter nach Feierabend gerne Fußball spielen. Vor dem Sommer soll die bis dahin erwartete städtebauliche Entwicklungsplanung Aussagen dazu machen. Bei der Stadtverwaltung ist Fitschen schon mal vorstellig geworden und hat nach eigener Aussage positive Signale erhalten für die erforderliche flankierende Bauleitplanung. Die Reihenfolge sei klar, so Fitschen: Erst der Neubau des Seminars, dann der Abriss am Pastor-Badenhop-Weg.

Freifläche in spe in 1-A-Lage

Außer dem 50 Jahre alten Seminar-Flachbau würde nach einem Umzug auch der dazu gehörige dreigeschossige Wohnheimkomplex obsolet, dessen kleine Räume nur noch von einem halben Dutzend Erzieherschülerinnen bewohnt werden. Durch einen Abriss beider Gebäudeteile würde inklusive des großen Parkplatzes eine gut 9.000 Quadratmeter große Freifläche entstehen – in 1-A-Wohnlage bestens geeignet für ein Baugebiet , mit dessen Verkauf die Stiftung die Neubaukosten des Seminars refinanzieren könnte. Aber soweit sei man noch gar nicht, erklärt Fitschen und verweist auf die Studie. 

Was wird langfristig aus dem Stammhaus?

Die größte Herausforderung bleibt indes, für das das alt-ehrwürdige, denkmalgeschützte Stammhaus der Stiftung eine langfristige sinnvolle Nutzung zu finden. Dabei sei auch eine Nutzung durch Dritte denkbar, sagt Claus Fitschen.

Einstweilen leert sich das Haus: Sowohl in Altwarmbüchen wie an der Pestalozzistraße in Großburgwedel sind aktuell neue Gebäude im Bau, in die noch vor dem Sommer Arbeitsbereiche der Werkstatt ausgegliedert werden, die sich noch im Wichernhaus befinden – auch für Büros der Behindertenhilfe gilt das. Zum Jahresende wird zudem der Vertrag für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge wahrscheinlich auslaufen, die seit zwei Jahren im Dachgeschoss des Wichernhauses untergebracht sind. Dann bliebe nur noch die Kantine im Erdgeschoss für die circa 120 Mitarbeiter der benachbarten Werkstatt. 

Tag der offenen Tür im Seminar

Der Bedarf an Erzieherinnen und Sozialassistenten wird immer größer. Das Pestalozzi-Seminar, Pastor-Badenhop-Weg 2–4, lädt für Sonnabend, 3. März, von 11 bis 15.30 Uhr dazu ein, diese Berufe kennenzulernen. Besucher erwartet ein Niedrigseilgarten, sie können experimentieren und sportpädagogische sowie weitere Aktivitäten aus der Ausbildung kennenlernen. Lehrer und Schüler, die das erste Jahr der Erzieherausbildung durchlaufen, stellen die Aktivangebote vor, führen durch die Schule und berichten aus persönlicher Sicht über die Ausbildung. 

Von Martin Lauber

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