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Garbsen Amazon: SPD will LKW-Verbot für Schloß Ricklingen
Umland Garbsen Amazon: SPD will LKW-Verbot für Schloß Ricklingen
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00:18 08.07.2018
"Wir wollen nicht warten, bis etwas passiert": Willy Thiele (von links), Markus Bless, Helga Kania und Daniela Grunwald-Galler fordern ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen in Schloß Ricklingen. Quelle: Gerko Naumann
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Schloß Ricklingen

Willy Thiele hat es erst vor wenigen Tagen wieder selbst erlebt. Der erfahrene Lokalpolitiker, er saß 46 Jahre lang im Rat der Stadt Garbsen, wollte von der Autobahn 2 in Garbsen in Richtung seines Heimatorts Schloß Ricklingen abfahren. Doch schon von Weitem sah er, dass das keinen Sinn haben würden. „Die Ausfahrt war völlig mit Lastwagen verstopft“, beschreibt Thiele sein Erlebnis. Er sei deshalb mit seinem Auto eine Ausfahrt weiter abgefahren – im Wunstorfer Ortsteil Luthe.

„Wir befürchtet einen Verkehrskollaps“

Für Thiele und seine Mitstreiter der SPD in Garbsen ist das ein weiterer Hinweis darauf, was Schloß Ricklingen demnächst blüht. Das Unternehmen Baum baut derzeit im Auftrag des Internetgiganten Amazon ein sogenanntes Sortierzentrum an der Burgstraße. „Wir befürchten einen kompletten Verkehrskollaps im Ort“, sagt Daniela Grundwald-Galler. Als Mitglied im Rat und im Ortsrat Schloß Ricklingen will sie nun die Bedenken und Ängste der Anwohner in den Mittelpunkt rücken und die Stadt zum Handeln auffordern. „Wir erwarten von der Verwaltung, dass sie sich für ihre Bürger einsetzt, auch wenn sie nicht an allen Stellen zuständig ist“, fordert die Lokalpolitikerin.

So sieht es derzeit auf der Amazon-Baustelle in Garbsen aus. Quelle: Gerko Naumann

Deshalb haben die Sozialdemokraten in Garbsen nun einen Antrag an die Verwaltung formuliert. Der ist überschrieben mit der Forderung nach einem „Durchfahrtsverbot für LKW über 7,5 Tonnen oder über zehn Meter Länge“. Denn gerade der zu erwartende Schwerlastverkehr macht den Anwohnern die größten Sorgen. „Schloß Ricklingen ist ein Runddorf mit engen schmalen Straßen, rechtwinkligen Kurven, denkmalgeschützten Gebäuden und der baudenkmalgeschützten, einspurigen Von-Woyna-Brücke. Hier kann kein zusätzlicher Verkehr von Amazon bei Stau auf der A2 aufgenommen werden“, heißt es in der Begründung des Antrags.

Bis zu 900 Lastwagen pro Tag?

Vor allem die im Raum stehenden Zahlen machen Helga Kania Angst. Sie ist Vorsitzende der SPD-Abteilung in Schloß Ricklingen. 2008 seien die Behörden noch von 150 bis 250 Lastwagen pro Woche ausgegangen, die das mögliche Logistikzentrum an der Burgstraße ansteuern würden. „Heute spricht die Verwaltung schon von 300 Lastwagen pro Tag und sogar bis zu 900 zu Spitzenzeiten“, sagt Kania.

Die Sicherheit im Straßenverkehr und der Schutz vor Lärm in Schloß Ricklingen seien deshalb nur mit einem strikten Verbot auch in Zukunft zu gewährleisten, betonen die Sozialdemokraten. Deshalb müsse schon an der Autobahn deutlich sichtbar ausgeschildert werden, dass keine Lastwagen durch den Ort fahren dürfen. In dieser Forderung seien sich die Anwohner übrigens mit den Nachbarn aus Luthe einig, betont Kania.

Schon jetzt dürfen Lastwagen mit mehr als 3,6 Metern Höhe nicht über die Von-Woyna-Brücke fahren. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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