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Garbsen 250 Lehrer suchen nach Ideen für digitales Lernen
Umland Garbsen 250 Lehrer suchen nach Ideen für digitales Lernen
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00:18 08.12.2018
An der Oberschule Berenbostel gehört das Tablet schon selbstverständlich zum Unterricht dazu. Quelle: Gerko Naumann (Archiv)
Berenbostel

Der Zeitpunkt hätte nicht besser liegen können: In Berlin streiten Bund und Länder derzeit über den Digitalpakt – ein Fünf-Milliarden-Programm für die digitale Aufrüstung von Schulen. Die Bundesländer haben die dafür nötige Gesetzesänderung am Mittwoch gestoppt. Derweil haben in Garbsen rund 250 Lehrer an der Oberschule (OBS) Berenbostel nach Impulsen für digitales Lernen gesucht. „Dass mehr Geld für schnelles Internet und mobile Geräte fließt, ist wichtig“, sagt Bernd Boeck, Lehrer an der OBS Berenbostel und Mit-Initiator des sogenannten Mediencamps „Fit4Tablets“. Allerdings fehlten bei den Lehrern und in vielen Klassenzimmern noch die passenden Ideen und Konzepte für das digitale Lernen.

Klare Vereinbarungen fehlen

Mit Tablet-Klassen, in denen die Schüler mit eigenen mobilen Computern lernen und arbeiten, ist die OBS Berenbostel derzeit in Garbsen und auch der Region Hannover noch ein Vorreiter. Aber auch hier hat man das Ziel, alle 460 Schüler auszustatten, noch nicht erreicht. Erst in vier Jahren soll es soweit sein. Die Tablets werden privat bezahlt. „Dass wir vor Gericht streiten müssen, ob das Jobcenter das Gerät bezahlt, wenn sich die Eltern das nicht leisten können, zeigt, dass es noch viel zu tun gibt“, sagt Boeck. Oftmals fehlten klare Vereinbarungen und man fühle sich von der Politik allein gelassen. Wie Digitalisierung im Unterricht aussehen soll, gestalteten die Schulen derzeit noch selbst. „Vorgaben vom Kultusministerium gibt es nicht“, sagt Boeck. Immerhin sei die Schule – auch dank der Stadtverwaltung – schon jetzt gut ausgerüstet und verfüge über schnelles Internet.

Ein Blick in die vollbesetzte Aula des Schulzentrums III macht deutlich: Die Ausrüstung der Schulen ist nur ein Baustein. Jana Neu, Lehrerin an der Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim, erhofft sich von der Fortbildung praktische Beispiele für den Umgang mit mobilen Geräten im Schulalltag. „An unserer Schule soll ein Tablet-Jahrgang eingerichtet werden“, sagt sie. Allerdings habe sie selbst noch nicht viel Erfahrung im Umgang mit dem Gerät. Nikola Manushev, Lehrer an der OBS Berenbostel, interessiert, wie er Apps im Unterricht verwenden kann. Wie Manushev kommen viele der Lehrer im Raum aus Garbsen. Mit-Veranstalter ist das Niedersächsische Landesinstitut für Qualitätsentwicklung (NLQ), daher sind auch Lehrer aus dem ganzen Bundesland angereist. Über den ganzen Tag verteilt wird ihnen in 36 Workshops gezeigt, wo Tablet-Computer im Mathematik-, Kunst- und Deutschunterricht hilfreich sind, wie Schüler Erklärfilme drehen und wie sie mobile Geräte in Inklusionsklassen einsetzen können.

Schulen brauchen ein Konzept

„Kein Medium allein erzeugt gute Bildung“, sagt Andreas Hofmann, der als medienpädagogischer Berater die Veranstaltung eröffnet und begleitet. Bei der Digitalisierung ginge es nicht um einzelne Anwendungen und Programme, die den Unterricht digitaler und somit besser machen sollen. Schulen brauchten vielmehr ein Konzept, in dem die Nutzung von Medien mitgedacht und vorangebracht werde. „Das fängt schon damit an, dass digitales Arbeiten in die Lehrerausbildung eingebunden werden muss“, so Hofmann. Nur Technik in einen Klassenraum zu geben, verändere wenig. „Die Lehrer müssen die Schüler für den Umgang sensibilisieren und auch Themen wie Datenschutz aufgreifen.“

Dass die Bundesregierung einen Digitalpakt auf den Weg bringen will, sei wichtig, findet auch Hofmann. „Wir können aber nicht erwarten, dass mit dem Geld allein alles ganz schnell geht.“ Die Digitalisierung sei ein Prozess.

Von Linda Tonn

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