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Burgwedel Hundehasser legt Köder mit Nägeln aus
Umland Burgwedel Hundehasser legt Köder mit Nägeln aus
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16:59 01.11.2018
Hatte den Schraubenköder beinahe verschluckt: Hundedame Lilith mit Frauchen Evelyn Evers. Quelle: Thomas Oberdorfer
Wettmar

In Wettmar ist ein Tierquäler unterwegs: Eine Hundehalterin hat am Donnerstagmorgen dicke, mit Nägeln und Schrauben gespickte Fleischwurst-Stücke am Sportplatz entdeckt. Sie lagen am Rand des Weges, der von der Thönser Trift zu den Tennisplätzen führt. Und fast hätte der Hundehasser Erfolg gehabt mit seinem Köder.

Die Wettmarerin Evelyn Evers war um kurz nach 8 Uhr mit ihrem Ehemann Heiko Nawrocki und ihren beiden Hunden Lilith und Bibo hinter dem Sportplatz unterwegs. Plötzlich schnappte die Hundedame Lilith etwas vom Boden auf und begann zu kauen. Geistesgegenwärtig zog Nawrocki die Hündin zu sich heran, öffnete ihre Schnauze mit den Händen und holte das Fleisch heraus. „Das war ganz knapp. Es saß schon ganz hinten am Gaumen, und beinahe hätte sie es verschluckt“, schildert er die Situation. In der Hand hielt er ein Wurststück mit drei dicken Schrauben.

Kurz darauf entdeckte Evelyn Evers’ Nachbarin keine zehn Meter von der ersten Fundstelle entfernt den nächsten präparierten Köder. Wieder ein Stück Fleischwurst, diesmal gespickt mit einem langen Nagel. Ihre Pudeldame Gina wollte gerade zubeißen und das Stück fressen.

Evelyn Elvers ist sich sicher, dass die Wurststücke erst kurz zuvor dort deponiert worden waren. „Da krabbelte keine einzige Ameise dran herum. Außerdem rochen sie richtig frisch, als hätte ein Fleischer die Scheibe gerade erst von einer Wurst herunter geschnitten“, sagt sie und ist sich sicher: „Die haben dort nicht die Nacht über gelegen.“

Gleichgültig ob die Fleischstücke mit Schrauben oder Nägel gespickt sind, für die Hunde können diese Köder richtig gefährlich werden. „Sogar lebensgefährlich“, wie die Kleinburgwedeler Tierärztin Susanne Bettenburg sagt. „Wenn ein Hund solch einen Köder verschluckt, können die Metallstifte Magen- und Darmwand durchstechen. Und das kann für den Hund tödlich enden“, erklärt die Veterinärin.

Gestern wurde Bettenburg noch kein durch einen Köder verletztes Tier vorgestellt. „Aber es ist zu früh, Entwarnung zu geben“, sagt Evelyn Evers. Denn: „Setzt man die gefundenen Wurststücke zusammen, dann sind das erst zwei Viertelstücke einer zentimeterdicken Scheibe. Da fehlt noch was“, sagt sie und warnt alle Hundebesitzer: „Passt bitte auf.“ Es kann also gut sein, dass noch weitere Stücke in Wettmar liegen und nur auf hungrige Hunde warten.

Und auch die Polizei will keine Entwarnung geben. Bei ihr gab Evelyn Evers gestern Vormittag die präparierten Fleischstücke ab. „Solch einen Fall hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt Polizeisprecher Bernd Klapproth vom Kommissariat Großburgwedel. Der Beamte kann sich lediglich an Fälle erinnern, an denen Tiere angeblich Giftköder verschluckt hatten. „Und die konnten letztlich dann nicht überprüft werden“, sagt er.

Im Fall der Wettmarer Fleischwurst-Stücke hat die Polizei jedoch die Ermittlungen aufgenommen. Sie bitte etwaige Zeugen, sich unter der Telefonnummer (05139) 9910 bei der Dienststelle in Großburgwedel zu melden.

Von Thomas Oberdorfer

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