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Kunst statt Graffiti für die Westerfeldhalle

Burgwedel Kunst statt Graffiti für die Westerfeldhalle

Die Westerfeldhalle kann äußerlich nur schöner werden – zumal sie oft mit hässlichen Sprayereien beschmiert ist. Die Stadt will jetzt Jugendliche unter Anleitung eines Fassadenkünstlers heranlassen.

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Diese Giebelwand hat viel Platz für Kunst

Quelle: Martin Lauber

Wettmar. Mit dieser Idee hat Burgwedels Kämmerer Christian Möhring offene Türen beim Wettmarer Ortsrat eingerannt: Möhring möchte Jugendliche unter Anleitung eines Fassadenkünstlers an die immer wieder mit Farbschmierereien verunzierte Giebelwand der Westerfeldhalle heranlassen. 

Schön ist die Halle neben dem Wettmarer Kindergarten nicht – eine schmucklose Industriehalle aus den frühen Siebzigerjahren. In ihrem gegenwärtigen Zustand ist sie zudem unansehnlich: Sprayer haben wieder einmal wenig dekorative Buchstabenkombinationem auf der weißen Giebelwand hinterlassen. „Sie kann nur schöner werden“, fand CDU-Mann Michael Kranz in der jüngsten Sitzung des Ortsrates. Die Halle immer wieder neu anstreichen zu lassen, „kostet Geld“, erklärte Möhring, der außer für die städtischen Liegenschaften auch für die kommunalen Finanzen zuständig ist. Sein Kalkül: Professionelle Graffiti würden von anderen Sprayern „respektiert“ und von den Mitwirkenden wie ein Augapfel gehütet werden. Und vorbei wäre es mit immer wieder neuen Anstrichen.

Diese Giebelwand hat viel Platz für Kunst

Diese Giebelwand hat viel Platz für Kunst

Quelle: Martin Lauber

Die Verwaltung stieß bei ihren Recherchen über Fassadenkunst auf einen Vertreter dieser Zunft namens Philipp von Zitzewitz. Mit seiner Firma BIRDbrain Pictures Fassadenkunst hat der 39-Jährige bereits zahlreiche Wände von Firmen-, privaten und öffentlichen Gebäuden verschönert. Seine Kunstwerke sind unter anderem in Hannover, Leer und Springe zu sehen. Ende vergangenen Jahres hatte er in einem Workshop mit Jugendlichen die Geschichte der Gedenkstätte Ahlem künstlerisch aufgearbeitet. 

Die Frage, ob er sich vorstellen könne, mit jugendlichen Burgwedelern ein Graffiti-Projekt umzusetzen und die Fassade der Halle professionell zu gestalten, beantwortet der Pattenser mit einem konkreten Angebot. „Ich habe reichlich Erfahrung in der Leitung von Jugendgruppen und freue mich auf die Burgwedeler Kids“, so der diplomierte Künstler, der auch einen Master in Fernsehjournalismus besitzt. 

„Ich starte mit mindestens drei Vorbereitungsterminen“, beschreibt er seine Arbeitsweise. Dabei würden die Jugendlichen in die Mal- und Sprühtechniken eingewiesen und im sicheren Umgang mit den Lacken und Farben geschult. „Dann kann sich jeder auf Übungsplatten mit den Sprühdosen ausprobieren und versuchen, erste Motive zu realisieren. Schritt für Schritt wird die Technik dann verfeinert, bis sie an der Wand umgesetzt wird“, so der Künstler. Rund eine Woche intensiver Arbeit ist geplant, um die Wände der Sporthalle zu verzieren. 

Etliche Eimer Fassadenfarbe und bis zu 200 Sprühdosen würden für die Arbeiten auf der 100 Quadratmeter großen Fläche benötigt, so von Zitzewitz.  Die Kosten für das Projekt bewegen sich nach seinen Angaben im vierstelligen Bereich. Eine Ausgabe, die sich sicherlich lohnt – so die Einschätzung von Uli Appel, Jugendpfleger der Stadt Burgwedel. „In der Sprayer-Szene ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass man ein Graffito eines anderen Künstlers nicht übersprüht“, weiß er. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass die Sporthallenfassade nicht immer wieder übergestrichen werden muss, wenn unprofessionelle Sprayer dort ihre Schmierereien hinterlassen haben. 

Der Jugendpfleger führt derzeit Gespräche mit Jugendgruppen und Schulen, um eine Sprayergruppe zusammenzustellen. Alle Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren, die Lust haben, bei der Verschönerung der Westerfeldhalle kreativ mitzuwirken, können sich bei Uli Appel unter Telefon (0160) 90741199 melden. 

Von Martin Lauber und Gabriele Gerner

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