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Garbsen Peter Bartel ist tot
Umland Garbsen Peter Bartel ist tot
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00:16 12.09.2018
Peter Bartel ist am 2. September gestorben. Quelle: privat
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Garbsen

Der ehemalige Vorsitzende des Stadtarchiv-Vereins, IGS-Lehrer und Grünen-Politiker Peter Bartel ist tot. Er starb am 2. September im Alter von 69 Jahren an den Folgen seiner unheilbaren Krankheit.

Es gab wenige Menschen, die Peter Bartel auf Augenhöhe begegnen durften. Und doch hatte dieser hochgewachsene Mann die Gabe, auf nichts und niemanden herabzublicken. Bescheiden, leise, mit seiner sonoren Stimme dennoch durchdringend und sehr präsent haben ihn Wegbegleiter über Jahrzehnte in Garbsen erlebt. Ganz gleich, in welcher Rolle Bartel auf der Bühne stand: Er war perfekter Zuhörer, kritischer Zeitgeist und intelligenter Fragensteller – ein „zutiefst demokratischer und aufgeschlossener Kopf“, sagt sein Freund und ehemaliger Kollege Karl-Otto Eckartsberg.

Bartels Beruf war seine größte Passion; Gesellschaftskunde, Geschichte, Englisch waren seine Fächer. Unter Bartels Regie erlebte die IGS-Schülerzeitung Skunk ihre Blüte; er gehörte zu den konzeptionellen Köpfen der Expo-Schule und war neuen Wegen kritisch aufgeschlossen. Dogmatiker blieben dem IGS-Fachbereichsleiter für Fremdsprachen immer suspekt.

Das Pädagoge-Sein war der Kern, aus dem sich die vielen ehrenamtlichen Arbeiten entwickelten. Seine frankophile Frau Karin diente als Dolmetscherin, als Garbsen mit Hérouville in die Entwicklungshilfeprojekte in Agnam (Senegal) einstieg. Peter Bartel sah die Chance, in kleinem, aber gezieltem Rahmen Eine-Welt-Arbeit zu leisten. Er übernahm von 1998 bis 2006 die Geschäftsführung des Vereins Wasser für Agnam. Später unterstützte er maßgeblich die Fairtrade-Idee und engagierte sich in der Steuerungsgruppe der Stadt.

Letztes ausfüllendes Ehrenamt war von 2004 bis 2014 der Vorsitz im Stadtarchiv-Verein. Mit seiner ansteckenden Faszination für Archive und Geschichte gelang es Bartel, die Mitgliederzahl des Fördervereines zu verdoppeln, weil er das Vereinsleben mit Exkursionen und Führungen zu bereichern wusste.

Passendes Puzzleteil in Bartels facettenreichem Leben war sein politisch-gesellschaftliches Engagement in Garbsen. 2006 wurde er als erster Grüner in den Ortsrat Berenbostel gewählt und entwickelte unter anderem das Nein der Grünen zur L-382-Verlängerung quer durch die Feldmark. Im Rat hatte er bis 2014 Sitz und gewichtige Stimme im Schul- sowie im Kultur- und Sportausschuss. Bartel war Teil der Kultur- und Jugendkunstpreis-Jury sowie Juror beim internationalen Vorlesewettbewerb, bevor er sich zwischen 2014 und 2016 aus allen Aufgaben zurückziehen musste.

Garbsens Stadtgesellschaft hat einen aufrichtigen, stets dialogbereiten und entschlossenen Kopf verloren – ein gelebtes Vorbild für Demokratie. Was er sagte, hatte Hand und Fuß. Darum war sein Wort über Parteigrenzen hinweg anerkannt. Er selbst sähe das alles nicht so bedeutungsschwanger. Peter Bartel würde sagen: „So bin ich eben.“ Die Trauerfeier beginnt am Freitag, 14. September, um 11 Uhr auf dem Friedhof in Berenbostel.

Von Markus Holz

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