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Nachrichten Elterngeld-Anträge bleiben monatelang liegen
Umland Burgwedel Nachrichten Elterngeld-Anträge bleiben monatelang liegen
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15:53 23.11.2017
Auf ihr Elterngeld müssen zahlreiche junge Eltern aus Burgwedel derzeit warten. Quelle: babimu - Fotolia
Großburgwedel

 Die Nerven liegen blank. Weil der Stadt Burgwedel krankheitsbedingt zwei Mitarbeiterinnen in der Elterngeldstelle ausgefallen sind, warten junge Familien teilweise schon mehr als drei Monate auf die Bewilligung ihrer Anträge.

So auch eine junge Großburgwedelerin, die im Sommer ein Mädchen entbunden hat:  Nach der Geburt stellte sie einen Antrag auf Elterngeld beim Sozialamt. Sie und ihr Mann teilen sich die Elternzeit, auf die Bewilligung des Elterngeldes wartet das Paar bis heute. „Jede Familie kalkuliert mit dem Geld“, erklärt die zweifache Mutter, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie kenne Familien, die ihren Disporahmen überziehen mussten und nun nicht wüssten, wovon sie leben sollen. Bei ihr selbst sei die Finanzlage nicht ganz so dramatisch, weil ihr Mann voll berufstätig sei.

Dass im Rathaus vorübergehend ein Engpass durch Krankheitsfälle entstehen kann, dafür hat die Großburgwedelerin Verständnis. „Aber Probleme im Rathaus lösen nicht wir Eltern“, ärgert sie sich. Die Stadt hätte das Problem öffentlich kommunizieren müssen, findet sie.  „Tut uns leid, die Bearbeitung der Anträge wird länger dauern“ –eine solche Information hätte ihr gereicht. So aber fühle sie sich im Stich gelassen – und eine Finanzplanung, die so wichtig für junge Familien sei, sei weiterhin nicht drin. Gewünscht hätte sie sich, dass sie zumindest ein Signal aus dem Rathaus bekommt, ob ihr Antrag überhaupt angekommen ist – und dass sie, wenn auch verspätet, mit dem Elterngeld rechnen kann.

Laut Bundesgesetz steht Eltern nach der Geburt eines Kindes für bis zu 14 Monate Elterngeld zu. Sie erhalten für den Elternteil, der zuhause bleibt, als Lohnersatzzahlung 67 Prozent des Nettodurchschnittslohns aus dem Jahr vor der Entbindung. Die Obergrenze liegt bei monatlich 1.800 Euro. Wie eine weitere Mutter aus Großburgwedel der HAZ berichtete, gebe es mittlerweile zahlreiche Betroffene, die sich in den sozialen Netzwerken über die Nichtbearbeitung der Elterngeld-Anträge rege austauschen. 

 Die Stadt räumt den personellen Notstand ein: Zwei Mitarbeiterinnen seien langfristig erkrankt. Und diese seien, weil für die Bearbeitung von Eltergeldanträgen bestimmte Vorkenntnisse erforderlich seien, nicht so leicht zu ersetzen, teilte  die Ersten Stadträtin Christiane Concilio auf Anfrage mit. Sie habe sich um Amtshilfe in allen umliegenden Kommunen bemüht. Zunächst ergebnislos, inzwischen aber mit Erfolg. Seit dem 26. Oktober habe das Sozialamt der Gemeinde Uetze die Bearbeitung der Burgwedeler Elterngeld-Anträge übernommen. Concilio hofft nun, dass die liegengebliebenen Anträge bis Ende des Jahres bearbeitet sein werden.

Dass Eltern auf das Geld dringend angewiesen sind, sei ihr sehr wohl bewusst, sagt Concilio. Und ebenfalls, dass sie aufgrund der ausstehenden Zahlungen in eine finanzielle Notlage geraten könnten. „Wir bedauern die Verzögerung sehr, auch wenn es die Eltern nicht rettet“, bittet sie um Verständnis dafür, dass die Elterngeldstelle im Burgwedeler Rathaus einstweilen verwaist bleibe. „Wir können es leider nicht ändern.“

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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