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Garbsen Hier wird der Badepark abgerissen
Umland Garbsen Hier wird der Badepark abgerissen
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00:17 19.11.2018
Auf dem Gelände des Badeparks Berenbostel hat der Abriss der Umkleidekabinen begonnen. Quelle: Gerko Naumann
Berenbostel/Garbsen-Mitte

Der Badepark in Berenbostel ist kaum noch wiederzuerkennen: Zunächst haben Arbeiter wie angekündigt einen Großteil der Bäume und Sträucher auf dem Gelände entfernt. Nun hat der Abriss der noch übrigen Gebäude – oder besser Ruinen – begonnen. Derzeit sind Mitarbeiter des Abrissunternehmens ATR aus Sottrum (Landkreis Rotenburg (Wümme)) dabei, die ehemaligen Umkleidekabinen zu beseitigen. Stadtsprecher Ben Irvin kündigte an, dass diese Arbeiten bis Ende des Jahres beendet sein sollen. „Es kommt dabei natürlich immer auf das Wetter an“, sagte er. Im Mai 2019 sollen dann wie geplant die Bagger rollen, dann beginnt der Neubau des Familien- und Freizeitbades. Der geplante Termin für die Eröffnung ist im Sommer 2021.

Am Badepark tut sich etwas: Erst wurden Bäume und Sträucher entfernt, jetzt hat der Abriss der Umkleidekabinen und des Beckens begonnen. Der Neubau soll im März starten.

Wenn es nach den Freien Wählern in Garbsen geht, wird das Bauprojekt allerdings noch vor Beginn gestoppt. Ortsratsmitglied Andreas Bienstein hat einen entsprechenden Antrag vorgelegt, den er bei der Sitzung des Gremiums verteidigte. Er forderte die Stadt auf, nicht „mit brachialer Gewalt Schulden aufzunehmen“. Genau das passiere aber, wenn der Badepark für rund 24 Millionen Euro neu errichtet wird – obwohl zeitgleich Kosten von rund 75 Millionen Euro für den möglichen Neubau der IGS Garbsen im Raum stehen.

Geld soll in Schulen fließen

Das durch den Baustopp eingesparte Geld will Bienstein lieber in die Sanierung der Schulen in Garbsen stecken. „Vor allem der Geruch und Zustand der Schultoiletten übersteigen teilweise die Grenze zur Unerträglichkeit“, sagte Bienstein. Deshalb sei es nicht zu verantworten, dass sich die Stadt den Luxus einer Zwei-Bäder-Lösung leiste.

Das sieht Karin Kuhn (SPD) anders. Zum einen habe die Stadt auch die Pflicht, „etwas für die Freizeitgestaltung der Bürger zu tun“. Zum anderen sei schon so viel Geld in die Planung des neuen Badeparks geflossen, dass ein Baustopp keinen Sinn mehr ergebe. Dem stimmte Helmut Busjahn (CDU) zu. In Richtung der Freien Wähler sagte er: „Ihr Antrag für ein Zentralbad kommt zwei Jahre zu spät. Jetzt müssen wir da durch.“

Im Mai 2019 soll der Wiederaufbau des Badeparks in Berenbostel beginnen. Seit dem Abriss ist das Gelände inklusive der Gebäude und Becken verfallen.

Doch Bienstein bekam für seinen Vorschlag auch Zuspruch. So forderte Andreas Koch von den Unabhängigen die Verwaltung auf, zu prüfen, was ein Baustopp kosten würde. „Wenn wir Geld sparen, macht das Sinn“, sagte er. Die Sanierung der Schulen müsste auf der Prioritätenliste ganz oben stehen. Auch Peter Bosse (AfD) äußerte Bedenken, ob sich die Stadt angesichts der Kosten für die IGS „zwei Bäder leisten“ könne.

Am Ende stimmte der Ortsrat Garbsen mit acht zu drei Stimmen gegen den Antrag der Freien Wähler. Wie es mit dem Badepark weitergeht und ob die Arbeiten im Zeitplan liegen – darüber will die Verwaltung den Ortsrat in Berenbostel künftig regelmäßig informieren. Dessen Mitglieder würdigten den Vorstoß zum Thema Baustopp bei ihrer Sitzung übrigens mit keinem Wort.

Von Gerko Naumann

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