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Umland Burgwedel Nachrichten Ophelia bekommt wohl den Zuschuss
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00:41 03.06.2018
Ophelia hilft Opfern häuslicher Gewalt. Quelle: Symbolbild
Langenhagen

Zunächst hatte es für den bereits im vergangenen Jahr gestellten Antrag auf einen kommunalen Zuschuss für Ophelia gar nicht gut ausgeschaut. Das Beratungszentrum – ehemals Frauennotruf Langenhagen – für Frauen und Mädchen, die Gewalterfahrungen gemacht haben, egal, ob körperliche, sexualisierte, psychische, soziale oder ökonomische Gewalt, hilft Betroffenen in den vier Nordkommunen. Also nicht nur in Langenhagen, sondern auch in Burgwedel, Isernhagen und der Wedemark.

Doch genau an diesem Konstrukt rieb sich der eine oder andere Kommunalpolitiker. Nun beantragte der Verein angesichts steigender Fallzahlen einen um 8000 Euro erhöhten Zuschuss auf nunmehr 30.000 Euro vonseiten Langenhagens. „Als einzige Fachberatungsstelle im Norden der Region Hannover für Mädchen und Frauen mit Gewalterfahrung ist Ophelia ein fester Bestandteil der psychosozialen Angebotsstruktur in der Stadt Langenhagen“, argumentierte etwa die SPD. Denn dort würden Mädchen und Frauen, die von jeglicher Form von Gewalt betroffen sind, mit großer Qualität und Kontinuität begleitet, betonte Fraktionschef Marc Köhler gebetsmühlenartig. Auch sein Hinweis, dass die Arbeit ein weiterer Baustein in der Präventionsarbeit sei, verklang bei der politischen Mehrheit zunächst ungehört und rief in erster Linie Kritiker auf den Plan.

Politik fordert mehr Informationen

So auch in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Denn zunächst verlangten CDU-Fraktionschef Reinhard Grabowsky und Wilhelm O. Behrens (Unabhängige) die Absetzung des Tagesordnungspunktes – ohne Diskussion. Doch die beiden unterlagen der Mehrheit – und es entbrannte anschließend eine leidenschaftliche Debatte, ob Langenhagen angesichts eines erhöhten Zuschusses nicht übervorteilt werden würde. „Das geht zulasten Langenhagens“, argumentierte Behrens mit Blick auf die Förderung der anderen drei Nordkommunen in Höhe von zusammen 21.000 Euro. Allerdings zahlen die auch nur für das wesentlich abgespecktere Beratungsangebot „Biss“. Das werde seit 2006 vom Land gefördert und sehe lediglich eine Erstintervention und Beratung bei häuslicher Gewalt in Zusammenarbeit mit der Polizei vor. Die Arbeit in Langenhagen sei deutlich vielschichtiger, warb Ophelia-Leiterin Antoaneta Slavova.

Ungeachtet dessen forderten Grabowsky und Behrens vehement mehr detaillierte Informationen ein. Etwa wie der Zuschuss verwendet werden solle und sich die anderen Partner an den Mehrausgaben beteiligen würden. In das gleiche Horn stieß auch Marc Hinz von der AfD.

SPD bezeichnet Diskussion „peinlich“

SPD-Fraktionschef Marc Köhler platzte in der Sitzung schließlich der Kragen. „Seit Dezember haben Sie die Informationen“, schleuderte er den Zweiflern und Verzögerern verbal entgegen. Und mehr noch. Angesichts der stets steigenden Fallzahlen sei es für ihn „nur peinlich“, dass angesichts der sonst in Langenhagen üblichen Summen um 8000 Euro so lange diskutiert werde. Zumal er den Antrag seiner Partei auch mit gestiegenen Fallzahlen zu unterlegen wusste. Gleichwohl sollte in der Tat perspektivisch mit den anderen Kommunen darüber gesprochen werden, wie die Förderung künftig vielleicht anders verteilt werden könnte, sagte Köhler. Doch nunmehr soll diese Summe dazu dienen, „dass der Verein weiter ordentlich arbeiten kann“.

Nach einem weiteren Vortrag Slavovas in der Sitzung, in der sie dezidiert die Förderungen der verschiedenen Institutionen darstellte, wich die Front der Zweifler auf. Für die BBL warb deren Fraktionschef Jens Mommsen für einen erhöhten Zuschuss. Wenn der Verein breiter arbeiten solle, müsse diesem Zuschussantrag unter Vorbehalt des Haushaltes zugestimmt werden, meinte er. Auch Horst-Dieter Soltau (CDU) warb dann auch mit vehementen Worten um Zustimmung. Gleichwohl wird der Ophelia-Antrag im Zuge der Haushaltsberatungen noch einmal in den Fraktionen diskutiert. Doch Köhler ist nun angesichts der empfangenen Signale zuversichtlich, dass der Verein letztlich die 8000 Euro erhalten wird.

Von Sven Warnecke

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