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Garbsen Diese Kuriositäten landen im Fundbüro
Umland Garbsen Diese Kuriositäten landen im Fundbüro
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00:17 09.07.2018
Fundbüro-Leiter Holger Lohrengel zeigt eine Plattensammlung, die jemand an einer Bushaltestelle vergessen hat. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen-Mitte

 Holger Lohrengel hat schon viele Menschen glücklich gemacht. Als Leiter des Fundbüros im Rathaus Garbsen ist er der Herr über kistenweise Schlüssel, Handys und Geldbeutel, die Menschen irgendwo liegen gelassen haben – und manchmal schrecklich vermissen. „Die Leute freuen sich natürlich ein Loch in den Bauch, wenn sie ihr Eigentum bei uns wieder abholen können“, sagt Lohrengel.

Nur fünf Prozent der Eigentümer melden sich

Das passiert allerdings erstaunlich selten: „Höchstens fünf Prozent der Fundsachen werden von den Besitzern abgeholt“, berichtet Lohrengel. Oft gleicht es akribischer Detektivarbeit, wenn er versucht, den wahren Eigentümer herauszufinden. Gelingt das nicht und wird ein Teil nicht nach spätestens sechs Monaten abgeholt, gehört es dem Finder. Will der die Fundsache nicht haben, wird sie zugunsten der Stadtkasse im Internet versteigert oder – wenn die Erfolgsaussichten eher gering sind – gnadenlos verschrottet.

Die Plattensammlung von der Bushaltestelle

Letzteres gilt vor allem für Dinge, die kurios, aber nicht unbedingt wertvoll sind. Solche Stücke erhält Lohrengel immer wieder – und wundert sich auch nach 16 Jahren im Fundbüro immer wieder, was die Leute so vergessen. „Mein momentanes Lieblingsstück ist eine Sammlung von Schallplatten, die jemand an einer Bushaltestellen gefunden hat“, sagt er. Unter den raren Singles befinden solche Klassiker wie „Ein Schiff wird kommen“ und die selbst ernannte „Hannover-Platte“. In zwei Regalen im Keller des Rathauses stapeln sich außerdem ein gut gepflegter Rollstuhl, ein Gitarrenverstärker und ein Gästebett.

Vom Rollstuhl bis zur Plattensammlung: Die Mitarbeiter des Fundbüros in Garbsen erhalten immer wieder kuriose Dinge. Quelle: Gerko Naumann

Besonders verwunderlich findet es Lohrengel, wenn Menschen größere Mengen Bargeld verlieren und sich trotzdem niemand bei ihm meldet. Dann schlägt nach sechs Monaten die große Stunde der Finder. Im Normallfall dürfen diese die gesamte Summe behalten, lediglich eine Bearbeitungsgebühr wird fällig. Wenn Kinder ihren Fund im Rathaus abgeben, macht der Stadtmitarbeiter allerdings eine Ausnahme. „Dann überreiche ich den Erziehungsberechtigten die volle Summe. Ehrlichkeit muss schließlich belohnt werden.“ Und so durfte sich erst kürzlich ein Kind aus Garbsen über 500 Euro freuen, weil sich der ursprüngliche Besitzer nicht im Rathaus gemeldet hat. Der größte Bargeldfund vor einigen Jahren betrug sogar mal 5000 Euro, berichtet Lohrengel.

So erreichen Sie das Fundbüro im Rathaus

Im Herbst geht der Fundbüro-Leiter in den Ruhestand. Dann übergibt er seinen Posten an Marcel Putz, der momentan im Bürgerbüro tätig ist. Dort ist das Fundbüro im Rathaus Garbsen auch untergebracht. Die Mitarbeiter sind telefonisch unter (05131) 707222 und per E-Mail an buergerbuero@garbsen.de erreichbar. Die Öffnungszeiten sind montags und donnerstags von 7.30 bis 12 sowie von 14 bis 18 Uhr, dienstags von 7.30 bis 12 sowie 14 bis 16 Uhr und mittwochs und freitags von 7.30 bis 12.30 Uhr.

Vom Rollstuhl bis zur Plattensammlung: Die Mitarbeiter des Fundbüros in Garbsen erhalten immer wieder kuriose Dinge. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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