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Garbsen So funktioniert Amazons neues Sortierzentrum in Garbsen
Umland Garbsen So funktioniert Amazons neues Sortierzentrum in Garbsen
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00:17 15.03.2019
Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, US-Generalkonsul Richard Yoneoka und Garbsens Bürgermeister Christian Grahl sehen sich das Sortierzentrum an. Quelle: Samantha Franson
Hannover/Garbsen

Für Garbsens Bürgermeister Christian Grahl war die offizielle Eröffnung des neuen Sortierzentrums von Amazon an der Autobahn 2 ein angenehmer Termin. „Hier wurde beispielhaft gezeigt, wie schnell ein Projekt umgesetzt werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen“, lobte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, der wie auch der amerikanische Generalkonsul Richard Yoneoka zu der Feierstunde samt Rundgang durch die Halle gekommen war.

Amazon stellte Bedingungen

Dank der vergleichsweise zügigen Entscheidungs- und Planungsprozesse hat es nur etwas mehr als ein Jahr gedauert, bis die Halle geplant, hochgezogen und in Betrieb genommen werden konnte. „Zu den Bedingungen von Amazon hat gehört, dass das Weihnachtsgeschäft 2018 mitgenommen werden kann“, berichtete Grahl.

Blicke in Amazons neues Sortierzentrum in Garbsen

Das Sortierzentrum an der Burgstraße ist neben Krefeld und Dormagen das dritte seiner Art in Deutschland und voll automatisiert. „Wir bauen eigene Kapazitäten auf der mittleren Meile zum Kunden auf“, sagt Andreas Marschner, Vize-Präsident für Transport und Verteilung bei Amazon in Europa. Dafür kommen Pakete aus dem europaweiten Logistiknetzwerk des Konzerns mit insgesamt 19 Standorten in Garbsen an, werden dort nach Auslieferungsgebieten sortiert und an die Zusteller weitergeleitet. „Es sind alle denkbaren Waren außer Waffen, Zigaretten und verschreibungspflichtigen Medikamenten“, sagt Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher.

Mitarbeiterzahl wird steigen

Gearbeitet wird in dem 30.000 Quadratmeter großen Zentrum schon seit September. Amazon fährt die Kapazitäten dort nach und nach hoch. „Derzeit sind 300 Mitarbeiter beschäftigt. Zum nächsten Weihnachtsgeschäft sollen es 700 sein“, sagt Standortleiter Michael Henze. Bürgermeister Grahl wies auf den Umstand hin, dass 120 Mitarbeiter, unter ihnen viele Ungelernte, in Garbsen wohnen. „Das tut dem sozialen Klima in der Stadt gut“.

Klassische Paketboten sucht man in der Halle vergeblich. „Wir haben 4,6 laufende Kilometer Förderbänder installiert, auf denen die Pakete mit einer Geschwindigkeit von 2,4 Metern pro Sekunde unterwegs sind“, schildert Henze. Die Verteilung der Warenströme läuft computergesteuert. Im Sortierzentrum werden an normalen Tagen etwa 200.000 Pakete umgeschlagen, an Spitzentagen können es eine Million sein.

Der Verkehr funktioniert bisher

Als Amazons Pläne zu Beginn des vergangenen Jahres durchgesickert waren, wurden in Garbsen umgehend Befürchtungen wegen der Verkehrsbelastung laut. An den starken Tagen im Weihnachtsgeschäft können 900 Lastwagen das Zentrum an- und dann wieder abfahren, an durchschnittlichen Werktagen 300. Dazu kommen die Autos der Mitarbeiter. Ein Verkehrsgutachten hatte ergeben, dass der zusätzliche Verkehr auf den vorhandenen Straßen rollen kann, ohne dass es zum Kollaps kommt. Bisher funktioniert das auch, wie Grahl sagte.

Die Region Hannover ist Drehscheibe für Warenströme

Die Region Hannover ist Drehscheibe für nationale und internationale Warenströme und damit attraktiver Logistikstandort. Nach Angaben der Regionsverwaltung hat die Branche seit 2007 rund 1,2 Milliarden Euro investiert, 6.600 Arbeitsplätze geschaffen und 360 Hektar Fläche besetzt.

Die meisten Zentren liegen wie auch dasjenige von Amazon an den Autobahnen oder in deren Nähe. Mittlerweile werden die Flächen knapp. Das Grundstück in Garbsen hatte der hannoversche Unternehmer Gregor Baum gekauft und in den schlüsselfertigen Neubau 70 Millionen Euro investiert. Im Herbst vergangenen Jahres verkaufte er die Immobilie an einen Fonds des südkoreanischen Weltkonzerns Samsung weiter. Amazon hat dort einen Mietvertrag mit 15 Jahren Laufzeit.

Von Bernd Haase

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