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Garbsen Darum braucht Garbsen den Radschnellweg
Umland Garbsen Darum braucht Garbsen den Radschnellweg
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00:23 15.10.2018
Viele Ampeln, enge Wege, scharfe Kurven: Der Radweg von Hannover zum Campus Garbsen ist noch nicht optimal. Quelle: HAZ Collage
Garbsen/Hannover

Nach schweißtreibenden neun Kilometern auf dem Fahrrad, 14 Ampeln und einem stetigen Auf- und Absteigen steht für Garbsens Ratsvorsitzenden Hartmut Büttner fest: „Wir brauchen dringend einen Radschnellweg zwischen Garbsen und Hannover.“ Gemeinsam mit Vertretern der Universität, mit Mitgliedern des Fahrradklubs ADFC und Mitarbeitern von Stadt Hannover und Region sind die Garbsener Politiker von Hannover bis zum zukünftigen Campus Maschinenbau in Garbsen geradelt – auf der kürzesten Strecke entlang der Herrenhäuser Straße, der Stöckener Straße, über die B6 und die Autobahn bis nach Garbsen. Ziel der Tour, zu der die Fakultät für Maschinenbau geladen hatte, war es, die bestehende Verbindung zu testen und Gefahrenstellen und Probleme zu identifizieren – aber auch schöne Abschnitte zu entdecken.

„Wir kennen Garbsen noch nicht gut“, sagt Eckhard Stasch von der Leibniz Universität Hannover, der den Umzug der Fakultät für Maschinenbau begleitet und die Idee für die gemeinsame Radtour hatte. „Deshalb freuen wir uns, dass wir mit Planern und Kommunalpolitikern an einen Tisch kommen.“ Auch für den Dekan der Fakultät für Maschinenbau, Jörg Wallaschek, ist es wichtig, dass Politik und Universität zusammenarbeiten: „Wir sind nicht die Experten.“

Kurzfristige Lösungen sind nötig

In knapp einem Jahr geht für 3500 Studenten und 800 Beschäftigte der Betrieb auf dem neuen Campus Maschinenbau in Garbsen los. Weil ein direkter Stadtbahnanschluss fehle und der Campus auch nur 250 Parkplätze zur Verfügung stelle, sei für viele Studenten das Fahrrad das attraktivste Verkehrsmittel, sagt Stasch. „Wir verfolgen die Initiativen der Region Hannover zum Bau eines Radschnellwegs aufmerksam und wünschen, dass sie bald zum Erfolg führen.“ Bis dahin müsse man sich allerdings mit den bestehenden Wegen arrangieren. Dafür brauche es kurzfristige Lösungen, wie etwa eine bessere Beschilderung. „Man darf nicht das Gefühl erzeugen, dass der Campus schwer zu erreichen ist.“

Einmal mit dem Fahrrad von der Leibniz Universität zum neuen Maschinenbaucampus in Garbsen? Weghindernisse, Ampeln, Bahn- und Autoverkehr verzögern die Fahrradfahrt. Manche Abschnitte sind aber auch sehr schön.

Auf zwei unterschiedlichen Routen können die Radfahrer von Hannover zum Campus in Garbsen gelangen: Die winterfeste – und kürzere Strecke – führt durch Herrenhausen, Leinhausen, Stöcken, kreuzt die B6 und die A2. Sie sei zwar gut ausgeleuchtet, als Dauerlösung aber nicht geeignet, sagt Stasch. „Meistens ist sie zu schmal und allein schon wegen der 14 Ampeln muss man die Fahrt ständig unterbrechen.“ Zudem haben die Studenten bei Probefahrten etwa zehn Gefahrenstellen identifiziert. Die zweite Route führt durch die Leinemasch über die Wasserkunst zur Limmer Schleuse, dann weiter über Letter und Marienwerder. Sie ist mit 11,6 Kilometer ein wenig länger. „Die Strecke ist zwar idyllisch, aber unbeleuchtet und weicht bei Regen auf“, sagt Stasch.

"Wir brauchen einen Radschnellweg": Mitarbeiter der Leibniz Universität und Kommunalpolitiker aus Garbsen sind gemeinsam die Strecke zwischen Garbsen und Hannover abgefahren und diskutieren und die beste Lösung für Fahrradfahrer. Quelle: Linda Tonn

„Eine sinnvolle Investition“

„Die aktuellen Radstrecken zwischen Hannover und Garbsen können für die Studenten nur als Provisorium dienen“, sagt Werner Meyer vom ADFC Garbsen-Seelze. „Der Garbsener Stadtrat hat sich in einer Resolution einstimmig für einen Radschnellweg zwischen Hannover und Garbsen ausgesprochen“, sagt der Ratsvorsitzende Büttner. Man sollte die Chance nutzen, eine solch exponierte Einrichtung wie den Campus Maschinenbau optimal anzubinden, bekräftigt Walter Häfele, Erster Stadtrat der Stadt Garbsen. „Der Radschnellweg ist eine ausgesprochen sinnvolle Investition.“ Derzeit prüft die Region Hannover vier Trassenvarianten zwischen Hannover und Garbsen. Wenn das Land den Zuschuss gibt, könnte ein Baustart 2020 klappen.

Von Linda Tonn

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