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Garbsen Das sind die unbekannten Ecken im Rathaus
Umland Garbsen Das sind die unbekannten Ecken im Rathaus
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14:38 08.10.2018
Vor 20 Jahren ist die Verwaltung in das Rathaus in Garbsen-Mitte eingezogen. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen-Mitte

 Vor 20 Jahren ist die Verwaltung der Stadt Garbsen aus Berenbostel ins neu gebaute Rathaus in Garbsen-Mitte umgezogen. Die ersten Mitarbeiter packten sogar schon Ende 1997 die Kartons aus, die meisten folgten 1998 – so wie auch Sascha Woge, der als Haustechniker seitdem jede noch so unscheinbare und versteckte Ecke im Rathaus kennt. Uns hat er eine Führung gegeben und Plätze gezeigt, die die Bürger sonst nur selten oder nie zu Gesicht bekommen.

Vom Heizungskeller bis zur Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach: Haustechniker Sascha Woge führt uns an die Plätze im Rathaus, die sonst kein Bürger zu Gesicht bekommt.

Im Keller kennt sich Woge besonders gut aus. Dort ist die wichtigste Technik untergebracht. Doch auf dem Weg dahin muss der Hausmeister erstmal durch einen Raum, der bei den Mitarbeitern scherzhaft den Titel „Chaos-Keller“ trägt. „Hier werden die Dinge aus allen Abteilungen gelagert, für die woanders kein Platz mehr ist“, sagt Woge. Unter anderem stehen hier kuriose Fundstücke wie ein Rollstuhl oder ein Gitarrenverstärker herum, die bislang noch niemand im Fundbüro abgeholt hat.

So sieht es im Keller des Rathauses in Garbsen aus. Quelle: Gerko Naumann

Einen Raum weiter fühlt sich Woge sichtlich wohler. „Hier befindet sich die Lüftungszentrale, deshalb riecht es auch ein wenig nach Pommes“, sagt er. Die beeindruckende Anlage sorgt nämlich unter anderem dafür, dass die Kantine im Untergeschoss des Rathauses ständig mit Frischluft versorgt wird. Auch die Luft für die Rathaushalle, in der sich die meisten Bürger aufhalten, wird von hier aus gelüftet. „Deshalb war es auch in diesem heißen Sommer immer schön kühl“, berichtet der Haustechniker.

Vorbildrolle beim Klimaschutz

Deutlich wärmer – etwas mehr als 50 Grad – ist es naturgemäß im Heizungsraum. Die Heizung läuft ständig, um die Bildung von Legionellen zu verhindern, erklärt Woge. Betrieben wird sie unter anderem mit Fernwärme, die aus einem Blockheizkraftwerk stammt, das an der IGS Garbsen steht. Ohnehin haben die Planer in den Neunzigerjahren schon viel Wert auf die Energiebilanz des Rathauses gelegt. „Mit dem Niedrigenergie-Rathaus hat die Stadt schon im November 1998 eine Vorbildrolle im Klimaschutz für andere Kommunen übernommen“, sagt Stadtsprecherin Christina Lange.

Dann wird es wieder Zeit für Tageslicht. Woge drückt im Aufzug die Taste für die vierte Etage. Dort angekommen holt er aus einem kleinen Abstellraum eine Stange mit einem Haken. Damit öffnet er eine Luke in der Decke und zieht eine etwas wackelig wirkende Treppe hervor. „Jetzt geht’s aufs Dach“, kündigt er an und geht schwungvoll vor. Oben angekommen erwartet ihn bei klarer Sicht ein toller Ausblick auf Garbsen – in alle vier Himmelsrichtungen.

Vom Dach des Rathauses hat man eine tolle Aussicht über Garbsen. Quelle: Gerko Naumann

Der eigentliche Höhepunkt des Daches ist allerdings die Fotovoltaik-Anlage. Sie umfasst 176 Module auf mehr als 100 Quadratmetern, auch an der Fassade. „Der Strom den wir hier produzieren, wird ins Netz der Stadtwerke Garbsen eingespeist“, sagt Woge. Die Leistung der Anlage reicht umgerechnet etwa für 10 Prozent der Menge an Strom, die im Rathaus pro Jahr verbraucht wird. Auf dem Dach zeigt sich allerdings auch, dass selbst ein modernes Rathaus nach 20 Jahren die ersten Reparaturen nötig hat. Einige Fugen zwischen den Glaselementen sind durch die Witterung porös geworden. „Wir lassen die Dichtungen jetzt nach und nach erneuern, damit es nicht mehr reinregnet“, kündigt Woge an.

Seit 20 Jahren wird Garbsen aus dem Rathaus am Rathausplatz verwaltet. Quelle: Gerko Naumann

Das Rathaus in Zahlen

Heute arbeiten im Rathaus in Garbsen etwa 280 Mitarbeiter für die 63.000 Einwohner der Stadt. Das Gebäude ist rund 13.000 Quadratmeter groß und hat 1997 50 Millionen DM gekostet. Es besteht aus zwei parallelen Baukörpern, die durch eine Glashalle verbunden sind. Alle Bereiche, in denen sich Besucher aufhalten, sind um diese Halle aufgereiht. Dazu gehören etwa das Bürgerbüro, das Standesamt und natürlich der Ratssaal, in dem öffentliche politische Sitzungen abgehalten werden. 2011 ist zudem am Rathausplatz die neue Stadtbibliothek eröffnet worden.

Im Jahr 2000 diente das Rathaus während der Expo als Vorzeigeprojekt der Region Hannover beim Thema Klimaschutz. Mithilfe der Gebäudetechnik (Blockheizkraftwerk, Fotovoltaik-Anlage, gute Dämmung) werden im Vergleich zu anderen Gebäuden dieser Größe etwa 40 Prozent des Energiebedarfs eingespart.

Von Gerko Naumann

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