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Garbsen Garbsenerin schreibt Krimi über Fritz Haarmann
Umland Garbsen Garbsenerin schreibt Krimi über Fritz Haarmann
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11:09 12.07.2018
Die Garbsener Polizei spielt eine entscheidende Rolle in Marcelle Perks Roman "Nightdriver". Quelle: Linda Tonn
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Garbsen

Eine hochschwangere Frau, die am liebsten nachts mit dem Auto fährt, weil sie so eine nervöse Fahrerin ist. Ein Lkw-Fahrer und heimlicher Serienmörder, der am liebsten nachts fährt, weil er dann am besten nachdenken kann – und weil er seine Opfer auf der Straße findet. Und diese Straße führt durch dunkle Felder und vereinzelte Bäume von Osterwald nach Frielingen.

Garbsener Polizei spielt eine Rolle

Garbsen ist einer der Schauplätze in dem Thriller „Night Driver“ der Garbsener Autorin Marcelle Perks. Sie hat ihren Wohnort für die düsteren Zusammentreffen zwischen Nachtklubs, Autobahnprostitution und Organhandel ausgesucht. Auch die Garbsener Polizei spielt eine Rolle. Aus Zufall? „Nein“, sagt die gebürtige Britin Perks, deren Roman zunächst ab dem 2. August nur in englischer Sprache erscheinen wird. „Als ich schrieb, war ich selbst schwanger, hatte frisch meinen Führerschein und Angst zu fahren.“ Viele der Gedanken, die sich die hochschwangere Frannie – ebenfalls eine in Deutschland lebende Britin – machen würde, seien ihre eigenen, sagt Perks. Und schnell sei ihr der Gedanke gekommen, dass die gruseligen Taten gut in die Maisfeldern zwischen den Garbsener Stadtteilen passen könnten. Ein weiterer Grund, warum die 48-Jährige ihre Geschichte in der Region Hannover angesiedelt hat, ist die Anlehnung an den Serienmörder Fritz Haarmann, der während der Zeit der Weimarer Republik in Hannover 24 Jungen und junge Männer getötet, zerstückelt und in der Leine entsorgt hat. 1925 wurde er für die Taten hingerichtet.

„Haarmann lässt einen nicht los“

In Perks Thriller – ihrem ersten Roman – ist der mordende Lkw-Fahrer eine Wiedergeburt Haarmanns. „Fritz Haarmann ist ein Thema, das einen nicht loslässt“, sagt die Autorin. Sie hat viel zu dem vermeintlich homosexuellen Serienmörder geforscht, hat mit Autoren und Filmemachern gesprochen, die sich auch mit dem Stoff beschäftigt haben. „Es gibt so viele Unklarheiten in der ganzen Geschichte“, sagt sie. Haarmann sei in den vergangenen zehn Jahren immer mehr zu einer sympathischen Figur geworden – weil er geistig krank war und auch keinen fairen Prozess bekommen habe. Auch deshalb beschäftigten sich derzeit viele Autoren mit dem Stoff, unter anderem der Garbsener Regisseur und Drehbuchautor Andreas Barthel, der in seinem neuem Film „Warte, warte nur ein Weilchen“ Haarmanns Seele aus dem Jenseits in die Moderne transportiert. Kinostart ist 2019.

Im Thriller „Nightdriver“, der auch in einem fiktiven Nachtklub in Hannover spielt, begibt sich Perks in den Kopf des Serienmörders. „Der Lkw-Fahrer fährt nachts durch die Gegend, um seine Morde zu verarbeiten und nachzudenken“, sagt sie. Das Fahren spiele in der Geschichte eine zentrale Rolle. Schon auf dem Buchcover sind ein Ortsschild und eine dunkle Straße zu sehen. Das setzt sich im Inneren fort in den einzelnen Kapiteln. Siebeneinhalb Jahre hat Perks gesucht, bis sie einen Verlag gefunden hatte. „Viele britische Verlage wollten den Stoff nicht, weil er in Deutschland spielt und es um einen homosexuellen Killer geht.“ Jetzt erscheint die Geschichte bei Urbane Publications. Die 48-Jährige hofft, dass auch deutsche Verlage auf ihren Thriller aufmerksam werden und sich für die Geschichte interessieren. Gerade bringt sie ihre eigene Internetseite auf den Weg und hat auch schon zwei weitere Romane geschrieben.

Von Linda Tonn

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