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Garbsen Erschließung der Worth beginnt im August
Umland Garbsen Erschließung der Worth beginnt im August
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00:15 26.07.2018
Die Erschließung des Neubaugebiets Östlich Hinter der Worth in Stelingens grüner Mitte beginnt im August. Die archäologischen Arbeiten sind bereits abgeschlossen. Quelle: Jutta Grätz
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Stelingen

Die Nachfrage nach Wohnraum in Garbsen ist unvermindert hoch. Stelingen unterliegt zwar wegen der Nähe zum Flughafen Siedlungsbeschränkungen, darf aber nach innen wachsen. Pläne für ein Baugebiet im Dreieck Engelbosteler Straße, Lindenstraße und der Straße Hinter der Worth gibt es schon seit den Neunzigerjahren. Im Oktober 2016 hatten die Stadt und die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) den Entwurf des Bebauungsplans im Stelinger Sporthof vorgestellt. Mitte August soll die Erschließung des rund 3,2 Hektar großen Baugebiets Östlich Hinter der Worth beginnen.

Arbeitsgruppe „Bauland“ entscheidet über Grundstücksvergabe

„Die Erschließungsarbeiten werden rund drei Monate dauern, voraussichtlich vom 13. August bis 23. November“, sagte Stadtsprecherin Christina Lange auf Anfrage. Die archäologische Voruntersuchung sei gerade abgeschlossen worden, Funde gebe es keine. Aktuell lässt der Wasserverband Garbsen-Neustadt Wasserleitungen umlegen.

Die Bewerbungsfrist für die Grundstücke ist bereits abgelaufen, derzeit wertet die Stadt die Bewerbungen aus. Die Arbeitsgruppe „Kommunales Bauland“ entscheidet nach den Sommerferien über die Vergabe aller 20 zur Verfügung stehenden Bauplätze. Grundlage ist das Punktesystem, das die Verwaltung für die Vergabe von Bauland entwickelt hatte. „Abhängig von der Witterung wird der Baubeginn der Häuser voraussichtlich im Frühjahr 2019 sein“, sagte Lange.

NLG vermarktet 20 Grundstücke

20 der Grundstücke vermarktet die NLG. „Zwei weitere Grundstücke hatte sich der Voreigentümer als Flächen für den Eigenbehalt zurückbehalten“, antwortet Wirtschaftsförderer Jürgen Stoffregen auf eine Anfrage der Garbsener SPD zur Vergabe von Grundstücken in Stelingen. Vier weitere Grundstücke verblieben in Privateigentum, so Stoffregen weiter. „Dies war die Bedingung des Voreigentümers für den Verkauf an die NLG.“ Die SPD hatte gefragt, ob die Verwaltung vorab Grundstücke vergeben habe. „Angeblich sollen zwei Grundstücke dem Voreigentümer und zwei weiteren anderen Personen überlassen worden sein“, schreiben der SPD-Fraktionsvorsitzende Karsten Vogel und sein Stellvertreter Jens-Holger Göttner.

Stoffregen: Stadt hat keine Grundstücke vorab vergeben

„Es gibt keine Grundstücke, die durch die Stadt beziehungsweise die NLG vorab vergeben wurden“, betont Stoffregen. Die vier Grundstücke lägen im Geltungsbereichs des Bebauungsplans und würden aus städtebaulichen Gründen mit überplant. Sie würden aber nicht aus dem Baugebiet von der NLG erschlossen. Zudem seien den mit der Vergabe betrauten Verwaltungsmitarbeitern keine Verkaufsabsichten für diese sechs Grundstücke bekannt. „Anonyme Gerüchte über Unregelmäßigkeiten schaden dem Ansehen der Stadt und den Verwaltungsmitarbeitern“, schreibt Stoffregen und bittet die SPD-Fraktion, die Aussagen zu konkretisieren.

Das Neubaugebiet „Östlich Hinter der Worth“ ist Teil der Wohnbauoffensive der Stadt und fand bei der Schulentwicklungsplanung und der Planung für den Neubau der Grundschule Stelingen Berücksichtigung. Die Häuser sollen in lockerer Bebauungsweise gestaltet werden. Die Grundstücke sind von etwa 450 bis etwa 800 Quadratmeter groß, geplant sind freistehende Einfamilienhäuser. Im nördlichen Teil des Baugebietes ist eine rund 5600 Quadratmeter große öffentliche Grünfläche mit einem Regenrückhaltebecken, parkähnlicher Bepflanzung und Kinderspielmöglichkeiten vorgesehen. Anregungen der Anwohner seien bei der Planung berücksichtigt worden, hatte Stadtbaurat Frank Hauke bei der Vorstellung der Pläne gesagt.

Pläne für ein Neubaugebiet in Stelingens grüner Mitte gibt es seit den Neunzigerjahren. Quelle: Jutta Grätz

Über die Anzahl der Bewerber für die Grundstücke möchte die Stadt derzeit keine Angaben machen. „Das Bewerbungsverfahren beinhaltet die Baugebiete Klüterfeld in Frielingen und eben Stelingen“, sagt Stadtsprecherin Lange. Es gebe Interessenten, die sich für beide Baugebiete beworben hätten. „Wir streben an, den im Bewerbungsschreiben angegebenen Zeitplan einzuhalten.“

Erste Baupläne in den Neunzigerjahren

Überlegungen, die Fläche zwischen der Straße Hinter der Worth, dem Schulweg und der Lindenstraße zu bebauen, gibt es seit Anfang der Neunzigerjahre. Auf Initiative der SPD beschloss der Ortsrat 2007, die Fläche zu entwickeln. Der Ortsrat hatte sich 2015 ebenfalls für die Ausweisung von Bauland in Stelingen ausgesprochen. Der Ort müsse wachsen, damit die Infrastruktur mit Kindergarten und Grundschule erhalten bleibe. Nach Bekanntwerden der Baupläne und dem Votum des Ortsrats hatten Bürger und direkte Anlieger 2015 Vorbehalte an den Plänen für das Neubaugebiet geäußert und sich zu einer Interessengemeinschaft (IG) zusammengeschlossen.

Ihr Hauptkritikpunkt: Der dörfliche Charakter der Ortsmitte sei gefährdet. Vertreter der IG forderten, die Stadt solle andere Baugebiete in Stelingen an der Stralsunder Straße, der Husarenstraße oder auf der sogenannten Finke-Wiese nordwestlich der Straße Hinter der Worth prüfen. Leerstände im Ort sollten berücksichtigt werden. Auch die Lärmemission durch Anlieger wie Sporthof, Schützenstand und Schule sollten bedacht werden. Zudem sei die Flora und Fauna des Gebiets schützenswert. Schon 2011 hatten sich rund 100 Bürger dafür ausgesprochen, die Ortsmitte unberührt zu lassen. jgz

Von Jutta Grätz

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