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Umland Burgwedel Nachrichten Senioren wappnen sich gegen Angriffe
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17:48 15.10.2017
Horst Metz aus Wettmar lernt, wie er sich im Notfall mit einem Gehstock verteidigen kann. Quelle: Gerner
Großburgwedel

„Achten Sie auf eine selbstsichere Körperhaltung“, empfiehlt Nicholas Witzig. „Ein gerader Rücken, ein wacher Blick – das kann schon reichen, um gar nicht erst Ziel eines Angriffs zu werden. Denn ein Täter wählt sich ein leichtes Opfer aus.“ Sein Mitstreiter Jann Vogel rät: „Wenn Sie angegriffen werden, schreien Sie! Das kann den Täter erschrecken und erregt Aufmerksamkeit. So hat der Angreifer kein leichtes Spiel mehr.“ Vor den beiden Karate-Trainern vom Verein Samurai Burgdorf stehen 40 Frauen und Männer im Rentenalter. Astrid Müller vom Sozialverband hat die jungen Trainer eingeladen, um zu zeigen, wie man sich auch in höherem Alter noch gegen Angreifer wehren kann.

Die Teilnehmerinnen Margrit Hertzsch und Olga Kuklau haben bislang noch keine Situation erlebt, in der sie Angst vor einem Angriff hatten. „Wer sich mit mir anlegt, ist selbst schuld!“, behauptet Olga Kuklau lachend. Renate Voges hingegen hat einmal auf der Rolltreppe in einem Kaufhaus gemerkt, wie sich zwei junge Frauen an ihrer Tasche zu schaffen machten.

„Wenn Sie merken, dass Ihnen jemand unangenehm nah kommt, setzen Sie alles daran, Distanz aufzubauen“, rät Vogel. Der 26-Jährige zeigt, wie man mit den Armen Personen auf Abstand halten kann. Zusammen mit Witzig demonstriert er Schlagtechniken, bei denen man nicht Gefahr läuft, sich selbst an der Hand zu verletzen. So bietet es sich an, mit der Unterseite der Faust zu schlagen anstatt mit den Knöcheln. „Und wenn Sie ausatmen und dabei schreien, bekommen Sie automatisch mehr Kraft in Ihren Schlag“, verrät Witzig. „Deshalb üben wir den Schlag jetzt noch einmal mit einem lauten ‘Ho!’.“ Das Brüllen der Senioren erfüllt den Raum. Und manch einer merkt, wie stark und böse er wirken kann, wenn er wütend ist.

Besonders aufmerksam werden die Senioren, als die Trainer demonstrieren, wie man sich mit Regenschirmen und Gehstöcken Angreifer vom Leib halten kann. „Man kann jemandem auch einen Kugelschreiber oder einen Schlüssel in die Hand piksen. Das kann sehr weh tun“, sagt Vogel. Dass sich auch eine Zeitung als Waffe eignet, hätten die Teilnehmer nicht gedacht – bis Witzig vorführt, wie stabil diese in gerollter Form ist.

Die Senioren zeigen sich sichtlich beeindruckt und ermutigt. „Wie man sich im Fall des Falles wehren kann, hängt jedoch davon ab, ob man einen guten Tag hat oder nicht“, meint Horst Metz. Deshalb raten die Trainer: „Gehen Sie aus der Gefahrensituation heraus – so schnell wie möglich!“

Fotostrecke Burgwedel: Senioren wappnen sich gegen Angriffe

Von Gabriele Gerner

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